Die Nacht in Mehrbettzimmer war eigentlich ganz ok, obwohl es ziemlich voll war. Ich war der Erste, der aus den Federn ist, so gegen 05.30h und demnach beim Frühstück alleine – das ist schön, wenn man in Ruhe frühstücken kann 🙂 Der Essensraum war aber nicht in der Gite, sondern im oberen Ortsteil, wo die Betreiber wohnen – das sollten die einzigen beiden Personen sein, die noch in dem Ort fest wohnen.
Viertel nach 7h ging es dann für mich los. Als ich an Daniels Zeltplatz vorbeikam, war dieser schon weg. Ich habe ihn den ganzen Tag auch nicht gesehen, er wollte auch noch weiter als ich laufen, bis zu einem Refuge. Ich bin nach 9 Stunden und einigen Pausen an meinem Etappenziel angekommen – der Cabane du Trapech du Milieu. Ob ich drin schlafe oder Im Zelt weiß ich noch nicht. Internetempfang habe ich keinen.
Die Strecke heute hatte zwar nur 15,5 Km, aber dafür 2 Aufstiege, von 990 auf 1811 und dann runter auf 1100 und wieder hoch auf 1821, dann nochmal runter auf 1550 Höhenmeter. Ich musste meine Füße heute wieder aus den Schuhen befreien, nass waren sie zwar nicht mehr, aber Schweissfeucht und die Blasenstellen habe unangenehm gescheuert. Ausserdem hatte ich das Gefühl, die Füße brauchen etwas mehr Freiraum und Luft.
Heute lagen viele Hütten auf dem Weg, in einer habe ich eine längere Essenspause gemacht. Echt komisch, wenn man 100 Meter Wegstrecke vor einer Cabane ist, man sie aber nicht sieht. Bei der Cabane zur Mittagspause tauchte das Dach hinter einem Hügel erst bei ca. 50 Meter davor auf. Die Hütte war eigentlich ganz ok, hat mir noch besser gefallen als die bei der ich zum Etappenziel angekommen bin (die mit dem roten Dach). Werde aber wohl heute doch in der Hütte schlafen und nicht um Zelt.
Heute ist eine Schlange vor mir über den Weg gekrochen, bis ich meine Smartphone Kamera klar hatte, war sie aber schon weg.
Kaminfeuer am 32. Tag
Die Nacht in der Cabane war ganz ok, ich war alleine. Es waren noch 2 Männer hier, die haben aber gezeltet. Das Foto mit dem Schlafsack war von heute Morgen.
Als ich wach wurde und aus dem kleinen Fenster sah, war da erstmal nur weiß. Irgendwann lichtete sich dann der Nebel. Ich habe gefrühstückt und bin dann losgezogen. Das Gras war nass und meine Schuhe und Strümpfe nach kurzer Zeit auch :-(. Naja, hilft ja nichts… also so weiter…
Erstmal zu einer Gite, dort habe ich nach Sandwiches gefragt – Fehlanzeige. Aber ich habe dort Brot und je eine dicke Scheibe Käse und Schinken bekommen. Dann habe ich nach Frühstück gefragt. Es war da so eine Art kleines Buffet aufgebaut. Irgendwie hatte ich den Eindruck, daß ich notgedrungen frühstücken durfte..hatte vielleicht keinen guten Eindruck gemacht? :-D…..naja egal :-). Wurde auch nicht besser, als ich noch nach Brot gefragt hatte, dass leer wurde und nach warmer Milch :-D. Ich glaube Franzosen frühstücken nicht so viel wie Deutsche. Und ich habe ausgiebig gefrühstückt 😉 Irgendwann wurde dann angefangen, das Buffet abzuräumen :-D. Aber da war ich eh fertig und auch ausreichend gesättigt für den bevorstehenden Anstieg. Also los ging es….wieder rein in die Wolkensuppe…hat aber auch Gutes, man schwitzt bei dem Wetter weniger und manchmal ist es auch gut, wenn man gar nicht soweit sehen kann – z. B. bei langen Wegen oder noch weit entfernten Gipfeln. Lief eigentlich ganz gut heute, anstrengend war es trotzdem, aber ich habe mir einfach Zeit gelassen, dann ging es. Für meine strapazierten Glieder habe ich auch mal einen Gang runter geschaltet und werde das erstmal beibehalten. Deswegen werde ich auch die übernächste Etappe, die laut Buch über 30km und 13 Stunden sein soll, kürzen. Dort war eh die Möglichkeit erwähnt darin weniger schöne Teilstrecken über Asphalt per Anhalter oder Taxi zurückzulegen. Mal schauen.
