Heute hatte ich meinen 22. Tag auf dem GR10. Im Wanderführer wäre es die 20. Etappe gewesen – 2 Reservetage habe ich aufgebraucht. Hinter mir habe ich jetzt ca. 380 Km.
Auf dem Foto ist ein Automat für Backwaren – praktisch, aber leider leer 😉
zweiter Anlauf
Heute habe ich deutlich zu lange gebraucht um bis ans Ziel zu kommen. Lag vermutlich an dem vielen Proviant, dass ich eingekauft hatte und mit rumschleppen musste. War heute sehr anstrengend.
Letzte Nacht sind ziemlich oft Einsatzfahrzeuge mit Sirenen vorbeigefahren… wow… Irgendwann hörte es dann auf. Bevor ich um viertel nach 7h los ging, gab es noch Frühstück im Zelt – ein doppeltes Brot mit Käse und Schinken und O-Saft.
Als ich los ging, standen überall noch viele Caravans, Autos und Zelte in Sichtweite, da waren anscheinend auf manchen Plätzen ordentlich Tour de France Partys 😉
On der ersten Pause habe ich schonmal einen Couscous-Salat und einen Apfel vernichtet… Rucksack war immer noch schwer. Ok, nächste Pause dann nochmal ein doppeltes Brot mit Käse und Schinken. Als ich dann endlich auf dem Höchstpunkt für heute von knapp über 2500 Meter angekommen war, waren 4 Schoko-Croissants fällig – entweder Unterzuckerung oder das Belohnungszentrum war schuld 😉
Warum schleppe ich soviel davon rum? Die gab's nur im 8er Pack und ich hatte Lust drauf, waren aber auch nicht so groß. Dann ging's wieder runter und teilweise Kletterweise über große Steine…
Irgendwann später Nachmittag musste dann ein Fertigessen dran glauben – ich glaube, dass da war dann auch Frustessen mit dabei. Die Schale hatte ich zum Aufheizen oben am Rucksack befestigt – es gab Lachs und Reis.
Als ich dann endlich nach 12 Stunden an meinem Ziel war, gab es noch ein Fertigessen, so! Und das letzte Schoko-Croissants und ein Hanuta ging auch noch 🙂
Mal schauen wie das Gewicht morgen ist.
Heute schlafe ich in der Nähe des Sees Lac de l'Oule …Hier stehen auch noch noch andere Zelte. Waschen am Bach, Zelt aufbauen und organisieren. Das Zelt ging heute Morgen ja wieder nass in einer Tüte in den Rucksack… Irgendwie war der Rucksack von innen jetzt auch nass geworden… und die Luftmatratze auch…jetzt bin ich müde…Füße und Beine auch.. Gute Nacht 🙂
Auf speziellen Wunsch von Triin – Murmeltier :-). Der hier war nicht scheu und lief relativ nah vor mir rum. Sonst ist es schwer die Tierchen, die meist weiter weg sind, gut mit meiner Smartphone – Kamera auf’s Bild zu bekommen.
Auf einem Foto ist kein Murmeltier – nicht, dass Ihr Stundenlang sucht :-D.
Heute bin ich gegen 7.15h los gezogen. Der Weg war schon wesentlich angenehmer als gestern…bis es zum Abstieg kam. Das Gefälle sah anfänglich eigentlich gar nicht so stark aus. Beim Laufen habe ich es dann aber gemerkt, dass beim Abbremsen der Schritte die ganzen Kilos über meine Fusszehen vorne am Schuh rauswollen 😉 Naja ging dann irgendwie, bin langsam gelaufen und später habe ich in die Sandalen gewechselt :-). Bin sehr froh, dass ich zu Hause quasi noch in letzter Minute meine leichten Badelatschen gegen die schwereren Sandalen ausgetauscht hatte. Heute war es schon ziemlich heiss. Der Hochsommer ist wohl hier angekommen.
Kann man die Murmeltiere auf dem Foto erkennen? Ich weiß – schlechter Zoom 🙁
Ich bin heute wieder durch eine gehörnte Kuhherde gelaufen, so richtig kann ich die Tierchen noch nicht einschätzen, vor allem wenn Jungtiere dabei sind, und laufe mit gemischten Gefühlen da durch….wenn die einen fixieren…und es gibt hier auch richtig muskulöse Rassen.
