Heute Nacht war es ziemlich windig und heute Morgen hat Daniel feststellen müssen, dass sein Shirt angeknabbert wurde – anscheinend nächtlicher Pferdebesuch, er hatte einige Klamotten über Nacht draußen liegen.
Heutiges Zwischenziel war eine Skistation bei der wir mittags ankamen. Auf dem Weg dorthin gibt es eine Gabelung. Laut GR10 Führer wurde für eine Teilstrecke, die früher hart am Grat über schmale Pfade verlief, wegen Unfällen die Wegführung geändert. Nachdem wir heute Morgen losgelaufen sind, kam uns ein freundlicher französischer Wanderer entgegen, mit dem wir ins Gespräch kamen.
Er sagte uns, dass man diesen Weg gehen kann und er auch kürzer und schöner sei. Er sah eher Probleme mit Unfällen bei Touristen – weiss nicht in welche Kategorie er uns gesteckt hatte ;-). Also irgendwann kamen Daniel und ich an die besagte Stelle, die natürlich mit dem rot – weißen Kreuz markiert war – falscher Weg. Wir entschieden uns mal dort weiter zu laufen und zu sehen was da kommt. Irgendwann kamen wir dann an einem Warnschild an – es war jedoch kein Verbotsschild. Dann hatten wir nochmal überlegt und entschieden mal weiter zu gehen, anhalten und zurückgehen kann man ja immer noch. Der Pfad war tatsächlich teilweise sehr schmal usw., aber ich muss sagen, da gab es auf den bisherigen Etappen mindestens genauso gefährliche Stellen. Wir liefen den Weg durch und sahen dabei den neuen GR10 entfernt weiter unten im Zickzack verlaufend. Ich muss sagen, dass unser Weg überwiegend gar nicht übel war, zum Ende hin, als es über eine etwas höher bewachsene Steilwiese ging, war es etwas anstrengender, weil da kaum ein Pfad war. Der Weg traf sich dann wieder mit dem neuen GR10 und wir sahen einen bekannten Wanderer der parallel zu uns auf dem GR10 lief. Als die Wege sich wieder trafen, wies er uns auch nochmal auf die Unfälle hin. Verstehe tue ich es nicht, warum gerade dort soviel passiert ist.
Naja, wir kamen dann zur einer Skistation, da waren Hotels und Restaurants… aber anscheinend hatte nur ein Restaurant offen. Dies hatten wir gemeinsam angesteuert und dann gab's erstmal Pommes und anschließend Nutella – Crêpes (mit dem Crêpes hatte ich es spontan Daniel gleich getan) ….und eine Orangina für mich. Nach dem Essen gab es dann die Option ca. 1100 Höhenmeter und ca. 3 Std. nur bergab zu laufen oder mit der Bergbahn runter zu fahren. Da ich mehrere Empfehlungen für die Bergbahn von Wanderern erhielt, die meinten, dass man auf der Strecke nichts sehe und nur durch den Wald läuft und der Abstieg es dafür aber in sich hat, entschloss ich mich es wie der französische Wanderer zu tun und mit der Bergbahn zu fahren 🙂 Daniel wollte die 7 Km runterlaufen.
Gesagt – getan, ich habe dann schon mal im Gästehaus eingecheckt und einige Dinge erledigt. Irgendwann rief ich Daniel nochmal an und in dem Moment stand er schon unten im Eingangsbereich. Ich bin dann Abendessen und Proviant für 3 Tage einkaufen gegangen. Die nächste Einkaufsmöglichkeit soll es übermorgen in einem Laden für regionale Produkte geben. Dann wird es erstmal keinen richtigen Laden geben, evtl. einen kleinen Verkauf in einem Refuge. Ggf. muss ich aber auch schauen, ob ich die Gelegenheit bekomme, in einem Refuge zu essen und / oder ein Lunchpaket zu bekommen. Zu viel Essen möchte ich nämlich nicht mitschleppen… das ist dann schon Quälerei beim Auf- u. Abstieg.
So, jetzt ist schon wieder bald Schlafenszeit. Das ins Auge gefasste Ziel für morgen ist die Cabane de l'Arrique.
