Am 14. Tag ordentlich Höhenmeter, wandern am Abgrund, Berg-Konzert, Pferde -Pool, Nacht am Bergsee

Ja, die Berge werden höher… heute ging's auf und auf und auf….bis auf max. 2185m. Dabei ging es auf der "Chemin de la Mâture", einem in den Fels gemachten Weg entlang einer fast senkrecht hunderte Meter abfallenden Flanke einer Schlucht – sehr beeindruckend.

Ruhepäuschen musste ich vor einer sehr schönen Bergkulisse machen, vor der mich ein Konzert von Kuhglocken tatsächlich in einen Sekundenschlaf wiegte. 🙂

Danach kam ich an einem kleinen, ja sagen wir mal Bergteich, vorbei, in dem Pferde planschten.

Meine heutige Wanderetappe beende ich an einem Bergsee mit Refuge, an dem ich zelte.
Internetempfang habe ich hier keinen, daher geht die Blog-Email frühestens morgen raus.

Schon der 15. Tag, Rückblick auf gestern

Ei, ei,  war das gestern ein schöner Feierabend am Bergsee. Herrliches Wetter,  schönes Ambiente, Streichelbedürftige Pferde….und Tiefenentspannung. Ich war sogar kurz im See, sehr kurz,  so einen Schwimmzug – das hat schon gereicht.  🙂
Im Refuge hatte ich ein Omelett gegessen und noch zwei Sandwiches für heute. Als ich zum Zelt gegangen bin habe ich einen Patou mit seiner Schafherde gesehen und dann, dass da Pferde um mein Zelt standen 🙂
Später kam die Schafherde mit dem Patou nicht weit entfernt vorbeigelaufen und als abendliches Fernsehprogramm hatte ich direkt vor meinem Zelt Pferde vor schönem Panorama grasen und vorbeiziehen.
Die schöne Ruhe war mit der Ankunft einer Frau mit Esel und zwei Kinder nicht mehr ganz gegeben, aber jo..  So ist es eben 😉
Als ich kurz vor 22h nochmal aus dem Zelt bin, war vor mir der Berg „Pic du Midi d’Ossau“ erleuchtet und spiegelte sich im See, seeehr schön 🙂 D
Die Nacht war kalt, aber ich habe ja mein „Winterpaket“ mit dabei 😉 Nicht ganz Winter aber für kühlere Nächte.
Für heute werde ich noch was posten,  weiss nur nicht wann. Habe heute vor in den Bergen zu übernachten, in oder bei einer Nothütte, Cabane de Cézy. Dort werde ich vermutlich wieder kein Internet haben.

Was noch so am 15. Tag geschah

Ui, heute Morgen bin ich doch glatt nochmal eingeschlafen, nachdem das Smartphone mich geweckt hatte 🙂 Naja, egal – Termin hatte ich ja keinen, ich möchte eigentlich nur nicht tagsüber so viel in der Hitze laufen.

Also los ging es dann nach ein paar schnellen Kalorien im Zelt so kurz vor 7h.
Zuerst nach Gabas, das wäre laut Buch das gestrige Ziel gewesen. Nach ca. 3 Stunden war ich dort und wollte Proviant auffüllen. Gestern hatte ich mir ja zwei Sandwiches in dem Refuge machen lassen. Dort waren es mit Toastscheiben gemachte, sonst eher mit Baguettebrot. Die waren jetzt nicht unbedingt die Sattmacher und wegen der Lage auch relativ teuer. Eines hatte ich gestern Abend, das andere heute Morgen verspeist.