Als mir heute ein junger Mann den Berg herunter entgegen kam, sagte er "Bon Courage" und, dass ich noch nicht nah bin, sondern ich noch weit entfernt sei, ca. 1,5 Std. 😮 l. Er meinte wohl bis zum Col. Abschließend sagte er noch "be brave" – na danke für das Gespräch 🙂
Also weiter….In ewigen Zickzacks den Berg hoch zum Col und an einem See vorbei, von dem ich leider nicht viel durch die Dunstsuppe gesehen habe – schien aber sehr klar gewesen zu sein. Irgendwann kam ich dann am frühen Nachmittag an der Cabane an, es war noch keiner da. Schöne und gepflegte Unterkunft. Und es gab einen Kamin und trockenes Holz – das musste aber erstmal gesägt werden. Also ran….und dann erstmal Schuhe, Klamotten und Sandro getrocknet und vor dem Feuer relaxt. Zum Abendessen gab es ein Sandwich, welches ich noch von einem Refuge hatte. Irgendwann kamen dann 2 durchnässte junge Frauen, die sichtlich erfreut über das Feuer waren. Dann liefen noch ein Pärchen und ein junger Mann ein. Alle trockneten erstmal ihre Sachen. Mal schauen wie das Wetter morgen wird. Ich hoffe, dass die Schuhe und Strümpfe morgen früh möglichst trocken sind. Man kommt hier über eine Leiter zum Schlafboden, wird wohl eng werden. Ich werde vermutlich morgen zuerst aufstehen, hoffentlich fühlt sich keiner genervt.
Kurze Strecke und wieder online am 33. Tag
So, gestern war ich als Erster in der Falle….konnte aber nicht einschlafen, weil die Mitbewohner die Cabane in eine Räucherkammer verwandelten 🙂 und der Rauch schön hoch auf den Schlafboden zog….Mein Glück war, dass es hier oben ein Fenster gab, was die Situation wenigstens etwas entschärfte, da etwas frische Luft reinkam. Trotzdem hat man die Rauchschwaden gesehen und deutlich und unangenehm wahrgenommen. Naja, aber so ist das halt an solchen Stellen und alles hat mal ein Ende :-). Als ich vorher noch gedacht hatte, dass könnte hier oben heute voll werden, hätte ich aber nie an sowas gedacht – das Pärchen ist wohl weiter gezogen. Aber ich traute meinen Augen nicht, als eine der beiden jungen Frauen anfing ihr – schätzungsweise 3-Mann Zelt – auf dem Schlafboden aufzubauen :-D. Erst dachte ich dann noch…hmmm….Vielleicht zum Trocknen oder….neee…sie baute das Teil tatsächlich auf, schaffte es dabei gerade so mich nicht mit den 4 Meter langen Gestängen aufzuspiesen – und das Zelt passte auch noch :-D. Und der andere Wanderer hatte sogar auch noch ein Plätzchen neben dem Zelt gefunden ;-). Wenn ich daran denke, muss ich mich immer noch vor lachen weghauen :-D.
Naja, nachdem dann gefühlte 100 Mal mit den Zelt-Reisverschlüssen gezippt wurde, das Gekichere langsam aufhörte und auch der Mann seinen Schlafplatz gefunden hatte, sank ich auch langsam in den Schlaf :-).
Heute Morgen bin ich dann wie vermutet als Erster auch wieder runter, habe etwas gegessen und dann in die doch leider noch nassen Strümpfe und Schuhe geschlüpft und dann los marschiert.