Monat: Juli 2019
Tag 28 – durch Wolken gelaufen
War mal wieder schön, in einem Bett zu schlafen und der ganze andere Komfort 🙂
Nach einem Frühstück auf dem Zimmer, starteten Daniel und ich gegen 7.45h in einen bewölkten Tag. Erstmal durch den Ort, der an sich schon einen Besuch wert ist. Los ging es in ca. 630 Meter Höhe…und schon bald aufwärts… und aufwärts…ziemlich anstrengend und langsam….ich kam ordentlich ins Schwitzen. Dann fing es an zu regnen, worauf ich dem Rucksack und mir erst einmal die Regensachen angezogen habe. Im Regen weiterlaufend ging es dann irgendwie schneller ;-). Irgendwann hörte dann auch der Regen auf. Kurze Rast in einem Ort auf 1200 Meter Höhe und Wasser auffüllen. Dann weiter Berg auf und rein in die Wolken….teilweise konnte ich Daniel gar nicht mehr vor mir sehen. Irgendwann waren wir vom Pfad abgekommen aber dank GPS und App sind wir durch eine irritierte Schafherde laufend dann wieder auf den GR10 gekommen. Ich weiß nicht, wie wir bei den vielen Pfaden und den spärlichen Markierungen in diesem Gebiet wieder dahin gefunden hätten. Wahrscheinlich hätten wir noch aufmerksamer sein müssen, bei anderen Wanderern klappt’s ja auch…Vielleicht haben die aber auch gute gedruckte Karten dabei.
Nicht nur, dass es wieder angefangen hat zu regnen, wir waren auch in der Nähe eines Gewitters. Aber glücklicherweise war es nicht direkt über uns, sondern immer irgendwo seitlich etwas entfernt. Irgendwann kamen wir dann endlich am höchsten Punkt des heutigen Tages, dem Pic de Bacanére an, auf 2193 Meter Höhe. Gleichzeitig waren wir dort auch genau auf der Grenze zwischen Spanien und Frankreich. Und nach Stunden weißer Dunst haben sich die Wolken, zumindest teilweise, verzogen und uns ein herrliches Bergpanoramo enthüllt – fantastisch.
Nach vielen Fotos sind wir wieder los marschiert Richtung Etappenziel in 1350 Meter Höhe – also Abstieg. Kurz nachdem wir am Absteigen war, kam heftiger Wind auf, wow – hat das gerüttelt, glücklicherweise drückte er am Steilhang Richtung Berg. Beim Schuhe binden hätte es mich beinahe umgeworfen – mit Rucksack. Eigentlich wäre ich auch gerne mal für kleine Königstiger… hab’s mir aber verkniffen, das wäre was geworden :-D. Als wir dann vom Grat auf der anderen Bergseite zwei bis drei Meter runtergelaufen sind, war urplötzlich Windstille und Ruhe – faszinierend. Dann Endspurt, die Füße taten schon weh, endlich kamen wir nach über 20Km und 9 Stunden an der Cabane an. Erstmal essen. Daniel hat es sich drin gemütlich gemacht, ich wollte lieber draußen im Zelt schlafen. Auf dem Foto mit dem Zelt, steht im Hintergrund die Cabane. Ich höre schon wieder Gewitter, hoffentlich bleibt es weg. Internetempfang habe ich hier keinen, also geht die Email frühestens morgen raus.
Tag 29 – gefährlichster Tag bisher
Die letzte Nacht hat es wieder angefangen zu regnen und das hat sich den ganzen Tag durchgezogen….8 Stunden im Regen gelaufen und meine tollen Gore-Tex Wanderstiefel waren ruckzuck wieder von innen nass :-( pffff….
Die Empfehlung im GR10 Führer war, bei Nässe einen Teilabschnitt über den alten anstatt den neuen GR10 zu gehen – wegen erhöhter Rutschgefahr.