Der GR10 verlief irgendwo vor Gabas dann auf einer Straße mit Serpentinen und ohne Gehweg – ok, stimmt nicht ganz, eine Mauer, die ab und zu die Straße begleitete, war vermutlich der Gehweg – die habe ich auch gerne in Anspruch genommen – wenigstens etwas 🙂
Zuerst kam ich in dann Gabas an einem kleinen Laden vorbei, der hat aber erst heute Nachmittag geöffnet. Dann steuerte ich ein Hotel mit Café-Restaurant an, dort sagte man mir, dass man keine Sandwiches habe….mache….hmmm… Konnte ich nicht glauben, aber ok. Er sagte mir, ich solle zu dem Laden gehen (der zu hatte) und irgendwo klopfen. Also wieder zurück gedackelt und an zwei Klingeln geklingelt und auch geklopft – nix.
Der Ort war klein, eine Möglichkeit, die ich noch sah, war ein offen stehendes Café -Restaurant. Dort sagte mir ein älteres Mütterchen nach Rücksprache mit vermutlich ihrer Tochter, dass sie kein Brot haben und ich zum Laden gehen soll 😮 Nachdem ich erklärte, dass der Laden zu hat, gab es dann doch irgendwann Baguette-Sandwich für mich – vermutlich sah ich verzweifelt aus und bin auch erstmal stehen geblieben 😉 Die Gelegenheit ausnutzend, habe ich gleich zwei bestellt – je mit Schinken und Käse, da ich heute ja an einer Nothütte ohne Essensversorgung übernachte, brauche ich ausreichend Kalorien, die auch bis morgen zum Etappenziel ausreichen, wenn schon denn schon 🙂
Und günstig waren sie auch, top. Noch da Wasser auffüllen lassen und weiter ging's.

Heute gab es wieder einen Abschnitt mit einem durch ein Seil gesicherten schmalen Weg an einer Felswand entlang. Dabei überholten mich eine Gruppe mit Oberkörper freien und Helm bekleideter Männer – also Hosen hatten die auch an. Später sah ich, wie sie sich Schwimmanzüge anzogen – irgendwas hatten die da wohl oben an dem Wasserfall vor, schwimmen, runter rutschen…? Keine Ahnung.

Irgendwann kam ich dann an meinem selbstbestimmten Tagesziel an, der Cabane Cézy, einer Nothütte in den Bergen, ganz in der Nähe einer kleinen Käserei, von denen es hier einige gibt. Etwas später kam noch ein Paar, welches ich von einer vorherigen Unterkunft kenne und dann kam noch ein Mann. Mein Zelt habe ich neben der Cabane aufgeschlagen, sollte es Unwetter geben, was heute Abend evtl. sein könnte, werde ich in das Steinhaus flüchten.
Murmeltiere habe ich auch heute gehört, aber keine gesehen.
Wie vermutet gibt es hier kein Internetempfang – nicht nicht mal Telefonnetz, also geht die Email morgen raus. So jetzt noch auf Zecken checken (eine hatte ich die Tage schon zwischen den Fußzehen entfernen müssen) und dann ab ins Säckchen 😉

Schneewanderung am 16. Tag

Gewitter gab es glücklicherweise keins letzte Nacht, nur ein paar Windböen hatte ich mitbekommen.
Heute morgen bin ich kurz vor 6h los, allerdings war es ziemlich neblig und auch noch düster,  so dass ich noch nicht mal den in ca. 250 Meter von der Hütte befindlichen Zuweg zum GR10 gefunden habe. Wenn ich den schon nicht gleich finde, dann warte ich lieber und bin wieder zur Hütte zurück. Gegen 7h war zwar nicht erheblich weniger Nebel, aber wenigstens schon heller und man konnte etwas weiter sehen – also los dann mit aufmerksamen Blicken vor und zurück.
Die Etappe Gabas – Gourette ist dievhöchste und anstrengenste in den Prénées-Atlantiques (die sind nochmal unterteilt in Pays Basque und Béarn), deswegen hatte ich sie auch geteilt, und wegen der Nacht am See. Die morgige Etappe führt mich in  die Hautes-Pyrénées, den ersten Teil der Pyrénées-Centrales.

Die heutige, überwiegend im Nebel verlaufende 6-stündige Etappe, hatte es schon in sich. Es ging hoch auf 2465 Meter, teilweise sehr steil. Je höher es ging, desto öfter musste ich kurz anhalten, entspannen und Luft schnappen.