Auf dem Weg lag ein Bio-Bauernhof mit Gîte. Als ich dort einlief, war gerade der Besitzer draußen mit 2 Frauen am Erzählen und begrüßte mich und fragte, was er für mich tun kann. Ich fragte nach Kaffee und Proviant. Er sagte mir, dass ich in die Gîte gehen und mir dort gerne gegen eine Spende Kaffee machen kann, dort gäbe es auch Lebensmittel zu kaufen und eine Kasse, in die ich das Geld reinlegen könnte. Zuerst nahm er mich mit zu seinem Haus nebenan und schnitt mir ein Stück Brot und eine Scheibe Käse ab, nannte mir den Preis und sagte, ich könne das alles zusammen bezahlen und in die Kasse legen. Ich ging dann zur Gîte, in deren Küche sich gerade noch 3 weitere Personen aufhielten und habe mir erstmal Kaffee gekocht und ein paar Lebensmittel gekauft und hatte ein Kaffee – Plätzchen – Frühstück. Dort war auch ein junger Mann, der den GR10 ebenfalls komplett läuft und 5 Tage nach mir gestartet ist und auch schon einen Ruhetag hatte…ups :$…. 🙂
Naja, nach dem Frühstück habe ich bezahlt und bin zu meinem Etappenziel, einer Gîte mit Campingplatz bei Aunac, gestiefelt. Ich war auch recht früh da, habe den Betreiber angerufen, der auch eine Stunde später da war und mich einwies. Englisch sprach er zwar nicht, aber ging auch so.
Hier lüftete ich dann elmal ein paar verrauchte Sachen. Für Wäsche waschen ist es allerdings zu spät, wird nicht mehr trocken bis morgen … und Schuhe und Strümpfe….hmmm….habe die Schuhe mit Zeitungspapier ausgestopft und dann ging’s duschen.
Morgen wäre ja die Mammuttour angesagt… aber werde sie teilen und in/oder einer Cabane übernachten – vermutlich ohne Netzempfang. Ich versuche mal, wie im GR10 Führer vorgeschlagen, den Straßenabschnitt per Anhalter zu erledigen.
Heute gibt’s noch Abendessen in der Gîte, Frühstück aber dort eher nicht mehr, weil die so früh noch nicht soweit sind. Daniel ist vermutlich schon um einiges voraus, habe ihn nicht mehr gesehen.
Nachtrag zum 33. Tag
Triin! Ja, es geht wieder um Essen 🙂
Also ich hatte ja Halb-Pension für heute gebucht und war dann auch wie verabredet gegen kurz vor 19h vor Ort (kurzer Weg vom Campingplatz zur Gîte) auf der „Terrasse des Amis“. Der Betreiber fragte mich, ob ich schon essen wolle. Ja, wenn es von ihm aus ok wäre, gab ich zu verstehen.
Kurze Zeit später kam er mit einigen Scheiben Brot, einer großen Scheibe Leberwurst und einem Salatteller – ok, dann heute mal kaltes Abendessen, dachte ich und fing an. Ich war mir nicht ganz sicher, ob noch andere Personen kommen würden, denn ich war ganz alleine. Als ich beim dritten Brot war und der Salat auch schon gut die Hälfte weg geputzt war, hörte ich es bruzeln 😮 was da kommt noch was? Hmm.. Vielleicht gar nicht für mich. Ich machte mal die Teller leer und dann wurde mir auch schon ein Kotelett serviert….eine Schale gekochtes und angemachtes, an asiatische Küche erinnerndes, Gemüse und noch eine Schale Reis – na Mahlzeit! Wieso musste ich nachmittags auch noch was essen. Ok, ich arbeitete mich durch die leckeren Speisen und konnte bis auf etwas Reis klar Schiff machen – boah was ein Essen. Die Nachfrage nach mehr Gemüse, konnte ich dankend ablehnen. Aber das war noch nicht alles – erst dachte ich, da kommt ein Crêpes mit Marmelade – Fehlanzeige, es war eine Scheibe Käse mit Marmelade. Ok Sandro – du wolltest es – jetzt bekommst du es! Also habe ich das dann auch noch verspeist – die Kombination kannte ich noch nicht. Aber das war wohl der Abschluss – Käse und Süßes – geschafft. Dann sah ich plötzlich in unmittelbarer Nähe die Nachbarn – Großohrhasen wie Triin sagen würde und bin gleich rüber und habe mich vorgestellt – und rüberlaufen war schon ziemlich schwer mit soviel Essen im Bauch :-). Fällt doch gar nicht auf, wenn morgen einer fehlt – sehen ziemlich gleich aus :-). Nach einiger Konversation und gemeinsamen Fotos, habe ich mich wieder an den Tisch schaffen können, auf dem schon Gang 4 auf mich wartete. Ok – Eis, Sahne, geeiste Schokolade und Früchte konnte ich schlecht stehen lassen, oder? Nachdem ich auch diesen Gang hinter mir hatte, gab ich dem Betreiber zu verstehen, dass es sehr lecker war und ich sehr voll bin. Zeitweise dachte ich, ich sei bei der Sendung Man vs. Food – der Gewinner heute ist….naja…das bissel Reis….;-) Der Betreiber stellte mir noch die großzügigen gemachten Sandwiches und Äpfel für morgen hin und fragte nach Frühstück. Brot bejahte ich.. aber einfach nur Brot? Ich fragte nach Marmelade…und dann noch nach etwas Kaffeepulver… heißes Wasser gab es ja an den Waschbecken. Er verschwand und kam mit einem Tablett zurück auf dem ein großes Stück Brot, 2 Marmeladengläser mit jeweils etwas Marmelade und einer Kaffeepresskanne mit Kaffeepulver zurück. Ich gab ihm zu verstehen, dass es zu viel Brot sei. Da kam er mit 2 Stücken zurück, die insgesamt etwas kleiner waren – ok, den Rest nehme ich dann halt morgen mit auf Reise 🙂 .