Also ich kann sagen, der Abschnitt vor ein paar Tagen, der wegen Unfälle über eine neue Route umgeleitet wurde, war gegen das heute Ponyhof. Der Tag heute war für mich der gefährlichste bisher – vor allem bei Regen. Gut, dass wir zu zweit dir Etappe gelaufen sind. Er führte oft über sehr rutschige Steine, bin einige Male gerutscht bzw. hingefallen. Erschwerend war, dass es meist entweder runter oder hoch ging. Stellenweise auch mitten an einem Waldbodenabhang entlang oder diesen gerade hoch bzw. runter – keine Ahnung, ob das überhaupt noch der richtige Weg war. Irgendwann haben wir dann einfach nochmal die Bachseite gewechselt und sind nach Navigation Richtung Teilziel gelaufen. Durch den Regen waren die Wege manchmal Bäche…oder vielleicht führte der GR10 dort einfach auch im Bachbett entlang. Auf jeden Fall war ich sehr froh diesen Abstieg heil hinter mich bekommen zu haben :-). Es war ein Abstieg von 1350 Höhenmeter auf 543 Höhenmeter. In Fos angekommen, habe ich den im Buch erwähnten Regionalmarkt angesteuert – doch da war keiner. Ich habe einen Mann gefunden, der mir sagte, dass es diesen Markt nicht mehr gibt. Lebensmittelgeschäfte gibt es im Ort auch keine mehr. Er empfahl mir, was auch meine Überlegung war, es in dem Hotelrestaurant zu versuchen. Gesagt – getan. Und die machten nicht nur Sandwiches, sondern haben auch die Lage erkannt und einen – sehr überschaubaren – Lebensmittelverkauf eingerichtet. Da habe ich mich gleich etwas eingedeckt und bei der Gelegenheit die Zeit mit einem Café au lait überbrückt. Dann ging es weiter im Regen mit nassen Füßen in den Schuhen Richtung Tagesziel in 1855 Meter Höhe. Daniel ist irgendwann vorausgegangen als ich eine Essenspause eingelegt habe. Dieser Aufstieg hat sich sehr gezogen…Ich habe schon die Küchlein hochgezählt, die ich dann heute Abend verdrücken wollte… irgendwann war die Cabane endlich im Nebel zu sehen und ich erleichtert. Es kam noch ein französisches Pärchen hier an. Der junge Mann hatte mir einen Kaffee angeboten – das konnte ich nicht ausschlagen. – mir der Mokkakanne gemacht :-). Ich habe mein Zelt neben der Cabane aufgeschlagen, es ist kurz nach 19h und es regnet immer noch…irgendwie ist vieles nass… Zelt war sowieso schon… von innen musste ich es erstmal trocknen. Und ich bin auch bis auf die Unterwäsche nass…und habe Eisfüße, weil ich barfuß in Sandalen rumgelaufen bin. Zum Glück habe ich noch ein paar trockene Socken für heute Nacht. Jetzt müssen die Füße erstmal trocknen und auftauen. Morgen sollte das Wetter etwas besser werden…aber trotzdem noch Regen möglich sein. Ahhh…. die Füße tauen auf…schön 🙂 Internetempfang habe ich keinen, also geht die Email später raus. Morgen habe ich vor das Refuge Eylie d’en Haut anzusteuern – ob ich zelte oder da direkt übernachte, weiß ich noch nicht. Ich muss momentan schauen, dass ich bei jeder Gelegenheit Proviant aufnehme bzw. Essen zu mir nehme. Und Lademöglichkeiten für meine Akkus brauche ich auch wieder. Jetzt ist es gleich 20h, es ist kalt und ich muss mich jetzt ordentlich in den Schlafsack eingraben… Mütze habe ich schon auf. Hoffentlich muss ich heute Nacht nicht…ach heute habe ich die 500 km Marke überschritten…mehr als die Hälfte ist geschafft :-). Übermorgen bin ich schon 1 Monat unterwegs… wie die Zeit vergeht…
Kälteste Nacht bisher am 30. Tag