Heute war ich nach 7 Std. an meinem Ziel, einem Campingplatz in Vielle-Aure. Und ganz in der Nähe ein großer Carrafour Supermarkt :-). Sehr schön aber auch gefährlich 😉 ich habe wieder zugeschlagen und bin immer noch am Vertilgen 🙂
Das nächste Etappenziel laut Buch wäre Germ. Falls ich dann noch fit bin, wollte ich noch so ca. 2 Std. weitergehen und irgendwo in den Bergen zelten. Es gibt auf der Strecke allerdings 2 Aufstiege / 1 Abstieg. Internetempfang werde ich dort evtl. keinen haben. Falls ich die 2 Std. noch dran hängen kann, werde ich auch die darauffolgende Etappe irgendwo in den Bergen verbringen, da ich dann wieder am Etappenziel aus dem Buch, Lac d‘ Oô, dran vorbeilaufen und irgendwann danach zelten will. Proviant hätte ich für die 2 Tage und evtl. gibt es auch noch eine Einkehrmöglichkeit, je nach Uhrzeit.
Heute gab’s nur Handwäsche, die einzige Waschmaschine war bis heute Abend ausgebucht.
Hier auf dem Campingplatz gibt’s einige Mobilhäuschen… Ich glaube, das muss ich auch mal ausprobieren 🙂
So…werde wohl noch etwas weiter essen…und dann ins Säckchen springen ah..dabei fällt mir ein, ich wollte doch noch einen Apfel kaufen.. naja, geht auch ohne, denke ich :-D.
Als ich gestern auf dem Campingplatz so vor meinem Zelt liege, steht plötzlich Daniel neben mir :-). Er hatte mich schon wieder eingeholt :-).
Heute sind wir zusammen gelaufen – mehr oder weniger ;-), ich war meistens einige Minuten hinter ihm, weil ich langsamer gelaufen bin und mehr Stops eingelegt habe.
Bei seinen Pausen haben wir uns dann wieder getroffen… oder er hat auf mich gewartet.
Heute war es wieder heiss.
Daniel hatte auch vor etwas weiter zu laufen, so sind wir noch ca. 2 Std. bei dem Etappenziel aus dem Wanderführer (Ort heißt Germ) weitergelaufen und kamen dann bei der Cabane d'Ourtiga an. Dies ist eine der schöneren Nothütten. Unten der Aufenthaltsraum mit Kamin, oben Schlafboden. Bis jetzt sind wir alleine.
In der Nähe gibt es ein Wasserstrom der sichtbar direkt von den dahinter liegenden Bergen herunterkommt und uns als Trinkwasser und Steh-Badewanne dient – lange kann man aber nicht drin stehen, sonst spürt man die Füße nicht mehr :-D. War aber eine herrlich erfrischende Katzenwäsche 🙂
Nachdem ich gut gegessen habe, werde ich auch bald schon in den Tiefschlaf fallen.
Daniel meinte, etwas weiter oberhalb der Hütte hatte er Internetempfang – das werde ich jetzt auch mal ausprobieren. Ansonsten geht die Email später raus.
Die Nacht in der Cabane war für mich etwas unruhig… Vielleicht lag es an der ungewohnten Schlafsituation….ich hatte auch das Gefühl, dass der Kopf tiefer als die Füße liegen… also der Boden abfällig ist.
Naja, ist mir immer noch lieber als ein Mehrbettzimmer voller Leute, vor allem wenn dann noch Fenster und Tür geschlossen sind.
Nach einem Müsli-Frühstück sind Daniel und ich losgezogen. Irgendwann habe ich ihn aus den Augen verloren. Zunächst ging’s mal ca. 500 Höhenmeter rauf…dabei mussten ein paar Heidelbeeren, die dort wuchsen, dran glauben….dann ging es wieder ca. 500 Höhenmeter runter. Als ich mittags am einem Art Imbiss-Laden vorbeikam, habe ich Pause gemacht, Daniel muss wohl weiter gelaufen sein. Für mich gab’s erstmal mein Lieblings-GR10-Getränk – Orangina 🙂 Sogar mit Eiswürfeln 🙂 Da musste noch ein Zweites sein ;-). Nach ca. 45 Minuten ging es weiter… vor mir lagen nochmal ca. 800 Höhenmeter Aufstieg. Irgendwann kam ich dann zu einem an einem Stausee gelegenen Refuge, etwas abseits vom GR10 – da musste ich mich nochmal mit einer Orangina belohnen :-). Und wie ich die so am schlabbern bin, sehe ich etwas weiter entfernt auf einer Treppe am GR10 eine Person sitzen, die Daniel hätte sein können. Das Gesicht konnte ich nicht erkennen. Ich entschloss mich schnell auszutrinken und zum GR10 zurückzukehren. Als ich allerdings an dieser Stelle ankam, war die Person nicht mehr da. Ich versuchte noch etwas Tempo zu geben, von Daniel war aber keine Spur zu sehen. Irgendwann kam ich zu einem Abzweig – entweder Richtung Refuge, in dessen Nähe wir zelten wollten, welches aber 10 Minuten vom GR10 entfernt ist oder auf dem GR10 weiterlaufen, bis eine geeignete Stelle kommt. Als ich mittags meine Pause beendet hatte und am loslaufen war, kam gerade ein bekannter Wanderer entgegen, der mit dann sagte, daß man am Refuge selbst nicht zelten kann, sondern noch 20 Minuten weiterlaufen muss.
