Am 10. Tag Nervenkitzel, Wackelbrücke, Hagel, und und und..

Die letzte Nacht war relativ kurz…im Mehrbettzimmer, geschlossenes Fenster und Geschnarche. Um kurz nach 4h musste ich raus, konnte nicht mehr weiter schlafen. Ok, dann starte ich heute eben sehr früh, kann ja nur gut sein – denkste!
Als ich um 5.15h im Dunkeln mit Stirnlampe los lief, blitzte und donnerte es in den Bergen.
Der Anfang dieser Strecke führt zu zwei Schluchten und einer 70 Meter langen Hängebrücke unter der es 180 Meter tief runter geht.
Tja, bei dem ersten Warnschild, das ich nicht genau übersetzen konnte, runzelte ich schon die Stirn, beim zweiten dann konnte ich es mir schon ungefähr vorstellen. Der Weg führte auf Felsgestein aufwärts, rechts neben mir ging es in einen Abgrund und ich hörte einen Fluss rauschen, konnte aber trotz Lampe die Tiefe nicht erkennen. Dann setzte Regen ein, was die Situation noch etwas verschärfte und ich fragte mich, warum ich gerade hier unter diesen Bedingungen eine Nachtwanderung machen muss. Mir war schon etwas mulmig, aber ich vorsichtig weiter. Wenn es mir zu gefährlich vorgekommen wäre, hätte ich gewartet, bis es heller geworden wäre.

Irgendwann wurde der Weg besser und es hellte schon etwas auf, leider oft nicht ausreichend für die Handicam. Die Felswände, der Abgrund und die schwingende Hängebrücke darüber, an die ich dann an kam, waren schon beeindruckend.

Irgendwann kam mir ein Mann entgegen, dann sah ich, dass es ein bekannter Wanderer war, der gestern von Logibar mit zwei anderen aufbrach und danach zelten wollte. Er hatte ein Pflaster an der Oberlippe und war wohl ausgerutscht. Er sagte, dass er zurück läuft und zum Doktor geht. Ob es für ihn dann weiter geht wusste er nicht. Das hat mich schon etwas mitgenommen. Ich drücke ihm die Daumen.

Ich setzte meinen Weg fort, der später sehr schlammig wurde. Das Wetter war zeitweise schön, dann zog es sich zu und es regnete öfter. Heute spielte ich wieder böse Beissfliege – tote Beissfliege.

Irgendwann fing es mal wieder an zu regnen und ich zog meine Regenklamotten an, und es kam ordentlich runter (schade, den blauen See konnte ich nicht mehr aus der Nähe fotografieren), dabei merkte ich, dass meine Regenjacke undicht ist…und nicht wenig. Plötzlich hatte ich Wasser in den Taschen…Die waren aber zu… In einer hatte ich das Handy….Bei der Jacke war die Innenschicht teilweise aufgerissen und Wasser drang durch…Mist, die muss ausgetauscht werden…Ich kam irgendwann nach 15h an der geplanten Unterkunft an, ein Mann hat den Eingangsbereich schon mit Brettern abgedichtet, damit das Wasser nicht rein läuft. Dann fing es ordentlich an zu hageln.

Auf meine Frage nach einem Bett wurde mir gesagt, dass sie voll sind. Na dann eben ein Stellplatz für ein Zelt, das ging noch. Ich bestellte erstmal zum r unter kommen Café mit Milch und ein Stück Kuchen …Hätte ich wissen müssen… Es kam Espresso mit Milch, aber war auch okay 🙂

Dann traf eine Reisegruppe ein, mit der ich schon Bekanntschaft gemacht hatte, und auf einmal war da doch noch ein Bett in einem Mehrbettzimmer frei…Und noch mehr…Es kamen noch weitere Wanderer die dann noch welche bekommen haben. Keine Ahnung, ob es an der Art der Unterkunft gelegen hat, egal.

Für morgen habe ich schon vorausgebucht, aus der Reisegruppe gab es zwei Ausfälle und ich konnte davon ein Bett bekommen.