In der letzten Nacht hat es viel geregnet und es war so windig, dass sich der Wind im Zelt am Schlafsack bemerkbar gemacht hatte. Und es war eisig kalt, ich hatte mich schon ordentlich in den Schlafsack eingemümmelt und was noch trocken war angezogen, aber es war trotzdem immer wieder mal an irgendwelchen Stellen kalt. Ich bin oft wach geworden. Den Wecker hatte ich dann heute Morgen anscheinend überhört…hmmm.. Auf jeden Fall bin ich später aufgestanden und in die Cabane. Selbst dort konnte man meinen Atem sehen. Das war bestimmt einstellige Temperaturen und meine kälteste Nacht. Ich habe noch einen Kaffee von dem jungen Pärchen bekommen und dafür was Süßes da gelassen. Daniel hatte auch was bekommen, da ich seinen Gaskocher für den Kaffee benutzt hatte. Dann rein in nasse und kalte Schuhe und Socken und noch das Zelt abgebaut. Anschließenden musste ich mich erst nochmal aufwärmen. Geregnet hat es nicht mehr. Dann ging es trotzdem mit Regenmontur, langer Unterhose und Kapuzenjacke (zumindest dieser Kombination zum ersten Mal) los. Zunächst aufwärts auf 2176 Höhenmeter, dann wieder abwärts zu einem Refuge. Dort habe ich mir einen großen Café au lait gegönnt – ja auf dem Foto sieht man eine „Müslischale“ – daraus trinkt man hier nicht selten Kaffee. Dann habe ich mir noch 2 Sandwiches togo machen lassen. Die Temperatur und das Wetter wurden besser und ich konnte immer mehr Klamotten ausziehen. Irgendwann musste ich auch meine aufgeweichten Füße erlösen und in Sandalen wechseln. Weiter ging es dann runter zum Tagesziel auf 990 Meter Höhe, einer sehr schönen Gite. Hier habe ich das volle Programm, Halbpension und 2 Lunchpakete – die Versorgung in den nächsten Tagen ist ja eher mau. Meine Sachen konnte ich hier dann auch zum Trocknen aufhängen. Daniel zeltet heute in der Nähe. Ich freue mich schon auf das Essen :-)
Tag 31, 29.07. – 1 Monat vorbei
Die Nacht in Mehrbettzimmer war eigentlich ganz ok, obwohl es ziemlich voll war. Ich war der Erste, der aus den Federn ist, so gegen 05.30h und demnach beim Frühstück alleine – das ist schön, wenn man in Ruhe frühstücken kann 🙂 Der Essensraum war aber nicht in der Gite, sondern im oberen Ortsteil, wo die Betreiber wohnen – das sollten die einzigen beiden Personen sein, die noch in dem Ort fest wohnen.
Viertel nach 7h ging es dann für mich los. Als ich an Daniels Zeltplatz vorbeikam, war dieser schon weg. Ich habe ihn den ganzen Tag auch nicht gesehen, er wollte auch noch weiter als ich laufen, bis zu einem Refuge. Ich bin nach 9 Stunden und einigen Pausen an meinem Etappenziel angekommen – der Cabane du Trapech du Milieu. Ob ich drin schlafe oder Im Zelt weiß ich noch nicht. Internetempfang habe ich keinen.
Die Strecke heute hatte zwar nur 15,5 Km, aber dafür 2 Aufstiege, von 990 auf 1811 und dann runter auf 1100 und wieder hoch auf 1821, dann nochmal runter auf 1550 Höhenmeter. Ich musste meine Füße heute wieder aus den Schuhen befreien, nass waren sie zwar nicht mehr, aber Schweissfeucht und die Blasenstellen habe unangenehm gescheuert. Ausserdem hatte ich das Gefühl, die Füße brauchen etwas mehr Freiraum und Luft.
Heute lagen viele Hütten auf dem Weg, in einer habe ich eine längere Essenspause gemacht. Echt komisch, wenn man 100 Meter Wegstrecke vor einer Cabane ist, man sie aber nicht sieht. Bei der Cabane zur Mittagspause tauchte das Dach hinter einem Hügel erst bei ca. 50 Meter davor auf. Die Hütte war eigentlich ganz ok, hat mir noch besser gefallen als die bei der ich zum Etappenziel angekommen bin (die mit dem roten Dach). Werde aber wohl heute doch in der Hütte schlafen und nicht um Zelt.
Heute ist eine Schlange vor mir über den Weg gekrochen, bis ich meine Smartphone Kamera klar hatte, war sie aber schon weg.
Kaminfeuer am 32. Tag
Die Nacht in der Cabane war ganz ok, ich war alleine. Es waren noch 2 Männer hier, die haben aber gezeltet. Das Foto mit dem Schlafsack war von heute Morgen.