Heute stellte sich wieder raus, was ich schon in den letzten Tagen bemerkt hatte, nämlich dass Wasser in meine Schuhe kommt. Ich lief durch nasses Gras und hatte das Gefühl,  das Wasser kommt irgendwie oben rein durch das Leder. Die Schuhe sind ja erst etwas über eineinhalb Jahre und von einem namhaften Hersteller. Ich hatte mir extra Gore-Tex ausgesucht und diese nochmal vor der Reise gewaxt und Sprühimpregniert – vielleicht nicht genug… Ich bin den größten Teil der Etappe in richtig nassen Stiefeln gelaufen – entsprechend sahen dann meine Füße aus. Ob die Schuhe und Strümpfe heute noch trocken werden? Ich versuchen als erstes mal Wachs zu bekommen und schaue, ob ich die Stiefel damit dicht bekomme. Ungern würde ich jetzt neue Stiefel kaufen wollen.

Doch zurück zu GR10 und positiven Erlebnissen 🙂 Mir sind innerhalb einer relativ kurzen Strecke 5 Salamander über den Weg gelaufen 🙂 Und es war nicht der gleiche 😉
Und ich habe Murmeltiere gesehen,  aber öfters gehört. Heute standen auch Überquerungen von Wasserströmen und Schneefeldern auf dem Programm. Tolle Fotos von 2465 Meter Höhe waren aufgrund des Nebels nicht drin.

Da oben gab es aber wieder eine Nothütte, in der 6 Jungs übernachtet hatten. Ein GR10ler, der mir entgegenkam, sagte mir, dass er vom Mittelmeer Richtung Atlantik läuft, weil er nicht gerne der Sonne entgegen läuft. Er gab mir auch noch ein paar Infos und Tipps für die nächsten Stationen.
Unterwegs habe ich an einem Quellfluss noch Wasser aufgefüllt und kurz vor Gourette noch in einem der vom Berg herunter kommenden Wasserströme Katzenwäsche gemacht und dann rein in den Touristenort, in dem noch nicht so richtig die Saison angefangen hat. Die meisten Unterkünfte sollten noch zu haben.
Bei der Touristeninfo sagte man mir, dass ich dort im angrenzenden Gebäude duschen könnte, ein Service für GR10ler – toll. Das habe ich dann später auch getan. Aber erstmal Zeltplatz suchen, was aufgrund der Steillage der dafür in Frage kommenden Wiesen, nicht ganz einfach war. Danach einkaufen und ordentlich Kalorien reinhauen und Baguettes für morgen vorbereiten.

Hier im Ort habe ich mir auch Ersatz für meine undichte Regenjacke gekauft (ist auch schon mindestens 8 Jahre alt), es gab aber nur Ponchos – na gut – besser als nass zu werden. Nur mit den Stiefeln – die hatten im Sportwagen nur Imprägnierspray und ich glaube das reicht nicht. Will hoffen, dass sie morgen nicht gleich wieder so nass werden. Momentan sind sie innen aber auch noch feucht 🙁

Heute hatte ich meine ersten Fertigmenüs ohne warm gemacht – und ich muss sagen, gar nicht so übel. Eins im Plastikteller mit Fleisch in leckerer Soße und Gemüse, und dann noch eins aus der Dose mit etwas, das mich an Klöße erinnert, in einer Soße – nicht ganz so gut, aber ging. So jetzt werde ich langsam müde…. Muss mich mal langsam Bettfertig machen 🙂