Daniel traf heute auch noch hier ein, unsere Kommunikation per SMS hatte nicht gut funktioniert, vermutlich Netzprobleme.

Heute gab's Abendessen 🙂
Es ist immer noch schlechtes Wetter, Gewitter… und morgen soll es auch so sein…zumindest teilweise… Abwarten was morgen Früh besprochen wird….

Am 11. Tag ging’s aufwärts, wie 4 Stunden Beinpressen im Fitnesscenter

Heute Morgen gab's erstmal Frühstück, typisch französisch – Baguette und Marmelade. Dazu habe ich diesmal Café au lait genommen, ja das passt. Noch ein Lunchpaket (belegtes Baguette) für später mitgenommen.

Die heutige Etappe war mit 11,5 Km kurz aber dafür ging es zu ca. 99% der Strecke nur Bergauf, um über 1200 Höhenmeter auf 1670m Höhe zu einem Refuge. Unwetter blieb aus, Nebel und Regen gab es, war aber ok. Ich lief mit zwei anderen Wanderern, wir kamen nach etwas über 4 Stunden schon an.

Cool, der Wanderer, der sich an der Oberlippe verletzt hatte, kam auch hier an 🙂

Das Wetter ist immer noch regnerisch und wolkig bzw. neblig. Weit sieht man hier oben leider nicht aber ich nutze die Zeit als Ruhephase und liege gerade im Bett 🙂

Heute gibt's wieder ein Abendessen. Schlafen wieder im Mehrbettzimmer. Alle Wanderer mussten ihre Schlafsäcke vor der Tür ausschütteln – Vorsichtsmaßnahme gegen Bettwanzen 🙂

Morgen geht es weiter nach Lescun.

10. Juli – mein 12. Tag auf dem GR10

Schöne Etappe heute,  knapp 16 Km. Nach dem Frühstück in dem Refuge ging es kurz nach 7.30h los. Zur Skisaison an dem Ort sicher Hochbetrieb.

Rauf ging's auf 1922m Höhe. Andere Landschaft heute, Kletterphase war auch enthalten und es waren auch noch Schneereste zu sehen.

Eingecheckt habe ich auf einem schönen Campingplatz, der ca. 20 Minuten nach dem Etappenziel Lescun am GR10 liegt. Ich werde es genießen mal wieder im Zelt zu schlafen. In der letzten Nacht waren Fenster und Tür geschlossen in dem Mehrbettzimmer.  Ausserdem möchte ich auch die Urlaubskasse schonen und nur in besonderen Situationen auf die Unterbringung in der Unterkunft zurückgreifen. Heute ist auch mal wieder Selbstversorgung angesagt. Daniel ist weiter gegangen, er hat sich für die nächsten Etappe längere Strecken vorgenommen. Mir passt der kurze Tag ganz gut, so konnte ich Wäsche waschen und die wird hoffentlich auch noch trocken. 

Morgen wird es längenmäßig ähnlich wie heute werden, danach kommen zwei schwere Etappen, die ich jeweils halbieren will.
Für heute genieße ich noch etwas die Sonne 🙂 

13. Etappe mittags beendet

Heute Morgen gab's leider keinen Kaffee, nur Plätzchen, Müsliriegel und Wasser. Ich musste schon nach einer Stunde und später noch einige Male Kalorien nachlegen.

Heute waren wieder schlammige Passagen dabei, es war bzw. ist aber sehr sonnig und warm. Unterwegs kam ich zu einer Gruppe Kühe im Wald, Mann – selbst die Kälber sind schon Respekteinflössend…. Und die Mutterkühe erst, wenn sie sich mit ihrem Tonnengewicht auf einen zu drehen und fixieren… Manchmal hatte ich das Gefühl ein Bulle steht vor mir 🙂 Also diese Herde bin ich dezent umgangen, war mir nicht ganz geheuer.

