Am 10. Tag Nervenkitzel, Wackelbrücke, Hagel, und und und..

Die letzte Nacht war relativ kurz…im Mehrbettzimmer, geschlossenes Fenster und Geschnarche. Um kurz nach 4h musste ich raus, konnte nicht mehr weiter schlafen. Ok, dann starte ich heute eben sehr früh, kann ja nur gut sein – denkste!
Als ich um 5.15h im Dunkeln mit Stirnlampe los lief, blitzte und donnerte es in den Bergen.
Der Anfang dieser Strecke führt zu zwei Schluchten und einer 70 Meter langen Hängebrücke unter der es 180 Meter tief runter geht.
Tja, bei dem ersten Warnschild, das ich nicht genau übersetzen konnte, runzelte ich schon die Stirn, beim zweiten dann konnte ich es mir schon ungefähr vorstellen. Der Weg führte auf Felsgestein aufwärts, rechts neben mir ging es in einen Abgrund und ich hörte einen Fluss rauschen, konnte aber trotz Lampe die Tiefe nicht erkennen. Dann setzte Regen ein, was die Situation noch etwas verschärfte und ich fragte mich, warum ich gerade hier unter diesen Bedingungen eine Nachtwanderung machen muss. Mir war schon etwas mulmig, aber ich vorsichtig weiter. Wenn es mir zu gefährlich vorgekommen wäre, hätte ich gewartet, bis es heller geworden wäre.

Irgendwann wurde der Weg besser und es hellte schon etwas auf, leider oft nicht ausreichend für die Handicam. Die Felswände, der Abgrund und die schwingende Hängebrücke darüber, an die ich dann an kam, waren schon beeindruckend.

Irgendwann kam mir ein Mann entgegen, dann sah ich, dass es ein bekannter Wanderer war, der gestern von Logibar mit zwei anderen aufbrach und danach zelten wollte. Er hatte ein Pflaster an der Oberlippe und war wohl ausgerutscht. Er sagte, dass er zurück läuft und zum Doktor geht. Ob es für ihn dann weiter geht wusste er nicht. Das hat mich schon etwas mitgenommen. Ich drücke ihm die Daumen.

Ich setzte meinen Weg fort, der später sehr schlammig wurde. Das Wetter war zeitweise schön, dann zog es sich zu und es regnete öfter. Heute spielte ich wieder böse Beissfliege – tote Beissfliege.

Irgendwann fing es mal wieder an zu regnen und ich zog meine Regenklamotten an, und es kam ordentlich runter (schade, den blauen See konnte ich nicht mehr aus der Nähe fotografieren), dabei merkte ich, dass meine Regenjacke undicht ist…und nicht wenig. Plötzlich hatte ich Wasser in den Taschen…Die waren aber zu… In einer hatte ich das Handy….Bei der Jacke war die Innenschicht teilweise aufgerissen und Wasser drang durch…Mist, die muss ausgetauscht werden…Ich kam irgendwann nach 15h an der geplanten Unterkunft an, ein Mann hat den Eingangsbereich schon mit Brettern abgedichtet, damit das Wasser nicht rein läuft. Dann fing es ordentlich an zu hageln.

Auf meine Frage nach einem Bett wurde mir gesagt, dass sie voll sind. Na dann eben ein Stellplatz für ein Zelt, das ging noch. Ich bestellte erstmal zum r unter kommen Café mit Milch und ein Stück Kuchen …Hätte ich wissen müssen… Es kam Espresso mit Milch, aber war auch okay 🙂

Dann traf eine Reisegruppe ein, mit der ich schon Bekanntschaft gemacht hatte, und auf einmal war da doch noch ein Bett in einem Mehrbettzimmer frei…Und noch mehr…Es kamen noch weitere Wanderer die dann noch welche bekommen haben. Keine Ahnung, ob es an der Art der Unterkunft gelegen hat, egal.

Für morgen habe ich schon vorausgebucht, aus der Reisegruppe gab es zwei Ausfälle und ich konnte davon ein Bett bekommen.

Daniel traf heute auch noch hier ein, unsere Kommunikation per SMS hatte nicht gut funktioniert, vermutlich Netzprobleme.

Heute gab's Abendessen 🙂
Es ist immer noch schlechtes Wetter, Gewitter… und morgen soll es auch so sein…zumindest teilweise… Abwarten was morgen Früh besprochen wird….

2 Gedanken zu „Am 10. Tag Nervenkitzel, Wackelbrücke, Hagel, und und und..“

  1. Hallo Sandro,
    dein Bericht hört sich nicht gut an. Sei vorsichtig und riskiere nicht zu viel .
    Ich wünsche Dir besseres Wetter und viel Kraft für die nächsten Etappen.
    Aber denke auch daran manchmal ist weniger mehr.
    Ich drücke beide Daumen.
    LG Karl-Heinz und Reinhilde

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