Als ich wach wurde und aus dem kleinen Fenster sah, war da erstmal nur weiß. Irgendwann lichtete sich dann der Nebel. Ich habe gefrühstückt und bin dann losgezogen. Das Gras war nass und meine Schuhe und Strümpfe nach kurzer Zeit auch :-(. Naja, hilft ja nichts… also so weiter…
Erstmal zu einer Gite, dort habe ich nach Sandwiches gefragt – Fehlanzeige. Aber ich habe dort Brot und je eine dicke Scheibe Käse und Schinken bekommen. Dann habe ich nach Frühstück gefragt. Es war da so eine Art kleines Buffet aufgebaut. Irgendwie hatte ich den Eindruck, daß ich notgedrungen frühstücken durfte..hatte vielleicht keinen guten Eindruck gemacht? :-D…..naja egal :-). Wurde auch nicht besser, als ich noch nach Brot gefragt hatte, dass leer wurde und nach warmer Milch :-D. Ich glaube Franzosen frühstücken nicht so viel wie Deutsche. Und ich habe ausgiebig gefrühstückt 😉 Irgendwann wurde dann angefangen, das Buffet abzuräumen :-D. Aber da war ich eh fertig und auch ausreichend gesättigt für den bevorstehenden Anstieg. Also los ging es….wieder rein in die Wolkensuppe…hat aber auch Gutes, man schwitzt bei dem Wetter weniger und manchmal ist es auch gut, wenn man gar nicht soweit sehen kann – z. B. bei langen Wegen oder noch weit entfernten Gipfeln. Lief eigentlich ganz gut heute, anstrengend war es trotzdem, aber ich habe mir einfach Zeit gelassen, dann ging es. Für meine strapazierten Glieder habe ich auch mal einen Gang runter geschaltet und werde das erstmal beibehalten. Deswegen werde ich auch die übernächste Etappe, die laut Buch über 30km und 13 Stunden sein soll, kürzen. Dort war eh die Möglichkeit erwähnt darin weniger schöne Teilstrecken über Asphalt per Anhalter oder Taxi zurückzulegen. Mal schauen.
Als mir heute ein junger Mann den Berg herunter entgegen kam, sagte er "Bon Courage" und, dass ich noch nicht nah bin, sondern ich noch weit entfernt sei, ca. 1,5 Std. 😮 l. Er meinte wohl bis zum Col. Abschließend sagte er noch "be brave" – na danke für das Gespräch 🙂
Also weiter….In ewigen Zickzacks den Berg hoch zum Col und an einem See vorbei, von dem ich leider nicht viel durch die Dunstsuppe gesehen habe – schien aber sehr klar gewesen zu sein. Irgendwann kam ich dann am frühen Nachmittag an der Cabane an, es war noch keiner da. Schöne und gepflegte Unterkunft. Und es gab einen Kamin und trockenes Holz – das musste aber erstmal gesägt werden. Also ran….und dann erstmal Schuhe, Klamotten und Sandro getrocknet und vor dem Feuer relaxt. Zum Abendessen gab es ein Sandwich, welches ich noch von einem Refuge hatte. Irgendwann kamen dann 2 durchnässte junge Frauen, die sichtlich erfreut über das Feuer waren. Dann liefen noch ein Pärchen und ein junger Mann ein. Alle trockneten erstmal ihre Sachen. Mal schauen wie das Wetter morgen wird. Ich hoffe, dass die Schuhe und Strümpfe morgen früh möglichst trocken sind. Man kommt hier über eine Leiter zum Schlafboden, wird wohl eng werden. Ich werde vermutlich morgen zuerst aufstehen, hoffentlich fühlt sich keiner genervt.