Irgendwann kam ich an ein Schild, dass auf den Hirtenschutzhund, auch "Patou" genannt, hinwies. Eine spezielle und alte Rasse. Die Tiere wachsen mit ihrem ersten Atemzug z. B. in einer Schafherde auf, die sie als ihre Familie ansehen, mit Ihnen leben und beschützen. Von daher gibt es einige Regeln zu beachten.

An meinem heutigen Ziel, einer Gite, die auch einen kleinen Laden betreibt, traf ich auf Daniel. Er hat schon so einen Schutzhund in seiner Herde gesehen und fotografiert. Daniel hat sich heute ungefähr nochmal so viel an Strecke vorgenommen, wie er seit heute Morgen schon gelaufen ist, mit einem Aufstieg auf 2185 Meter Höhe, derzeit bin ich auf ca. 650 Meter. Diese Tour erwartet mich morgen. Da die ganze Etappe laut Buch über heftige 11 Stunden Gehzeit beträgt und ich bei der Hälfte der Strecke gerne an einem Bergsee zelten möchte, habe ich sie geteilt. Daniel hatte das auch vor.

Die Gite hier verfügt über einen kleinen Garten, in dem ich mein Zelt aufgeschlagen habe. Danach gab's in der Selbstversorger Küche Dosenfutter, welches ich zuvor in der Gite gekauft hatte. Jetzt bin ich müde und werde mich erstmal aufs Ohr hauen und verdauen….Denn heute Abend muss ich noch was nachschieben 🙂

Am 14. Tag ordentlich Höhenmeter, wandern am Abgrund, Berg-Konzert, Pferde -Pool, Nacht am Bergsee

Ja, die Berge werden höher… heute ging's auf und auf und auf….bis auf max. 2185m. Dabei ging es auf der "Chemin de la Mâture", einem in den Fels gemachten Weg entlang einer fast senkrecht hunderte Meter abfallenden Flanke einer Schlucht – sehr beeindruckend.

Ruhepäuschen musste ich vor einer sehr schönen Bergkulisse machen, vor der mich ein Konzert von Kuhglocken tatsächlich in einen Sekundenschlaf wiegte. 🙂

Danach kam ich an einem kleinen, ja sagen wir mal Bergteich, vorbei, in dem Pferde planschten.

Meine heutige Wanderetappe beende ich an einem Bergsee mit Refuge, an dem ich zelte.
Internetempfang habe ich hier keinen, daher geht die Blog-Email frühestens morgen raus.

Schon der 15. Tag, Rückblick auf gestern

Ei, ei,  war das gestern ein schöner Feierabend am Bergsee. Herrliches Wetter,  schönes Ambiente, Streichelbedürftige Pferde….und Tiefenentspannung. Ich war sogar kurz im See, sehr kurz,  so einen Schwimmzug – das hat schon gereicht.  🙂
Im Refuge hatte ich ein Omelett gegessen und noch zwei Sandwiches für heute. Als ich zum Zelt gegangen bin habe ich einen Patou mit seiner Schafherde gesehen und dann, dass da Pferde um mein Zelt standen 🙂
Später kam die Schafherde mit dem Patou nicht weit entfernt vorbeigelaufen und als abendliches Fernsehprogramm hatte ich direkt vor meinem Zelt Pferde vor schönem Panorama grasen und vorbeiziehen.
Die schöne Ruhe war mit der Ankunft einer Frau mit Esel und zwei Kinder nicht mehr ganz gegeben, aber jo..  So ist es eben 😉
Als ich kurz vor 22h nochmal aus dem Zelt bin, war vor mir der Berg „Pic du Midi d’Ossau“ erleuchtet und spiegelte sich im See, seeehr schön 🙂 D
Die Nacht war kalt, aber ich habe ja mein „Winterpaket“ mit dabei 😉 Nicht ganz Winter aber für kühlere Nächte.
Für heute werde ich noch was posten,  weiss nur nicht wann. Habe heute vor in den Bergen zu übernachten, in oder bei einer Nothütte, Cabane de Cézy. Dort werde ich vermutlich wieder kein Internet haben.