Also, das war das erste Mal auf dieser Tour, dass es jemand geschafft, mich tatsächlich beim Abendessen überfressen zu können – anders kann man es nicht ausdrücken 😉 . Dieser Service war mir einen Fünfer Trinkgeld wert 🙂 Und alleine bekocht zu werden – cool :-). Echt klasse dieses Dinner – nur nächstes Mal würde ich hungrig hingehen 😉
Ah, Daniel hatte auf meine Email geantwortet. Wenn ich richtig verstanden habe, ist er gerade da, wo ich morgen hin will. Oder er ist aber auch schon weiter – die Angabe war nicht ganz eindeutig.
So, jetzt ins Bettchen… Verdauungsschlaf ist angesagt 🙂
Tag 34 – Wandern am Strom
Noch bevor mein Wecker heute klingelte, hörte ich immer wieder kurze Regenschauer.
Als der Regen vorbei war, bin ich raus, mich fertig machen und Frühstück vorbereiten. Man kann es sich denken: Kaffee und Marmeladenbrote :-).
Nachdem ich dann soweit mit allem fertig war, bin ich gegen 8h los..reichlich gesättigt und mit ebenso viel Proviant erstmal in Sandalen los. Eigentlich wollte ich ja schon ne Stunde früher.. aber was soll's :-). Proviant und Stiefel machten sich auf den Schultern bemerkbar.
Das mit dem Anhalter war ja eine nette Idee im Buch, aber die ersten Kilometer waren das nur Schotterpisten, Wald- und Graswege – keine Autos. Vielleicht hätte ich einen anderen Weg nehmen müssen anstatt den GR10… Irgendwann kam ich an eine Landstraße, auf der ich aber schon wieder nach ca. 500 Metern abbiegen musste. Dann ging es auf einem schmalen asphaltierten Weg weiter einen Berg hoch, hier hätte ich zumindest theoretisch dreimal die Chance gehabt – bin aber jedes Mal erst in Sicherheit gesprungen, als die Autos von hinten plötzlich um die Kurve angebraust kamen. Naja, da der Weg eigentlich ansonsten gut zu laufen war, entschloss ich mich, diesen auch weiter zu laufen. Ausserdem hatte ich ja auch reichlich gefuttert. Irgendwann ging der Weg dann in einen Fußweg über, der ziemlich lange entlang eines Stroms den Berg hoch führte. Hin und wieder sah ich dort Angler. Als der Weg schwieriger wurde, wechselte ich in die Wanderstiefel, die weitgehend trocken waren. So kurz nach 11h, man glaubt es kaum, machte sich mein Bauch bemerkbar – also Päuschen am Strom. Mal schauen, was ich Schönes bekomme – da waren 2 Äpfel und 2 von 4 doppelte Brote aus dem Lunchpaket – einmal mit Schinken, einmal mit Käse, yam lecker :-). Und nach etwas Schokolade sah die Welt noch schöner aus 😉 und weiter ging's. Wieder an stark bemoosten Bäumen vorbei, die zum Kuscheln einluden 🙂 bis in ein sehr schönes Tal und weiter den Berg hoch, wo mir 3 Männer entgegen kamen, die gerade den Weg mit neuen / frischen Zeichen markierten, zu meinem Ziel, der Cabane d'Aula. Und in der "Schatztruhe" hier ist tatsächlich Kaffee, eine Mokkakanne und Gas :-), aber kein Brenner 😮 – es gibt einen Herd, der müsste aber erstmal befeuert werden….hmmm…
Als ich bei meiner Ankunft die Cabane fotografierte, war da Nebel im Hintergrund, später als ich nochmal draußen war, waren die Berge zu sehen :-). Sehr schön hier :-).