Kurze Strecke und wieder online am 33. Tag
So, gestern war ich als Erster in der Falle….konnte aber nicht einschlafen, weil die Mitbewohner die Cabane in eine Räucherkammer verwandelten 🙂 und der Rauch schön hoch auf den Schlafboden zog….Mein Glück war, dass es hier oben ein Fenster gab, was die Situation wenigstens etwas entschärfte, da etwas frische Luft reinkam. Trotzdem hat man die Rauchschwaden gesehen und deutlich und unangenehm wahrgenommen. Naja, aber so ist das halt an solchen Stellen und alles hat mal ein Ende :-). Als ich vorher noch gedacht hatte, dass könnte hier oben heute voll werden, hätte ich aber nie an sowas gedacht – das Pärchen ist wohl weiter gezogen. Aber ich traute meinen Augen nicht, als eine der beiden jungen Frauen anfing ihr – schätzungsweise 3-Mann Zelt – auf dem Schlafboden aufzubauen :-D. Erst dachte ich dann noch…hmmm….Vielleicht zum Trocknen oder….neee…sie baute das Teil tatsächlich auf, schaffte es dabei gerade so mich nicht mit den 4 Meter langen Gestängen aufzuspiesen – und das Zelt passte auch noch :-D. Und der andere Wanderer hatte sogar auch noch ein Plätzchen neben dem Zelt gefunden ;-). Wenn ich daran denke, muss ich mich immer noch vor lachen weghauen :-D.
Naja, nachdem dann gefühlte 100 Mal mit den Zelt-Reisverschlüssen gezippt wurde, das Gekichere langsam aufhörte und auch der Mann seinen Schlafplatz gefunden hatte, sank ich auch langsam in den Schlaf :-).
Heute Morgen bin ich dann wie vermutet als Erster auch wieder runter, habe etwas gegessen und dann in die doch leider noch nassen Strümpfe und Schuhe geschlüpft und dann los marschiert.
Auf dem Weg lag ein Bio-Bauernhof mit Gîte. Als ich dort einlief, war gerade der Besitzer draußen mit 2 Frauen am Erzählen und begrüßte mich und fragte, was er für mich tun kann. Ich fragte nach Kaffee und Proviant. Er sagte mir, dass ich in die Gîte gehen und mir dort gerne gegen eine Spende Kaffee machen kann, dort gäbe es auch Lebensmittel zu kaufen und eine Kasse, in die ich das Geld reinlegen könnte. Zuerst nahm er mich mit zu seinem Haus nebenan und schnitt mir ein Stück Brot und eine Scheibe Käse ab, nannte mir den Preis und sagte, ich könne das alles zusammen bezahlen und in die Kasse legen. Ich ging dann zur Gîte, in deren Küche sich gerade noch 3 weitere Personen aufhielten und habe mir erstmal Kaffee gekocht und ein paar Lebensmittel gekauft und hatte ein Kaffee – Plätzchen – Frühstück. Dort war auch ein junger Mann, der den GR10 ebenfalls komplett läuft und 5 Tage nach mir gestartet ist und auch schon einen Ruhetag hatte…ups :$…. 🙂
Naja, nach dem Frühstück habe ich bezahlt und bin zu meinem Etappenziel, einer Gîte mit Campingplatz bei Aunac, gestiefelt. Ich war auch recht früh da, habe den Betreiber angerufen, der auch eine Stunde später da war und mich einwies. Englisch sprach er zwar nicht, aber ging auch so.
Hier lüftete ich dann elmal ein paar verrauchte Sachen. Für Wäsche waschen ist es allerdings zu spät, wird nicht mehr trocken bis morgen … und Schuhe und Strümpfe….hmmm….habe die Schuhe mit Zeitungspapier ausgestopft und dann ging’s duschen.
Morgen wäre ja die Mammuttour angesagt… aber werde sie teilen und in/oder einer Cabane übernachten – vermutlich ohne Netzempfang. Ich versuche mal, wie im GR10 Führer vorgeschlagen, den Straßenabschnitt per Anhalter zu erledigen.
Heute gibt’s noch Abendessen in der Gîte, Frühstück aber dort eher nicht mehr, weil die so früh noch nicht soweit sind. Daniel ist vermutlich schon um einiges voraus, habe ihn nicht mehr gesehen.
Nachtrag zum 33. Tag
Triin! Ja, es geht wieder um Essen 🙂
Also ich hatte ja Halb-Pension für heute gebucht und war dann auch wie verabredet gegen kurz vor 19h vor Ort (kurzer Weg vom Campingplatz zur Gîte) auf der „Terrasse des Amis“. Der Betreiber fragte mich, ob ich schon essen wolle. Ja, wenn es von ihm aus ok wäre, gab ich zu verstehen.