Als ich am Abzweig dann so überlege, kommt gerade eine junge Frau aus der Gegenrichtung und fragt mich, ob sie mir helfen kann. Nachdem ich ihr sagte, dass ich einen Zeltplatz suche, empfahl sie mir zum Refuge zu laufen, dort am See könnte man zelten. Am GR10, meinte sie, wäre erst mal keine Möglichkeit. Also zum Refuge, sie wollte auch dort hin. Ich erfuhr, dass sie auch den kompletten GR10 läuft – nur aus der anderen Richtung. Am Refuge angekommen, sitzt Daniel da 🙂 Lange war er wohl noch nicht da. Meine SMS hatte er nicht bekommen. Die junge Frau fragte im Refuge nach, wo man am See zelten kann. Ihr wurde gezeigt wo, mit dem Hinweis wegen den Pferden aufzupassen – ich sollte noch erfahren, was das bedeutet. Essen gab es da keines für uns, da für heute dort 50 Gäste angemeldet sind und das Personal offenbar ausgelastet ist. Also dann Zelt aufgebaut, ein paar Bahnen im See geschwommen und das letzte Baguette-Sandwich und andere Kleinigkeiten vertilgt. Mittlerweile sind auch noch andere Camper eingetroffen. Als ich dann so im Zelt liege und ich ziemlich nahe Glocken und das Gehen von schweren Tieren höre, schaue ich raus und war von Pferde-Fohlen belagert. Es war eine Pferde-Gruppe, die hier bei den Zelten graste. Offenbar war das Gras um die Zelte herum besonders wohlschmeckend 🙂 Besonders eines der Fohlen, war sehr hartnäckig und kannte keine Scheu, selbst wegschubsen beeindruckte es nicht – das freche Ding knabberte weiter an meinem Zelt :-). Als es dann schon sichtlich Spuren hinterließ, aber Gott sei dank noch nicht die Zeltplane durchgebissen hatte, wurde ich energischer und konnte es schließlich überzeugen, sich ein anderes Opfer zu suchen :-). Für morgen habe ich für Daniel und mich Übernachtungsmöglichkeiten in einer Gite gebucht. Es ist ein größerer Ort und wir müssen Proviant einkaufen, da es auf den nächsten Etappen dürftig ist mit einkaufen. Dann ist es gut, wenn wir gleich einchecken, essen und in der Nähe einkaufen können. Ausserdem können wir dort dann vermutlich auch wieder unsere Akkus aufladen. Die nächsten Etappen werden voraussichtlich wieder bei Nothütten enden – da gibt es maximal Wasser in der Nähe.
So, jetzt ist Schlafenszeit 🙂
Heute Nacht war es ziemlich windig und heute Morgen hat Daniel feststellen müssen, dass sein Shirt angeknabbert wurde – anscheinend nächtlicher Pferdebesuch, er hatte einige Klamotten über Nacht draußen liegen.
Heutiges Zwischenziel war eine Skistation bei der wir mittags ankamen. Auf dem Weg dorthin gibt es eine Gabelung. Laut GR10 Führer wurde für eine Teilstrecke, die früher hart am Grat über schmale Pfade verlief, wegen Unfällen die Wegführung geändert. Nachdem wir heute Morgen losgelaufen sind, kam uns ein freundlicher französischer Wanderer entgegen, mit dem wir ins Gespräch kamen.