9 Stunden Tag am 17. Tag

Wie erwartet waren Schuhe und Socken heute Morgen noch nass. Habe zwar noch ein zweites Paar Socken, macht aber keinen Sinn, die für die nassen Schuhe zu nehmen. Also auf in die Sandalen und los. Erstmal ins Zentrum, es war so 7.30h und ich musste eigentlich mal ein Geschäft machen, aber die öffentlichen Toiletten waren verschlossenen und sonst sah auch alles zu aus. Dann erstmal Frühstück rausgeholt und gegessen, was mein Problem nicht gerade verbesserte. Irgendwann kam ein Mann und hat auf der gegenüberliegenden Seite ein Café Restaurant aufgeschlossen und ist rein. Macht der gleich auf? Sah so aus. Nach einiger Zeit kam ein bekannter Wanderer vorbei, der das auch mit bekam und wollte einen Café dort trinken gehen. Da war ich sofort dabei. Käffchen und Problemlösung in kurzer Zeit hinter mich gebracht und dann Koffein gedopt und erleichtert gegen 8h auf den Weg gemacht.
Vermutlich wollte das Universum mir mit den nassen Schuhen ein Angebot machen (der andere Wanderer hatten übrigens das gleiche Problem, lief aber in seinen Stiefeln weiter) und meinen Füßen mal eine Abwechslung gönnen. Ich muss sagen, das war mal ganz gut. Natürlich muss man in Sandalen aufpassen, da sie quasi keinen großen Schutz bieten und die Sohlen sind auch dünner und das kann auf Dauer andere Probleme verursachen, gerade mit Gepäck, aber für die heutige Etappe war es ok. Ich habe nach kurzer Zeit die Socken ausgezogen und somit haben die Füße heute auch noch Sonne abbekommen. Sicherlich kein häufiger Anblick 🙂

Unterwegs noch durch eine Schafherde und dann es mit anderen Wanderern gleich gemacht und einen 2,7 km lange Alternativweg (alte Route) über die Straße mit Tunneldurchführung genommen – war angenehmer zu laufen 😉 Dabei sind wir in die Hautes-Pyrénées gekommen.

Heute habe ich noch ein Stück von der nächsten Etappe mitgenommen und bin noch 2,8 Km weiter bis zu einem Campingplatz am See weitergelaufen. Somit habe ich das für morgen gespart uns habe im nächsten Etappenziel, einem größeren Ort, hoffentlich genug Zeit noch ein paar Erledigungen zu machen. Angekommen bin ich heute nach ca. 22Km und 9 Stunden. Internetempfang gibt's hier keinen, deswegen geht die Email erst morgen raus.

Wieder in Wanderstiefeln am 18. Tag

Heute Morgen habe ich ein paar Mal auf die innere Snooze Taste gedrückt, mit dem Resultat, dass ich erst viertel nach 7h vom Campingplatz los gezogen bin. Aber wieder in Wanderstiefeln. Oh Mann, so früh am Morgen schon so ein Aufstieg, ich musste schon innerhalb der ersten Stunde eine kleine Frühstück- und Verschnaufpause machen 🙂 Trotzdem musste ich danach immer wieder kurz stehen bleiben, weil die Beinmuskulatur brannte und ich ausser Atem war. Und je höher Ich kam, umso mehr merkte ich, dass Herz und Lunge ordentlich arbeiten mussten, um den Körper mit Sauerstoff zu versorgen. Es ging über 1000 Höhenmeter hoch auf eine maximale Höhe von 2242m, teilweise ziemlich steil. Oben anzukommen war dann wieder ein tolles Gefühl 🙂 Dann ging es überwiegend nur noch Berg ab, was dann wieder ziemlich gut ging.