35. Tag
Gestern Abend gab es noch Pferdebesuch :-). Es waren auch noch 3 Männer zum Übernachten in die Cabane gekommen.
In der Nacht hat es geregnet und es gab etwas Gewitter. Nach einem kurzen ersten Frühstück heute Morgen ging es erstmal gleich ordentlich in die Höhe. Beim Blick zurück sah ich, wie sich das Tal relativ schnell mit Wolken füllte.
Oben angekommen, gab es Frühstück Nr. 2 :-). Auch da kamen die Wolken plötzlich super schnell, waren kurz wieder weg und kamen wieder. Ich bin heute teilweise anstatt den Normalweg auf der Schotterpiste in Serpentinen runtergelaufen, war etwas länger aber dafür angenehmer zu gehen. Ich will meinen Bewegungsapparat etwas schonen. Heute habe ich als Etappenziel eine sehr schöne Gîte mit Bio Bauernhof angesteuert. Eigene Käserei, kleiner Lebensmittelverkauf mit offener Kasse….und leckerem kalten Apfelsaft :-). Hier gibt es auch diverse Tiere, ich habe schon Kühe, Ziegen, Hühner und eine Gans gesehen.
Das Ganze wird von einem Deutschen und einem Niederländer betrieben. Ein klein bisschen Internetempfang habe ich hier auch:-). Es kam hier gerade noch eine ältere Dame aus Deutschland an, die einen Teil des GR10 läuft. Sie ist 71 Jahre alt und kommt aus dem Allgäu, habe ich dann noch erfahren.
Gerade wird im Garten für das Abendessen "eingekauft", wird wohl sehr gesund werden 😉 – ich werde berichten…
Nachtrag zum 35. Tag
Ich sag nur: Hammer-Essen! 🙂
Die andere Dame aus Deutschland und ich waren alleine und hatten unser Dinner auf der Terrasse mit schönem Ausblick 🙂 20h bis fast 21.30h – und was soll ich sagen – ein 4-Gänge Menü der Extraklasse – das Beste, was mir bisher auf dem GR10 aufgetischt wurde. Super Qualität und reichlich, hohes Restaurant – Niveau.
3. August – 36. Tag
Als einzige Gäste haben Chlodette (schreibt man das so?), die ältere Dame aus dem Allgäu, und ich, nach dem gestrigen Abendessen, auch das heutige Frühstück voll auskosten können. Selbstgemachte Butter, Marmelade und Käse, Milch – hoffentlich von eigenen Kühen, Joghurt – nicht selbst gemacht, Brot – wohl auch nicht selbst gemacht, aber dafür sehr lecker und noch warm und schön knusprig, Müsli und natürlich Kaffee und Tee. Und 38 Euro für alles zusammen – bestes Preis-Leistungsverhältnis.
Gestartet sind wir dann zusammen gegen viertel vor 8h von 960 Höhenmeter zum Col de La Serra du Cot auf 1546 Meter Höhe. War ein ziemlich steiler Aufstieg. Wir kamen durch Wälder, in denen plötzlich Ruinen auftauchten, schätze ehemalige Höfe oder kleine Siedlungen.
Vom Col aus sind wir jeder für sich dann wieder weitergegangen Richtung Saint-Lizier d’Ustou runter auf 742 Höhenmeter, wo wir uns wieder trafen und bei einem kleinen Lebensmittelverkauf bei Campingplatz etwas Proviant kauften. Morgen ist Sonntag, aber glücklicherweise hat in dem Zielort der Lebensmittelladen geöffnet. Für die kommenden Etappen muss ich nämlich vorkaufen. Nach dem Einkauf ist wieder jeder für sich losgezogen, wieder relativ steil aufwärts, wir trafen uns dann nochmal bei einem Abzweig (1000 Höhenmeter) zu einer Unterkunft, die wir beide für heute ansteuern wollten (wir haben übrigens den gleichen GR10 Führer). Am Abzweig sah ich, dass die Unterkunft 40 Minuten den Berg runter vom GR10 entfernt war. Morgen müsste man den Weg dann wieder aufsteigen. Ich überlegte und entschied mich weiter zu laufen und irgendwo zu zelten, da dann erstmal keine Unterkunft kommt. Ich sah, dass es laut Buch auf dem übernächsten Col (Pass) eine Gastronomie gibt, die bis 16h geöffnet hat und da gibt’s Hamburger – ich habe ihn schon vor mir gesehen, zumal ich, man lese und staune, seit dem Frühstück nichts mehr gegessen hatte und es war schon um Mittag. Ich habe es mir kurz durchgerechnet – so 15/15.30h nach den vorliegenden Angaben. Also los zum ersten Col rauf auf 1387 Meter (teilweise hatte ich das Gefühl, ich müsste bald auf allen Vieren hochkrabbeln) und weiter auf 1618 Meter zum zweiten Col und der Auberge – ich wusste schon genau was ich wollte, Hamburger, Fritten und vielleicht eine Orangina 🙂 Doch Fehlanzeige – man gab mir zu verstehen, dass es schon kurz nach 15h ist und es kein Essen mehr gibt – nur Kuchen :-(. Nee.. ich wollte für meine zweite Tages-Mahlzeit schon was Richtiges. Also Selbstversorgung heute, habe ja genug. Und zelten werde ich in der Nähe der Auberge. Hier stehen schon einige Zelte, eine Privatveranstaltung eines Astrologievereins – und die haben richtig große Teleskope dabei – keine Ahnung, was es heute zu bestaunen gibt.