Kurze Zeit später kam er mit einigen Scheiben Brot, einer großen Scheibe Leberwurst und einem Salatteller – ok, dann heute mal kaltes Abendessen, dachte ich und fing an. Ich war mir nicht ganz sicher, ob noch andere Personen kommen würden, denn ich war ganz alleine. Als ich beim dritten Brot war und der Salat auch schon gut die Hälfte weg geputzt war, hörte ich es bruzeln 😮 was da kommt noch was? Hmm.. Vielleicht gar nicht für mich. Ich machte mal die Teller leer und dann wurde mir auch schon ein Kotelett serviert….eine Schale gekochtes und angemachtes, an asiatische Küche erinnerndes, Gemüse und noch eine Schale Reis – na Mahlzeit! Wieso musste ich nachmittags auch noch was essen. Ok, ich arbeitete mich durch die leckeren Speisen und konnte bis auf etwas Reis klar Schiff machen – boah was ein Essen. Die Nachfrage nach mehr Gemüse, konnte ich dankend ablehnen. Aber das war noch nicht alles – erst dachte ich, da kommt ein Crêpes mit Marmelade – Fehlanzeige, es war eine Scheibe Käse mit Marmelade. Ok Sandro – du wolltest es – jetzt bekommst du es! Also habe ich das dann auch noch verspeist – die Kombination kannte ich noch nicht. Aber das war wohl der Abschluss – Käse und Süßes – geschafft. Dann sah ich plötzlich in unmittelbarer Nähe die Nachbarn – Großohrhasen wie Triin sagen würde und bin gleich rüber und habe mich vorgestellt – und rüberlaufen war schon ziemlich schwer mit soviel Essen im Bauch :-). Fällt doch gar nicht auf, wenn morgen einer fehlt – sehen ziemlich gleich aus :-). Nach einiger Konversation und gemeinsamen Fotos, habe ich mich wieder an den Tisch schaffen können, auf dem schon Gang 4 auf mich wartete. Ok – Eis, Sahne, geeiste Schokolade und Früchte konnte ich schlecht stehen lassen, oder? Nachdem ich auch diesen Gang hinter mir hatte, gab ich dem Betreiber zu verstehen, dass es sehr lecker war und ich sehr voll bin. Zeitweise dachte ich, ich sei bei der Sendung Man vs. Food – der Gewinner heute ist….naja…das bissel Reis….;-) Der Betreiber stellte mir noch die großzügigen gemachten Sandwiches und Äpfel für morgen hin und fragte nach Frühstück. Brot bejahte ich.. aber einfach nur Brot? Ich fragte nach Marmelade…und dann noch nach etwas Kaffeepulver… heißes Wasser gab es ja an den Waschbecken. Er verschwand und kam mit einem Tablett zurück auf dem ein großes Stück Brot, 2 Marmeladengläser mit jeweils etwas Marmelade und einer Kaffeepresskanne mit Kaffeepulver zurück. Ich gab ihm zu verstehen, dass es zu viel Brot sei. Da kam er mit 2 Stücken zurück, die insgesamt etwas kleiner waren – ok, den Rest nehme ich dann halt morgen mit auf Reise 🙂 .
Also, das war das erste Mal auf dieser Tour, dass es jemand geschafft, mich tatsächlich beim Abendessen überfressen zu können – anders kann man es nicht ausdrücken 😉 . Dieser Service war mir einen Fünfer Trinkgeld wert 🙂 Und alleine bekocht zu werden – cool :-). Echt klasse dieses Dinner – nur nächstes Mal würde ich hungrig hingehen 😉
Ah, Daniel hatte auf meine Email geantwortet. Wenn ich richtig verstanden habe, ist er gerade da, wo ich morgen hin will. Oder er ist aber auch schon weiter – die Angabe war nicht ganz eindeutig.
So, jetzt ins Bettchen… Verdauungsschlaf ist angesagt 🙂



























