Für die Rackerei habe ich mir trotz schon verspeistem Baguette-Sandwich einen Café und ein Omelett bei der Mittagspause in einem Refuge gegönnt – und ich konnte sogar in deutsch bestellen 🙂 
Dort habe ich noch eine Eidechse aus dem Waschbecken ins Freie bugsiert, ich frage mich immer noch, ob ihr das überhaupt recht war… 
Dann ging's weiter und irgendwann hat es mich ordentlich auf den Hintern und Rucksack gehauen, an einer nassen abfälligen Stelle, die ich unterschätzt hatte – aber alles gut 🙂 ausser nass und einem Riss im Displayschutzglas, habe ich nichts festgestellt. 
Irgendwann so kurz vor 15h bin ich dann in Cauterets eingelaufen,  einem größeren Ort mit relativ vielen Geschäften und Lokalen. Angriff gleich auf das erste Sportgeschäft an dem ich vorbeikam – nö….Aber das zweite… Bingo… Regenjacke gekauft, bei einer sehr hilfsbereiten und freundlichen Verkäuferin, die mir noch Ortsbezogene Infos gab. Ja das mit dem Regenponcho, der über den Rucksack gezogen wird, ist mir einfach zu unpraktisch – der ging heute nach Deutschland. Meine alte Regenjacke habe ich im Geschäft gelassen, die Verkäuferin will sie weiterverschenken. 
Anschließend ging es zur ausgewählten Pension, sehr praktisch, dass alles so nahe beisammen liegt, danach hatte ich auch die Unterkunft ausgesucht. Mehrbettzimmer war keins mehr verfügbar, dann eben ein Einzelzimmer – yeahhhh 🙂 Die Pension gefällt mir, hat Charme und Charakter. 
Dann bin ich in ein Waschsalon und habe Wäsche gewaschen… und sieht aus, als ob ich alles richtig gemacht habe 🙂 Dabei fällt mir ein, dass meine beiden schönen Merinowoll-Shirts schon wieder einig neue Löcher haben, vorne im Bauchbereich. Ich habe schon einige geflickt, sieht lustig aus 😀 Der feine Stoff ist nicht besonders strapazierfähig…Aber jetzt wo schon Löcher drin sind, flicke ich halt weiter 🙂 
Lebensmittel eingekauft habe ich auch….für ein low Budget Abendessen und Proviant für unterwegs. Das Einzelzimmer hat ja schon mehr gekostet als kalkuliert und die nächsten beiden Etappenziele sind Refuges, da gibt es sonst nichts. Also das volle Programm – Halbpension im Mehrbettzimmer und Lunchpaket für den nächsten Tag. Bin ja noch ein paar Tage unterwegs und muss das zu Verfügung stehende Geld entsprechend etwas einteilen.
Obwohl es hier schon einige Sport-, Schuh – und Textilgeschäfte gibt, habe ich kein Schuhwachs für meine Wanderstiefel gefunden Nur eine Creme, die vom Hersteller meiner Schuhe ist und auch imprägnieren soll…hmmm….Mal gespannt – ich habe sie schon auf den Schuhen. 
Ich habe in meinem Zimmer sogar eine Badewanne… also Sitzbadewanne 🙂 Noch nie gesehen, aber war auch ok.
So, hoffentlich wird die Wäsche noch trocken bis morgen. Ich bin müde….

Morgen der Aufstieg wird noch höher und ich habe die nächsten Etappen angepasst … Aber davon mehr in den nächsten Tagen,  sobald ich wieder Internetempfang habe…. Morgiges Ziel ist das Refuge des Oulettes de Gaube. 

Üppiges Frühstück am 19. Tag

Gestern bin ich erst kurz vor 24h ins Bett, es gab noch soviel zu erledigen. Heute Morgen gab's dann erstmal üppiges Frühstück, typisch französisch – Marmelade und Honig und Baguette. Die Pension hatte aber auch noch Kaffee, warme Milch, Säfte, etc. Ich glaube, ich habe zuviel Süßes reingestopft… Im Nachhinein als ich dann unterwegs war, dachte ich schon, dass ich weniger Marmelade hätte nehmen sollen…irgendwie habe ich mich platt gefühlt. Naja, viel trinken dann halt. Der Aufstieg hatte es heute wieder in sich, von 940 Meter auf 2151 Meter. Aber ich hatte das Gefühl, die Beinmuskulatur war etwas weniger gestresst… entweder lag es an der doppelten Menge Kaisernatron oder einfach nur am Weg.
Unterwegs habe ich gesehen, wie sich zwei Murmeltiere ordentlich gefetzt haben, die sind sogar zusammen Kugelmäßig den Abhang runtergepurzelt 🙂 Zum Etappenende hin, hat der Rucksack wieder ordentlich den Rücken gestresst…habe vielleicht mehr Proviant drin….Ich wusste nicht, dass 500 Meter so lang kann sein können….von dem Refuge nix zu sehen, das gibt's doch nicht… vor lauter Steinhügel trat es erst in den letzten ca. 200 Meter in Erscheinung, endlich 🙂
Morgen soll es wieder neblig sein, es zieht jetzt schon zu….schade… es geht zum höchsten Punkt der Etappe….bin mal gespannt, was da zu sehen ist.