Schwierige Wegstrecke am 37. Tag
Letzte Nacht war hier einiges los, es kamen noch weitere Menschen zu der privaten Veranstaltung. Die meisten fuhren abends wieder weg, einige blieben und schliefen dort in Zelten und Autos.
Nach einem schnellen Frühstück mit Knäckebrot und Marmelade, ging’s für mich gegen viertel nach 7h los. Den Anfang der heutigen Etappe bin ich gestern ja spontan schon gelaufen. Geplant war es nicht, sondern eher die relativ lange Etappe zu kürzen, um am Zielort einiges erledigen zu können und auch um die Beine nicht, bei einem ziemlich anspruchsvollen Teilstück der Etappe, zu überlasten. Im Buch wurde ein Teil der Etappe als schwierig beschrieben und empfohlen diese bei Nässe nicht zu gehen, da man schon bei trockenen Verhältnissen gut aufpassen muss. Es wurden zwei Abkürzungen angegeben, von denen ich dann eine nehmen wollte. Da ich aber nun schon gestern den Anfang der Etappe hinter mich gebracht hatte, machte mir die Zeit weniger Sorgen, eher die Wegbeschreibung. Beim Loslaufen dachte ich mir, erstmal zum ersten, ggf. bis zum zweiten Abzweig für eine Abkürzung und dann schauen. Das Wetter war herrlich, wolkenlos. Und ich wollte die Etappe heute eigentlich möglichst komplett gehen, weil man dann auch zum Wasserfall Cascade d’Ars kommt.
Also dann los… an dem ersten Abzweig vorbei zum zweiten. Kurz überlegt und dann weiter auf dem GR10 und vorbei an dem Hinweisschild, wegen der möglichen Gefahr. Irgendwann kam mir ein Wanderer entgegen, mit dem ich ins Gespräch kam und fragte wie der weitere Weg sei. Er meinte bei einigen Stellen etwas aufpassen, ansonsten ok. Problematisch sei es wohl hauptsächlich bei Nässe. Beruhigter aber trotzdem vorsichtig und konzentriert ging es dann weiter und währenddessen kamen mit noch weitere Personen entgegen, meist mit leichtem oder gar keinem Gepäck. Ja, tatsächlich war mir dieser Teilabschnitt doch wohlgesonnen. Nichtsdestotrotz war es einer der bisher schwierigsten Pfade auf dem GR10, da es u. a. viel über Geröll und große Steine ging sowieso hohe Trittthöhen zu bewältigen waren, dabei ging es meist rauf oder runter. Nachdem ich das Warnschild nun am anderen Ende des Gefahrenabschnittes erreicht hatte, ging es noch erleichterter weiter, der Weg war allerdings genauso bescheiden. Aber wie heißt es…der Weg ist wie er ist, nicht wie du ihn willst ;-). Je weiter es nach unten ging, umso mehr Menschen kamen mir entgegen. Bald sah ich, dass die meisten Menschen wohl ein Plätzchen am Wasserfall bzw. dem Wasserstrom suchten, einige wollten aber auch noch weiter hoch zu einem See. Und wow… Ich muss immer wieder staunen, welche Wege die Menschen hier für ein Sonntagsspaziergang auf sich nehmen. An dem Strom war richtig viel los… mir waren das aber schon zu viel Menschen…