Er sagte uns, dass man diesen Weg gehen kann und er auch kürzer und schöner sei. Er sah eher Probleme mit Unfällen bei Touristen – weiss nicht in welche Kategorie er uns gesteckt hatte ;-). Also irgendwann kamen Daniel und ich an die besagte Stelle, die natürlich mit dem rot – weißen Kreuz markiert war – falscher Weg. Wir entschieden uns mal dort weiter zu laufen und zu sehen was da kommt. Irgendwann kamen wir dann an einem Warnschild an – es war jedoch kein Verbotsschild. Dann hatten wir nochmal überlegt und entschieden mal weiter zu gehen, anhalten und zurückgehen kann man ja immer noch. Der Pfad war tatsächlich teilweise sehr schmal usw., aber ich muss sagen, da gab es auf den bisherigen Etappen mindestens genauso gefährliche Stellen. Wir liefen den Weg durch und sahen dabei den neuen GR10 entfernt weiter unten im Zickzack verlaufend. Ich muss sagen, dass unser Weg überwiegend gar nicht übel war, zum Ende hin, als es über eine etwas höher bewachsene Steilwiese ging, war es etwas anstrengender, weil da kaum ein Pfad war. Der Weg traf sich dann wieder mit dem neuen GR10 und wir sahen einen bekannten Wanderer der parallel zu uns auf dem GR10 lief. Als die Wege sich wieder trafen, wies er uns auch nochmal auf die Unfälle hin. Verstehe tue ich es nicht, warum gerade dort soviel passiert ist.
Naja, wir kamen dann zur einer Skistation, da waren Hotels und Restaurants… aber anscheinend hatte nur ein Restaurant offen. Dies hatten wir gemeinsam angesteuert und dann gab's erstmal Pommes und anschließend Nutella – Crêpes (mit dem Crêpes hatte ich es spontan Daniel gleich getan) ….und eine Orangina für mich. Nach dem Essen gab es dann die Option ca. 1100 Höhenmeter und ca. 3 Std. nur bergab zu laufen oder mit der Bergbahn runter zu fahren. Da ich mehrere Empfehlungen für die Bergbahn von Wanderern erhielt, die meinten, dass man auf der Strecke nichts sehe und nur durch den Wald läuft und der Abstieg es dafür aber in sich hat, entschloss ich mich es wie der französische Wanderer zu tun und mit der Bergbahn zu fahren 🙂 Daniel wollte die 7 Km runterlaufen.
Gesagt – getan, ich habe dann schon mal im Gästehaus eingecheckt und einige Dinge erledigt. Irgendwann rief ich Daniel nochmal an und in dem Moment stand er schon unten im Eingangsbereich. Ich bin dann Abendessen und Proviant für 3 Tage einkaufen gegangen. Die nächste Einkaufsmöglichkeit soll es übermorgen in einem Laden für regionale Produkte geben. Dann wird es erstmal keinen richtigen Laden geben, evtl. einen kleinen Verkauf in einem Refuge. Ggf. muss ich aber auch schauen, ob ich die Gelegenheit bekomme, in einem Refuge zu essen und / oder ein Lunchpaket zu bekommen. Zu viel Essen möchte ich nämlich nicht mitschleppen… das ist dann schon Quälerei beim Auf- u. Abstieg.
So, jetzt ist schon wieder bald Schlafenszeit. Das ins Auge gefasste Ziel für morgen ist die Cabane de l'Arrique.
War mal wieder schön, in einem Bett zu schlafen und der ganze andere Komfort 🙂
Nach einem Frühstück auf dem Zimmer, starteten Daniel und ich gegen 7.45h in einen bewölkten Tag. Erstmal durch den Ort, der an sich schon einen Besuch wert ist. Los ging es in ca. 630 Meter Höhe…und schon bald aufwärts… und aufwärts…ziemlich anstrengend und langsam….ich kam ordentlich ins Schwitzen. Dann fing es an zu regnen, worauf ich dem Rucksack und mir erst einmal die Regensachen angezogen habe. Im Regen weiterlaufend ging es dann irgendwie schneller ;-). Irgendwann hörte dann auch der Regen auf. Kurze Rast in einem Ort auf 1200 Meter Höhe und Wasser auffüllen. Dann weiter Berg auf und rein in die Wolken….teilweise konnte ich Daniel gar nicht mehr vor mir sehen. Irgendwann waren wir vom Pfad abgekommen aber dank GPS und App sind wir durch eine irritierte Schafherde laufend dann wieder auf den GR10 gekommen. Ich weiß nicht, wie wir bei den vielen Pfaden und den spärlichen Markierungen in diesem Gebiet wieder dahin gefunden hätten. Wahrscheinlich hätten wir noch aufmerksamer sein müssen, bei anderen Wanderern klappt’s ja auch…Vielleicht haben die aber auch gute gedruckte Karten dabei.