So jetzt ist Schlafenszeit, liege gerade im Mehrbettzimmer. Kein Internet, morgen vermutlich auch nicht, also Email geht dann später raus.

Am 20. Tag über den höchsten Punkt hinaus

Heute ging's zum höchsten Punkt des gesamten GR10 und darüber hinaus, vorbei am höchsten Berg der französischen Pyrenäen, rauf auf seinen "kleinen Bruder" und zur höchstgelegenen bewirtschafteten Hütte der Pyrenäen.

Im heutigen Refuge hatte ich Halbpension gebucht, plus Lunchpaket togo für den nächsten Tag. Ich weiß nicht, ob es an mir liegt, aber irgendwie werde ich bei den Portionen hier nicht so richtig satt 🙁 Obwohl von den Preisen her, würde ich es eigentlich schon erwarten, aber ok…ist ja auch ziemlich weit vom Schuss… Lunchpaket… naja….alles besser als gar nichts 🙂

Die Nacht war ziemlich warm im Mehrbettzimmer, ich war einer der ersten beim Frühstück… 😀 und habe mir so alles mögliche oral verabreicht 🙂

Cool, entgegen der Erwartung war die Sicht weitgehend frei 🙂 Dann nix wie los…ich weiß nicht, ob es am Müsli lag, welches ich mir heute zusätzlich zugeführt hatte.. oder habe ich das falsche Tütchen Pulver geschluckt? 😉 Wohl ersteres, gepaart mit einigen Adrenalin-Schüben beim Gedanken bald am höchsten Punkt des GR10 anzukommen, haben mich teilweise hoch rennen lassen …Wenn ich jetzt noch dran denke…. wow… Angekommen auf 2734 Meter Höhe, habe ich es wie einige Andere gemacht, meinen Rucksack ausgezogen und habe den "petit Vignemale", der kleine Bruder vom höchsten Berg der französischen Pyrenäen (auf den "Großen" geht's aber nur mit entsprechender Ausrüstung rauf), bestiegen – rauf auf 3032 Meter Höhe – höher geht es mit Schuhen glaube ich in den französischen Pyrenäen nicht mehr. Danach ging es runter zur höchstgelegenen bewirtschafteten Hütte der Pyrenäen und anschließend weiter Richtung Etappenziel, welches noch über 15KM und ca. 5,5 Stunden entfernt war.

Vorbei ging es an nicht so scheue Murmeltiere und Schafen, die sich auf den Restschnee-Feldern abkühlten. Bei einem kleinen Päuschen kam auf einmal Daniel, er hatte beim gleichen Refuge übernachtet, nur nicht drin, sondern im Zelt. Wir haben uns seit einer Woche nicht gesehen und hatten einiges auszutauschen. Er ist heute noch etwas weiter gelaufen zu einem Zeltplatz. Ich habe heute überraschender Weise ein Einzelzimmer bekommen, sollte ein Mitarbeiter Zimmer sein. Klein, aber mein für eine Nacht 🙂 Uuuund ich bin heute sogar satt geworden – Dieses Refuge hatte genügend Reserven 🙂