Irgendwann kam ich dann an meinem Etappenziel an, bin dort erst einkaufen gegangen - wow, knapp 50 Euro (aber glücklicherweise Sonntags offen) – und habe dann den Campingplatz angesteuert. In den nächsten Tagen gibt es keine Geschäfte, nur mal Refuges oder Restaurants. Beim Etappenziel aus dem Buch für morgen gibt es kein Essen und die beiden darauffolgenden Etappenziele sind unbewirtschaftete Cabanes. Ähnlich geht es dann erstmal weiter. Ich werde die Etappen evtl. anders laufen. Auf jeden Fall, schaue ich, was ich unterwegs an Sandwiches & Co ergattern kann. Erstmal habe ich ja Proviant, aber absichtlich nicht so viel, dass ich morgen gleich zusammenbreche (hoffe ich). Ich denke, es ist für mich besser, wenn ich weniger Essen mitschleppe und schaue, was ich unterwegs noch so bekomme. Anstatt unter dem Gewicht von mehr Essen schlapp zu machen oder mich zu quälen. Eigentlich habe ich noch Essen, dass ich für heute eingekauft hatte, bin aber eigentlich schon durch ;-). Soviel nochmal zum Thema „hungrig einkaufen“. Naja – vielleicht geht später noch ein bisschen was ;-). Ach nee, ich habe jetzt das eine Fertigessen, was ich aus der Kühltheke hatte, hier auf dem Campingplatz in den Froster geschmissen, das werde ich dann morgen irgendwann essen. So, bald ist Bettchen-Zeit :-). Morgen wird es wohl an die 30 Grad.
38. Tag – Biwak unter dem Himmelszelt
Wecken um 5.45 Uhr, langsam wach werden :-). Die Handwäsche-Klamotten von gestern waren noch nicht trocken – also Wechselsachen angezogen. Frühstück mit Kaffee (ich hatte ein paar Portionen Instantkaffee bei der Gîte mit dem Bio-Bauernhof gekauft, warmes Wasser gab es in der Waschküche des Campingplatzes), Nutella (in dem Lebensmittelladen gestern gab es Minigläser), Baguette, Schokomüsli und 1 Liter Milch. Das gefrorene Fertigessen fungierte auch gleichzeitig noch als Kühlakku – für Baguettes und vor allem Schokolade – letzteres ist, zumindest für mich, wichtig bei so einer Unternehmung :-). Bis ich dann mit allem fertig war, war es schon 7.30h und bis ich am Startpunkt war (der Campingplatz liegt am Ortseingang), war es schon 7.45h. Es ging im Gelenkschonenden Schneckentempo mit dem ganzen Proviant auf die Reise. Raus aus dem Ort an einer Infotafel zu Braunbären (Verhalten, etc.) Anfangs durch einen Wald, was sehr schön war, irgendwie Energiespendend und harmonisierend, es haben sich sogar ein paar Bäume von mir drücken lassen :-D. Dann weiter Schattenlos um ca. 1100 Höhenmeter nach oben auf 1933 Meter Höhe und im Anschluss zu einem am See gelegenen Refuge. Ein sehr schönes Tal mit einer ganzen Seengruppe). Im Refuge habe ich ein Sandwich gekauft und eines meiner gestern gemachten gegessen. Danach weiter – auf dem Plan standen noch 3,5-4 Std. Gehzeit. Es ging vorbei an den ersten beiden Seen, am dritten habe ich dann spontan entschieden – Schluss für heute. Es war so 16h und ich hatte vermutlich noch 2,5-3 Std. vor mir und der Akku war schon ziemlich leer. Eigentlich war geplant die heutige Etappe zu Ende zu gehen, da morgen auch wieder eine längerer Tag angesagt ist….aber es kommt dann auch wieder ein kurzer… ich versuche die Stunden relativ gleichmäßig auf die Tage aufzuteilen. Mal schauen. Auf jeden Fall bin ich dann mal ins kühle Nass gesprungen, habe mein Zelt und paar Klamotten noch etwas zum Trocknen ausgelegt und was gegessen. Ich habe vor heute unter freiem Himmel zu schlafen. Speziell für dat Triinchen gibt’s noch ein Wolkenfoto ;-).









































































