Heftig Energiegeladener Sandro am 40. Tag

Bestes Frühstück bisher! Warme Croissants! Brioche! Toast, Baguette, Müsli, Eier, Obst, natürlich Kaffee….etc. Ich wollte da gar nicht mehr weg 😉 Aber musste mich irgendwann losreißen, habe noch meine beiden Lunchpakete verstaut und dann ging’s los, mit Chlodette, die gestern schon hier war, als ich kam und eigentlich Clodhilde heißt ;-), und  mit Cedrik, einem Franzosen – es war so viertel vor 8. Gestern, ich glaube es war 18h, und heute Morgen spielten die Kirchglocken eine Melodie – war sehr schön. Cedrike klagte unterwegs über Knieschmerzen, Clodhilde hat ihn mit Schmerztabletten und ich mit Salbe und später vorübergehend mit einer Bandage versorgt. Die planmäßige Etappe für heute schlossen wir gegen Mittag ab. Clodhilde und Cedrik blieben am Etappenziel, Cedrik hat Kontakt zu einem Arzt im Ruhestand aus dem Ort aufnehmen können. Ich war allerdings körperlich und mental noch voll solcher Energie, dass ich diese nicht einfach verpuffen lassen wollte. Nach einer kurzen Pause bin ich weiter, mit dem Ziel die nächste (schlechtere und evtl. ohne Betten) oder die dritte Cabane auf dem Weg anzusteuern – Zeit laut Buch zwischen 5 und 6 Stunden. Also weiter ging’s wie ein Duracell-Hase…läuft und läuft und läuft, ich habe mich gefreut, dass es heute so gut lief… vor allem auch gegenüber gestern… könnte immer so laufen….trotz Zusatzproviant, ordentlich Höhenmeter und verstrichener Zeit, bin ich voll motiviert nach oben geprescht…ich war selbst erstaunt….bis es kurz nach 15h war…dann kam das Tief… plötzlich und mit voller Power, dass ich an einem Pass schon nach einer Zeltmöglichkeit suchte. War aber nicht so toll. Auf jeden Fall fehlte Energie, also erstmal hinsetzen, was essen und dann weiterschauen. Das zweite Baguette, welches ich mir in Aulus-les-Bains gemacht hatte und einen Couscous-Salat sowie einen Joghurt aus dem heutigen Lunchpaket. Dann überlegt.. ok..mal weiter laufen, die erste Cabane müsste zu schaffen sein. Mit deutlich weniger Energie ging es weiter aufwärts…es wurde wolkig.. entfernt vor mir hörte ich Gewitter… Mein erster Gedanke war, hoffentlich laufe ich da nicht rein oder es kommt in meine Richtung…ich war ziemlich weit oben und auf dem Weg zu einer Spitze und lief auf einer Wiese. Sah aber noch gut aus, die erste Cabane sollte nicht mehr so weit sein. Um mich herum Nebel,  aber die Markierungen waren noch zu erkennen und ich hatte auch noch die Navigation. Irgendwann war ich bei einer Spitze auf ca. 1800 Metern angekommen, leider null Weitblick durch den Nebel – schade. Ich lief weiter, bald ging es abwärts und schon bald trat wieder einer der Naturereignisse ein, die mich immer wieder verblüffen. In Sekundenschnelle verschwand der Nebelvorhang vor meinen Augen und enthüllte direkt vor mir ein fantastisches Landschafts-Panorama in vollen Farben und Breitbild-Format :-). Einfach nur sehr bewegend und mit Worten schwer zu beschreiben. Das gab nochmal einen Motivationsschub um weiter aufzusteigen,  an der ersten Cabane vorbei auf 1900 Meter Höhe rauf. Dann ging’s wieder runter, bei der zweiten Cabane kurz reingeschaut und dann weiter zur dritten Cabane und meinem finalen Endziel für heute – geschafft, es war kurz nach 18h. Die Cabane verfügt über einen kleinen Verkaufsschrank, das Geld wird in eine verschlossene Kasse geworfen. Momentan ist noch ein bekannter Wanderer hier sowie eine Wanderin, die einen Teil des GR10 in die andere Richtung läuft.

4 Gedanken zu „Heftig Energiegeladener Sandro am 40. Tag“

  1. Guten Morgen Bruderherz 🙂
    Gott sei Dank läuft es bei Dir so gut.
    Bin immer froh, wenn Du schreibst.
    Ich wünsche Dir viel SPASS und KRAFT
    auf deinem weiteren Weg.
    Ich drrück dich .GLG Reinhilde 🙂

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