Ruhiger Campingplatz am 21. Tag

In dem Refuge gab es heute schon ein Wanderer-gerechteres Lunchpaket 🙂
Nach dem Frühstück ging es los, erst mal gut 20 Minuten einen Berg rauf – in die falsche Richtung, also wieder Berg runter 😉 Das lag daran, weil ich gestern einen anderen Weg zum Refuge genommen habe und heute morgen automatisch in die Richtung gelaufen bin, wo ich nicht her kam – dieser Weg führte aber irgendwann auf den Weg, wo ich her kam, kompliziert?! 🙂
Naja, gut zum warm werden 😀 Habe aber noch eine kleine Abkürzung gefunden 🙂
Ein sehr nettes französisches Ehepaar, zu dem ich in den letzten Tagen bei den gleichen Unterkünften und auf den Wegen immer wieder Kontakt hatte, hat heute seinen letzten Wandertag. Sie waren sehr lieb, haben mir immer wieder mal Infos zur Gegend gegeben oder sonst bei Übersetzungen geholfen oder wir haben uns einfach nur so unterhalten…. so gut wie es ging 😉 . Der Mann hat auch einige Fotos von mir mit meinem Smartphone gemacht. Ich traf sie nochmal auf den Weg und habe sie beim Mittagessen zuletzt gesehen. Daniel habe ich heute nicht gesehen, er ist vermutlich weiter gelaufen.
Ich habe heute einen einsamen Campingplatz angesteuert, hier ist nicht so viel los. Ein älteres Mütterchen hat mich in Empfang genommen. Snacks gab es hier leider keine, ansonsten aber alles gut hier. Eigentlich hatte ich mit dem Gedanken gespielt zum nächsten großen Ort weiter zu laufen, aber da wären wohl noch mindestens 2,5 Stunden gewesen und da hat mir die Power und die Lust gefehlt, vermutlich wäre ich dann erst gegen 18h angekommen. So hatte ich hier noch genügend Zeit mich zu organisieren. 3 Jungs aus Deutschland sind hier später auch angekommen, sie haben einen Kurztrip gemacht.
So, jetzt ist bald Schlafenszeit, will morgen früh los.
Der Platz hinter mir auf dem Foto wäre ein echt cooler Zeltplatz, was für eine Aussicht… wenn ich nochmal hierher komme, muss ich dort zelten 🙂
Email geht nicht raus, wohl schlechtes Netz…dann morgen..

22. Tag – Tour de France am 20.7.

Ui, heute Morgen ist ein Gewitter vorbei gezogen, das hat ordentlich gescheppert. Geregnet hat es auch, ich habe deswegen mit dem Zeltabbau noch etwas gewartet. Der Zeltplatz ist gestern Abend noch voller geworden,  ich habe es gestern schon gemerkt,  als ich von Lärm wach wurde und heute Morgen als ich die neuen Zelte und Autos gesehen habe. 

Nach zwei Hanutas ging’s um 7.20h los, Richtung Luz-Saint-Sauveur. Gut, dass ich gestern nicht dorthin gelaufen bin, ich habe heute dafür 3 Std. gebraucht – Motor ist irgendwie nicht gut gelaufen ;-). Dem einen oder anderen wird dieser Ort von der Tour de France bekannt sein – und die fand bzw. findet gerade statt. Entsprechender Rummel war dort. Ich habe geschaut,  dass ich Frühstück organisiere und vertilge und dann geschaut,  dass ich dort schnellstens wieder wegkomme – ok ein Café au lait musste noch sein, lag ja auf dem Weg ;-). Ach, und als ich einkaufen war, fuchtelte jemand neben mir mit der Hand – als ich dann rüber sah, stand Daniel da 🙂 er hat heute seinen Ruhetag, die Unterkunft hatte er schon Monate voraus gebucht, hatte ich verstanden.

Nun nach Baréges – dort sah es noch „Schlimmer“ aus :-)  Als ich durch den Ort lief, hat mich das an Karneval erinnert – Leute an den Straßenseiten und so etwas wie Motivwagen fuhren vorbei, evtl. die Sponsoren. 
Schnell in den Supermarkt für heute Abend und die nächsten 1-2 Tage einkaufen, ich hatte Glück – der schloss bald. Dann weiter, ich kam an einer Lidl Promotion vorbei – kostenloses Obst, ok – ich nahm mir ein paar Aprikosen, die ich gleich verzehrte. Viel konnte ich nach dem Einkauf eh nicht mehr mitnehmen. Da der Campingplatz hier am Etappenziel ca. 1km weit vom GR10 weg ist, bin ich noch etwas weiter gelaufen und habe ein Tribünen-Plätzchen für mich und mein Zelt gefunden und eine Sitzgelegenheit war auch da – wie bestellt, und die Wiese duftete nach Thymian. So war ich doch noch Live-Zuschauer bei der Tour de France :-) 
Gegessen habe ich eines der Fertigmenüs, die ich mir heute gekauft hatte – schonend und Umweltneutral per Sonnenenergie Langzeiterhitzt :-)