Was noch so am 15. Tag geschah

Ui, heute Morgen bin ich doch glatt nochmal eingeschlafen, nachdem das Smartphone mich geweckt hatte 🙂 Naja, egal – Termin hatte ich ja keinen, ich möchte eigentlich nur nicht tagsüber so viel in der Hitze laufen.

Also los ging es dann nach ein paar schnellen Kalorien im Zelt so kurz vor 7h.
Zuerst nach Gabas, das wäre laut Buch das gestrige Ziel gewesen. Nach ca. 3 Stunden war ich dort und wollte Proviant auffüllen. Gestern hatte ich mir ja zwei Sandwiches in dem Refuge machen lassen. Dort waren es mit Toastscheiben gemachte, sonst eher mit Baguettebrot. Die waren jetzt nicht unbedingt die Sattmacher und wegen der Lage auch relativ teuer. Eines hatte ich gestern Abend, das andere heute Morgen verspeist.

Der GR10 verlief irgendwo vor Gabas dann auf einer Straße mit Serpentinen und ohne Gehweg – ok, stimmt nicht ganz, eine Mauer, die ab und zu die Straße begleitete, war vermutlich der Gehweg – die habe ich auch gerne in Anspruch genommen – wenigstens etwas 🙂
Zuerst kam ich in dann Gabas an einem kleinen Laden vorbei, der hat aber erst heute Nachmittag geöffnet. Dann steuerte ich ein Hotel mit Café-Restaurant an, dort sagte man mir, dass man keine Sandwiches habe….mache….hmmm… Konnte ich nicht glauben, aber ok. Er sagte mir, ich solle zu dem Laden gehen (der zu hatte) und irgendwo klopfen. Also wieder zurück gedackelt und an zwei Klingeln geklingelt und auch geklopft – nix.
Der Ort war klein, eine Möglichkeit, die ich noch sah, war ein offen stehendes Café -Restaurant. Dort sagte mir ein älteres Mütterchen nach Rücksprache mit vermutlich ihrer Tochter, dass sie kein Brot haben und ich zum Laden gehen soll 😮 Nachdem ich erklärte, dass der Laden zu hat, gab es dann doch irgendwann Baguette-Sandwich für mich – vermutlich sah ich verzweifelt aus und bin auch erstmal stehen geblieben 😉 Die Gelegenheit ausnutzend, habe ich gleich zwei bestellt – je mit Schinken und Käse, da ich heute ja an einer Nothütte ohne Essensversorgung übernachte, brauche ich ausreichend Kalorien, die auch bis morgen zum Etappenziel ausreichen, wenn schon denn schon 🙂
Und günstig waren sie auch, top. Noch da Wasser auffüllen lassen und weiter ging's.

Heute gab es wieder einen Abschnitt mit einem durch ein Seil gesicherten schmalen Weg an einer Felswand entlang. Dabei überholten mich eine Gruppe mit Oberkörper freien und Helm bekleideter Männer – also Hosen hatten die auch an. Später sah ich, wie sie sich Schwimmanzüge anzogen – irgendwas hatten die da wohl oben an dem Wasserfall vor, schwimmen, runter rutschen…? Keine Ahnung.

Irgendwann kam ich dann an meinem selbstbestimmten Tagesziel an, der Cabane Cézy, einer Nothütte in den Bergen, ganz in der Nähe einer kleinen Käserei, von denen es hier einige gibt. Etwas später kam noch ein Paar, welches ich von einer vorherigen Unterkunft kenne und dann kam noch ein Mann. Mein Zelt habe ich neben der Cabane aufgeschlagen, sollte es Unwetter geben, was heute Abend evtl. sein könnte, werde ich in das Steinhaus flüchten.
Murmeltiere habe ich auch heute gehört, aber keine gesehen.
Wie vermutet gibt es hier kein Internetempfang – nicht nicht mal Telefonnetz, also geht die Email morgen raus. So jetzt noch auf Zecken checken (eine hatte ich die Tage schon zwischen den Fußzehen entfernen müssen) und dann ab ins Säckchen 😉