Nicht nur, dass es wieder angefangen hat zu regnen, wir waren auch in der Nähe eines Gewitters. Aber glücklicherweise war es nicht direkt über uns, sondern immer irgendwo seitlich etwas entfernt. Irgendwann kamen wir dann endlich am höchsten Punkt des heutigen Tages, dem Pic de Bacanére an, auf 2193 Meter Höhe. Gleichzeitig waren wir dort auch genau auf der Grenze zwischen Spanien und Frankreich. Und nach Stunden weißer Dunst haben sich die Wolken, zumindest teilweise, verzogen und uns ein herrliches Bergpanoramo enthüllt – fantastisch.
Nach vielen Fotos sind wir wieder los marschiert Richtung Etappenziel in 1350 Meter Höhe – also Abstieg. Kurz nachdem wir am Absteigen war, kam heftiger Wind auf, wow – hat das gerüttelt, glücklicherweise drückte er am Steilhang Richtung Berg. Beim Schuhe binden hätte es mich beinahe umgeworfen – mit Rucksack. Eigentlich wäre ich auch gerne mal für kleine Königstiger… hab’s mir aber verkniffen, das wäre was geworden :-D. Als wir dann vom Grat auf der anderen Bergseite zwei bis drei Meter runtergelaufen sind, war urplötzlich Windstille und Ruhe – faszinierend. Dann Endspurt, die Füße taten schon weh, endlich kamen wir nach über 20Km und 9 Stunden an der Cabane an. Erstmal essen. Daniel hat es sich drin gemütlich gemacht, ich wollte lieber draußen im Zelt schlafen. Auf dem Foto mit dem Zelt, steht im Hintergrund die Cabane. Ich höre schon wieder Gewitter, hoffentlich bleibt es weg. Internetempfang habe ich hier keinen, also geht die Email frühestens morgen raus.
Die letzte Nacht hat es wieder angefangen zu regnen und das hat sich den ganzen Tag durchgezogen….8 Stunden im Regen gelaufen und meine tollen Gore-Tex Wanderstiefel waren ruckzuck wieder von innen nass :-( pffff….
Die Empfehlung im GR10 Führer war, bei Nässe einen Teilabschnitt über den alten anstatt den neuen GR10 zu gehen – wegen erhöhter Rutschgefahr.
Also ich kann sagen, der Abschnitt vor ein paar Tagen, der wegen Unfälle über eine neue Route umgeleitet wurde, war gegen das heute Ponyhof. Der Tag heute war für mich der gefährlichste bisher – vor allem bei Regen. Gut, dass wir zu zweit dir Etappe gelaufen sind. Er führte oft über sehr rutschige Steine, bin einige Male gerutscht bzw. hingefallen. Erschwerend war, dass es meist entweder runter oder hoch ging. Stellenweise auch mitten an einem Waldbodenabhang entlang oder diesen gerade hoch bzw. runter – keine Ahnung, ob das überhaupt noch der richtige Weg war. Irgendwann haben wir dann einfach nochmal die Bachseite gewechselt und sind nach Navigation Richtung Teilziel gelaufen. Durch den Regen waren die Wege manchmal Bäche…oder vielleicht führte der GR10 dort einfach auch im Bachbett entlang. Auf jeden Fall war ich sehr froh diesen Abstieg heil hinter mich bekommen zu haben :-). Es war ein Abstieg von 1350 Höhenmeter auf 543 Höhenmeter. In Fos angekommen, habe ich den im Buch erwähnten Regionalmarkt angesteuert – doch da war keiner. Ich habe einen Mann gefunden, der mir sagte, dass es diesen Markt nicht mehr gibt. Lebensmittelgeschäfte gibt es im Ort auch keine mehr. Er empfahl mir, was auch meine Überlegung war, es in dem Hotelrestaurant zu versuchen. Gesagt – getan. Und die machten nicht nur Sandwiches, sondern haben auch die Lage erkannt und einen – sehr überschaubaren – Lebensmittelverkauf eingerichtet. Da habe ich mich gleich etwas eingedeckt und bei der Gelegenheit die Zeit mit einem Café au lait überbrückt. Dann ging es weiter im Regen mit nassen Füßen in den Schuhen Richtung Tagesziel in 1855 