Gewitter gab es glücklicherweise keins letzte Nacht, nur ein paar Windböen hatte ich mitbekommen.
Heute morgen bin ich kurz vor 6h los, allerdings war es ziemlich neblig und auch noch düster, so dass ich noch nicht mal den in ca. 250 Meter von der Hütte befindlichen Zuweg zum GR10 gefunden habe. Wenn ich den schon nicht gleich finde, dann warte ich lieber und bin wieder zur Hütte zurück. Gegen 7h war zwar nicht erheblich weniger Nebel, aber wenigstens schon heller und man konnte etwas weiter sehen – also los dann mit aufmerksamen Blicken vor und zurück.
Die Etappe Gabas – Gourette ist dievhöchste und anstrengenste in den Prénées-Atlantiques (die sind nochmal unterteilt in Pays Basque und Béarn), deswegen hatte ich sie auch geteilt, und wegen der Nacht am See. Die morgige Etappe führt mich in die Hautes-Pyrénées, den ersten Teil der Pyrénées-Centrales.
Die heutige, überwiegend im Nebel verlaufende 6-stündige Etappe, hatte es schon in sich. Es ging hoch auf 2465 Meter, teilweise sehr steil. Je höher es ging, desto öfter musste ich kurz anhalten, entspannen und Luft schnappen.
Heute stellte sich wieder raus, was ich schon in den letzten Tagen bemerkt hatte, nämlich dass Wasser in meine Schuhe kommt. Ich lief durch nasses Gras und hatte das Gefühl, das Wasser kommt irgendwie oben rein durch das Leder. Die Schuhe sind ja erst etwas über eineinhalb Jahre und von einem namhaften Hersteller. Ich hatte mir extra Gore-Tex ausgesucht und diese nochmal vor der Reise gewaxt und Sprühimpregniert – vielleicht nicht genug… Ich bin den größten Teil der Etappe in richtig nassen Stiefeln gelaufen – entsprechend sahen dann meine Füße aus. Ob die Schuhe und Strümpfe heute noch trocken werden? Ich versuchen als erstes mal Wachs zu bekommen und schaue, ob ich die Stiefel damit dicht bekomme. Ungern würde ich jetzt neue Stiefel kaufen wollen.
Doch zurück zu GR10 und positiven Erlebnissen 🙂 Mir sind innerhalb einer relativ kurzen Strecke 5 Salamander über den Weg gelaufen 🙂 Und es war nicht der gleiche 😉
Und ich habe Murmeltiere gesehen, aber öfters gehört. Heute standen auch Überquerungen von Wasserströmen und Schneefeldern auf dem Programm. Tolle Fotos von 2465 Meter Höhe waren aufgrund des Nebels nicht drin.
Da oben gab es aber wieder eine Nothütte, in der 6 Jungs übernachtet hatten. Ein GR10ler, der mir entgegenkam, sagte mir, dass er vom Mittelmeer Richtung Atlantik läuft, weil er nicht gerne der Sonne entgegen läuft. Er gab mir auch noch ein paar Infos und Tipps für die nächsten Stationen.
Unterwegs habe ich an einem Quellfluss noch Wasser aufgefüllt und kurz vor Gourette noch in einem der vom Berg herunter kommenden Wasserströme Katzenwäsche gemacht und dann rein in den Touristenort, in dem noch nicht so richtig die Saison angefangen hat. Die meisten Unterkünfte sollten noch zu haben.
Bei der Touristeninfo sagte man mir, dass ich dort im angrenzenden Gebäude duschen könnte, ein Service für GR10ler – toll. Das habe ich dann später auch getan. Aber erstmal Zeltplatz suchen, was aufgrund der Steillage der dafür in Frage kommenden Wiesen, nicht ganz einfach war. Danach einkaufen und ordentlich Kalorien reinhauen und Baguettes für morgen vorbereiten.
Hier im Ort habe ich mir auch Ersatz für meine undichte Regenjacke gekauft (ist auch schon mindestens 8 Jahre alt), es gab aber nur Ponchos – na gut – besser als nass zu werden. Nur mit den Stiefeln – die hatten im Sportwagen nur Imprägnierspray und ich glaube das reicht nicht. Will hoffen, dass sie morgen nicht gleich wieder so nass werden. Momentan sind sie innen aber auch noch feucht 🙁
Heute hatte ich meine ersten Fertigmenüs ohne warm gemacht – und ich muss sagen, gar nicht so übel. Eins im Plastikteller mit Fleisch in leckerer Soße und Gemüse, und dann noch eins aus der Dose mit etwas, das mich an Klöße erinnert, in einer Soße – nicht ganz so gut, aber ging. So jetzt werde ich langsam müde…. Muss mich mal langsam Bettfertig machen 🙂