Schneewanderung am 16. Tag

Gewitter gab es glücklicherweise keins letzte Nacht, nur ein paar Windböen hatte ich mitbekommen.
Heute morgen bin ich kurz vor 6h los, allerdings war es ziemlich neblig und auch noch düster,  so dass ich noch nicht mal den in ca. 250 Meter von der Hütte befindlichen Zuweg zum GR10 gefunden habe. Wenn ich den schon nicht gleich finde, dann warte ich lieber und bin wieder zur Hütte zurück. Gegen 7h war zwar nicht erheblich weniger Nebel, aber wenigstens schon heller und man konnte etwas weiter sehen – also los dann mit aufmerksamen Blicken vor und zurück.
Die Etappe Gabas – Gourette ist dievhöchste und anstrengenste in den Prénées-Atlantiques (die sind nochmal unterteilt in Pays Basque und Béarn), deswegen hatte ich sie auch geteilt, und wegen der Nacht am See. Die morgige Etappe führt mich in  die Hautes-Pyrénées, den ersten Teil der Pyrénées-Centrales.

Die heutige, überwiegend im Nebel verlaufende 6-stündige Etappe, hatte es schon in sich. Es ging hoch auf 2465 Meter, teilweise sehr steil. Je höher es ging, desto öfter musste ich kurz anhalten, entspannen und Luft schnappen.

Heute stellte sich wieder raus, was ich schon in den letzten Tagen bemerkt hatte, nämlich dass Wasser in meine Schuhe kommt. Ich lief durch nasses Gras und hatte das Gefühl,  das Wasser kommt irgendwie oben rein durch das Leder. Die Schuhe sind ja erst etwas über eineinhalb Jahre und von einem namhaften Hersteller. Ich hatte mir extra Gore-Tex ausgesucht und diese nochmal vor der Reise gewaxt und Sprühimpregniert – vielleicht nicht genug… Ich bin den größten Teil der Etappe in richtig nassen Stiefeln gelaufen – entsprechend sahen dann meine Füße aus. Ob die Schuhe und Strümpfe heute noch trocken werden? Ich versuchen als erstes mal Wachs zu bekommen und schaue, ob ich die Stiefel damit dicht bekomme. Ungern würde ich jetzt neue Stiefel kaufen wollen.

Doch zurück zu GR10 und positiven Erlebnissen 🙂 Mir sind innerhalb einer relativ kurzen Strecke 5 Salamander über den Weg gelaufen 🙂 Und es war nicht der gleiche 😉
Und ich habe Murmeltiere gesehen,  aber öfters gehört. Heute standen auch Überquerungen von Wasserströmen und Schneefeldern auf dem Programm. Tolle Fotos von 2465 Meter Höhe waren aufgrund des Nebels nicht drin.

Da oben gab es aber wieder eine Nothütte, in der 6 Jungs übernachtet hatten. Ein GR10ler, der mir entgegenkam, sagte mir, dass er vom Mittelmeer Richtung Atlantik läuft, weil er nicht gerne der Sonne entgegen läuft. Er gab mir auch noch ein paar Infos und Tipps für die nächsten Stationen.
Unterwegs habe ich an einem Quellfluss noch Wasser aufgefüllt und kurz vor Gourette noch in einem der vom Berg herunter kommenden Wasserströme Katzenwäsche gemacht und dann rein in den Touristenort, in dem noch nicht so richtig die Saison angefangen hat. Die meisten Unterkünfte sollten noch zu haben.
Bei der Touristeninfo sagte man mir, dass ich dort im angrenzenden Gebäude duschen könnte, ein Service für GR10ler – toll. Das habe ich dann später auch getan. Aber erstmal Zeltplatz suchen, was aufgrund der Steillage der dafür in Frage kommenden Wiesen, nicht ganz einfach war. Danach einkaufen und ordentlich Kalorien reinhauen und Baguettes für morgen vorbereiten.