Meter Höhe. Daniel ist irgendwann vorausgegangen als ich eine Essenspause eingelegt habe. Dieser Aufstieg hat sich sehr gezogen…Ich habe schon die Küchlein hochgezählt, die ich dann heute Abend verdrücken wollte… irgendwann war die Cabane endlich im Nebel zu sehen und ich erleichtert. Es kam noch ein französisches Pärchen hier an. Der junge Mann hatte mir einen Kaffee angeboten – das konnte ich nicht ausschlagen. – mir der Mokkakanne gemacht :-). Ich habe mein Zelt neben der Cabane aufgeschlagen, es ist kurz nach 19h und es regnet immer noch…irgendwie ist vieles nass… Zelt war sowieso schon… von innen musste ich es erstmal trocknen. Und ich bin auch bis auf die Unterwäsche nass…und habe Eisfüße, weil ich barfuß in Sandalen rumgelaufen bin. Zum Glück habe ich noch ein paar trockene Socken für heute Nacht. Jetzt müssen die Füße erstmal trocknen und auftauen. Morgen sollte das Wetter etwas besser werden…aber trotzdem noch Regen möglich sein. Ahhh…. die Füße tauen auf…schön 🙂 Internetempfang habe ich keinen, also geht die Email später raus. Morgen habe ich vor das Refuge Eylie d’en Haut anzusteuern – ob ich zelte oder da direkt übernachte, weiß ich noch nicht. Ich muss momentan schauen, dass ich bei jeder Gelegenheit Proviant aufnehme bzw. Essen zu mir nehme. Und Lademöglichkeiten für meine Akkus brauche ich auch wieder. Jetzt ist es gleich 20h, es ist kalt und ich muss mich jetzt ordentlich in den Schlafsack eingraben… Mütze habe ich schon auf. Hoffentlich muss ich heute Nacht nicht…ach heute habe ich die 500 km Marke überschritten…mehr als die Hälfte ist geschafft :-). Übermorgen bin ich schon 1 Monat unterwegs… wie die Zeit vergeht…
In der letzten Nacht hat es viel geregnet und es war so windig, dass sich der Wind im Zelt am Schlafsack bemerkbar gemacht hatte. Und es war eisig kalt, ich hatte mich schon ordentlich in den Schlafsack eingemümmelt und was noch trocken war angezogen, aber es war trotzdem immer wieder mal an irgendwelchen Stellen kalt. Ich bin oft wach geworden. Den Wecker hatte ich dann heute Morgen anscheinend überhört…hmmm.. Auf jeden Fall bin ich später aufgestanden und in die Cabane. Selbst dort konnte man meinen Atem sehen. Das war bestimmt einstellige Temperaturen und meine kälteste Nacht. Ich habe noch einen Kaffee von dem jungen Pärchen bekommen und dafür was Süßes da gelassen. Daniel hatte auch was bekommen, da ich seinen Gaskocher für den Kaffee benutzt hatte. Dann rein in nasse und kalte Schuhe und Socken und noch das Zelt abgebaut. Anschließenden musste ich mich erst nochmal aufwärmen. Geregnet hat es nicht mehr. Dann ging es trotzdem mit Regenmontur, langer Unterhose und Kapuzenjacke (zumindest dieser Kombination zum ersten Mal) los. Zunächst aufwärts auf 2176 Höhenmeter, dann wieder abwärts zu einem Refuge. Dort habe ich mir einen großen Café au lait gegönnt – ja auf dem Foto sieht man eine „Müslischale“ – daraus trinkt man hier nicht selten Kaffee. Dann habe ich mir noch 2 Sandwiches togo machen lassen. Die Temperatur und das Wetter wurden besser und ich konnte immer mehr Klamotten ausziehen. Irgendwann musste ich auch meine aufgeweichten Füße erlösen und in Sandalen wechseln. Weiter ging es dann runter zum Tagesziel auf 990 Meter Höhe, einer sehr schönen Gite. Hier habe ich das volle Programm, Halbpension und 2 Lunchpakete – die Versorgung in den nächsten Tagen ist ja eher mau. Meine Sachen konnte ich hier dann auch zum Trocknen aufhängen. Daniel zeltet heute in der Nähe. Ich freue mich schon auf das Essen :-)