Hier im Ort habe ich mir auch Ersatz für meine undichte Regenjacke gekauft (ist auch schon mindestens 8 Jahre alt), es gab aber nur Ponchos – na gut – besser als nass zu werden. Nur mit den Stiefeln – die hatten im Sportwagen nur Imprägnierspray und ich glaube das reicht nicht. Will hoffen, dass sie morgen nicht gleich wieder so nass werden. Momentan sind sie innen aber auch noch feucht 🙁

Heute hatte ich meine ersten Fertigmenüs ohne warm gemacht – und ich muss sagen, gar nicht so übel. Eins im Plastikteller mit Fleisch in leckerer Soße und Gemüse, und dann noch eins aus der Dose mit etwas, das mich an Klöße erinnert, in einer Soße – nicht ganz so gut, aber ging. So jetzt werde ich langsam müde…. Muss mich mal langsam Bettfertig machen 🙂

9 Stunden Tag am 17. Tag

Wie erwartet waren Schuhe und Socken heute Morgen noch nass. Habe zwar noch ein zweites Paar Socken, macht aber keinen Sinn, die für die nassen Schuhe zu nehmen. Also auf in die Sandalen und los. Erstmal ins Zentrum, es war so 7.30h und ich musste eigentlich mal ein Geschäft machen, aber die öffentlichen Toiletten waren verschlossenen und sonst sah auch alles zu aus. Dann erstmal Frühstück rausgeholt und gegessen, was mein Problem nicht gerade verbesserte. Irgendwann kam ein Mann und hat auf der gegenüberliegenden Seite ein Café Restaurant aufgeschlossen und ist rein. Macht der gleich auf? Sah so aus. Nach einiger Zeit kam ein bekannter Wanderer vorbei, der das auch mit bekam und wollte einen Café dort trinken gehen. Da war ich sofort dabei. Käffchen und Problemlösung in kurzer Zeit hinter mich gebracht und dann Koffein gedopt und erleichtert gegen 8h auf den Weg gemacht.
Vermutlich wollte das Universum mir mit den nassen Schuhen ein Angebot machen (der andere Wanderer hatten übrigens das gleiche Problem, lief aber in seinen Stiefeln weiter) und meinen Füßen mal eine Abwechslung gönnen. Ich muss sagen, das war mal ganz gut. Natürlich muss man in Sandalen aufpassen, da sie quasi keinen großen Schutz bieten und die Sohlen sind auch dünner und das kann auf Dauer andere Probleme verursachen, gerade mit Gepäck, aber für die heutige Etappe war es ok. Ich habe nach kurzer Zeit die Socken ausgezogen und somit haben die Füße heute auch noch Sonne abbekommen. Sicherlich kein häufiger Anblick 🙂

Unterwegs noch durch eine Schafherde und dann es mit anderen Wanderern gleich gemacht und einen 2,7 km lange Alternativweg (alte Route) über die Straße mit Tunneldurchführung genommen – war angenehmer zu laufen 😉 Dabei sind wir in die Hautes-Pyrénées gekommen.

Heute habe ich noch ein Stück von der nächsten Etappe mitgenommen und bin noch 2,8 Km weiter bis zu einem Campingplatz am See weitergelaufen. Somit habe ich das für morgen gespart uns habe im nächsten Etappenziel, einem größeren Ort, hoffentlich genug Zeit noch ein paar Erledigungen zu machen. Angekommen bin ich heute nach ca. 22Km und 9 Stunden. Internetempfang gibt's hier keinen, deswegen geht die Email erst morgen raus.

Wieder in Wanderstiefeln am 18. Tag

Heute Morgen habe ich ein paar Mal auf die innere Snooze Taste gedrückt, mit dem Resultat, dass ich erst viertel nach 7h vom Campingplatz los gezogen bin. Aber wieder in Wanderstiefeln. Oh Mann, so früh am Morgen schon so ein Aufstieg, ich musste schon innerhalb der ersten Stunde eine kleine Frühstück- und Verschnaufpause machen 🙂 Trotzdem musste ich danach immer wieder kurz stehen bleiben, weil die Beinmuskulatur brannte und ich ausser Atem war. Und je höher Ich kam, umso mehr merkte ich, dass Herz und Lunge ordentlich arbeiten mussten, um den Körper mit Sauerstoff zu versorgen. Es ging über 1000 Höhenmeter hoch auf eine maximale Höhe von 2242m, teilweise ziemlich steil. Oben anzukommen war dann wieder ein tolles Gefühl 🙂 Dann ging es überwiegend nur noch Berg ab, was dann wieder ziemlich gut ging.

Für die Rackerei habe ich mir trotz schon verspeistem Baguette-Sandwich einen Café und ein Omelett bei der Mittagspause in einem Refuge gegönnt – und ich konnte sogar in deutsch bestellen 🙂 
Dort habe ich noch eine Eidechse aus dem Waschbecken ins Freie bugsiert, ich frage mich immer noch, ob ihr das überhaupt recht war… 
Dann ging's weiter und irgendwann hat es mich ordentlich auf den Hintern und Rucksack gehauen, an einer nassen abfälligen Stelle, die ich unterschätzt hatte – aber alles gut 🙂 ausser nass und einem Riss im Displayschutzglas, habe ich nichts festgestellt. 
Irgendwann so kurz vor 15h bin ich dann in Cauterets eingelaufen,  einem größeren Ort mit relativ vielen Geschäften und Lokalen. Angriff gleich auf das erste Sportgeschäft an dem ich vorbeikam – nö….Aber das zweite… Bingo… Regenjacke gekauft, bei einer sehr hilfsbereiten und freundlichen Verkäuferin, die mir noch Ortsbezogene Infos gab. Ja das mit dem Regenponcho, der über den Rucksack gezogen wird, ist mir einfach zu unpraktisch – der ging heute nach Deutschland. Meine alte Regenjacke habe ich im Geschäft gelassen, die Verkäuferin will sie weiterverschenken. 
Anschließend ging es zur ausgewählten Pension, sehr praktisch, dass alles so nahe beisammen liegt, danach hatte ich auch die Unterkunft ausgesucht. Mehrbettzimmer war keins mehr verfügbar, dann eben ein Einzelzimmer – yeahhhh 🙂 Die Pension gefällt mir, hat Charme und Charakter. 
Dann bin ich in ein Waschsalon und habe Wäsche gewaschen… und sieht aus, als ob ich alles richtig gemacht habe 🙂 Dabei fällt mir ein, dass meine beiden schönen Merinowoll-Shirts schon wieder einig neue Löcher haben, vorne im Bauchbereich. Ich habe schon einige geflickt, sieht lustig aus 😀 Der feine Stoff ist nicht besonders strapazierfähig…Aber jetzt wo schon Löcher drin sind, flicke ich halt weiter 🙂 
Lebensmittel eingekauft habe ich auch….für ein low Budget Abendessen und Proviant für unterwegs. Das Einzelzimmer hat ja schon mehr gekostet als kalkuliert und die nächsten beiden Etappenziele sind Refuges, da gibt es sonst nichts. Also das volle Programm – Halbpension im Mehrbettzimmer und Lunchpaket für den nächsten Tag. Bin ja noch ein paar Tage unterwegs und muss das zu Verfügung stehende Geld entsprechend etwas einteilen.
Obwohl es hier schon einige Sport-, Schuh – und Textilgeschäfte gibt, habe ich kein Schuhwachs für meine Wanderstiefel gefunden Nur eine Creme, die vom Hersteller meiner Schuhe ist und auch imprägnieren soll…hmmm….Mal gespannt – ich habe sie schon auf den Schuhen. 
Ich habe in meinem Zimmer sogar eine Badewanne… also Sitzbadewanne 🙂 Noch nie gesehen, aber war auch ok.
So, hoffentlich wird die Wäsche noch trocken bis morgen. Ich bin müde….

Morgen der Aufstieg wird noch höher und ich habe die nächsten Etappen angepasst … Aber davon mehr in den nächsten Tagen,  sobald ich wieder Internetempfang habe…. Morgiges Ziel ist das Refuge des Oulettes de Gaube.