Interessanter Abend / interessante Nacht. Ich wollte ja gestern spontan unter freiem Himmel schlafen. Ich habe mir ein Plätzchen am See ca. 20 Meter vom GR10 auf einem Steinboden, etwas versteckt hinter einem großen Stein, ausgesucht – nicht gerade, aber ok für eine Nacht. Etwas entfernt am rechten seitlichen Ufer des Sees konnte ich 3 Zelte sehen und Personen die dort herumliefen.
Irgendwann fing ich dann an mich Bettfertig zu machen und schlüpfte warm angezogen in den Schlafsack und beobachtete wie sich die Wolken in das Tal schoben, bis der Himmel weiß und auch ein Teil der Berge verdeckt war. Als die Dämmerung einsetze, spürte ich hin und wieder ganz feine Tropfen. Hmm…sollte es heute Nacht regnen? Ich holte sicherheitshalber die Zeltplane raus und legte sie über den Schlafsack und die Schuhe. Es war teilweise windig, ich schlief ein und wurde als es schon ziemlich dunkel war wieder wach – es war ziemlich warm – vermutlich wirkte die Wolkendecke tatsächlich wie eine Decke und hielt die vom Boden abstrahlende Wärme darunter fest. Naja – besser mal alles anlassen, dachte ich, wer weiß wie kalt es noch wird. Irgendwann hörte ich Pfeifen und Stimmen…immer mal wieder… sie kamen von der anderen Uferseite. Dann nach einiger Zeit sah ich ziemlich starke Lichter, wohl Taschen- oder Kopflampen, sich bewegen… sie kamen in meine Richtung den GR10 entlang und leuchteten hin und her….sie suchten jemanden? Die Lichter waren sehr stark, so dass man ihren Leuchtkegel auch auf der anderen Seeseite sehen konnte. Sie liefen an mir vorbei und weiter am See entlang. Nach einiger Zeit kamen sie wieder zurück. Nachdem das ganze Spektakel vorbei war, konnte ich irgendwann wieder schlafen und wachte erneut gegen 2.30h auf und blickte in einen nahezu wolkenlosen schönen Sternenhimmel. Wie hypnotisiert starrte ich nach oben und merkte, dass es auch schon deutlich kühler geworden war. Dann sah ich Sternschnuppen 🙂 – immer mal wieder eine – sehr schön :-). Nach einiger Zeit schlief ich dann wieder ein und wurde zwischendurch noch ein paar Mal kurz wach. Um 5h klingelte dann der Wecker. Geregnet hatte es nicht, es hatte sich nachts nur etwas Kondenswasser unter der Zeltplane gebildet. Ich hatte sie dann einfach gedreht. Nachdem ich mich dann zum Aufstehen bewegen konnte, gab's erstmal Frühstück – Müsli. Es war schon nicht mehr so dunkel. Nach dem Essen habe ich dann alles zusammengepackt und bin gegen 6.20h losgezogen…seeehr langsam… muss ja erstmal wach werden. Es gibt sicherlich viele schöne Momente, die ich verpasst habe, weil ich nicht zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle war. Heute Morgen hatte ich einen Glücksmoment und durfte einen Sonnenaufgang über den Wolken miterleben – wunderschön :-).
Jede Menge Fotos später setzte ich meinen Abstieg fort und fand immer weitere Perspektiven, die Wolkendecke mit Sonne zu fotografieren ;-). Ich bin froh, dass ich die Etappe gestern nicht zu Ende gegangen bin – ich habe dafür heute 3 Stunden gebraucht und adäquate Schlafplätze sind mir unterwegs keine aufgefallen. Ich hatte mir eigentlich erhofft, noch einen Kaffee oder besser noch Frühstück nach den 3 Stunden bei der Gîte zu bekommen, aber war nix, zu – also Selbstversorgung und dann weiter. Lief irgendwie schwer und träge und es war auch wieder ein heißer Tag. Mittags kam ich an eine Cabane – yes – rein, auf den Schlafboden hoch und erstmal runtergekühlt und ein Mittagsschläfchen genommen – ich war ziemlich schlapp und müde. Nach ca. 1,5 Std. ging es weiter. Ich kam zu einem Abzweig mit einem Schild auf dem 4 Stunden bis zum heutigen Endziel angegeben waren – allerdings war das nicht der reguläre Weg sondern schon die Abkürzung, die auch im Buch beschrieben war, und es war auch schon 15h. Ich ging erstmal ein paar Meter in die Richtung aufwärts…nee… Wahrscheinlich mindestens 19h, bis ich am Zielort bin? Ich habe nochmal in die Karte auf den Smartphone geschaut und entschieden zum Abzweig zurückzugehen und dann weiter einen ganz anderen Weg, der kürzer war und auch weniger Höhenmeter hat – und mal abseits vom GR10 zu gehen, war auch reizvoll. Faulsack Sandro – erst Nickerchen machen und dann auch noch abkürzen :-D. Tja…also dann los….und ca. 2 Std. später traf ich am Ziel bei der Gîte ein – Halbpension und Lunchpakete gebucht. Waren dann heute immer noch 9 Stunden ohne Mittagspäuschen. Ich finde gerade die 8. und 9. Stunde und darüber hinaus machen sich meist deutlich bemerkbar. Hängt natürlich auch vom Weg und dem Rucksack-Gewicht ab.
Das Abendessen in der Gîte war schon mal sehr lecker. Es gab da auch kurzen Besuch :-). Die morgige Etappe nach Siguer ist relativ kurz, evtl. nehme ich ein Stück von der nächsten mit dazu, z. B. zum nächsten Pass, und Zelte irgendwo – je nach körperlicher Verfassung morgen nach der Pflichtetappe.
So, auf jetzt… Schlafenszeit ;-).
4 Gedanken zu „Wunderschöner Sonnenaufgang am 39. Tag“
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Guten Morgen Sandro,
da hattest Du aber eine wunderschöne Nacht.
Das freut mich für dich.
Ich hoffe Dir geht es gut. Ich wünsche Dir
weiterhin viel Glück und Kraft auf deinem
Weg den Du gehst. Ich drück dich . GLG Reinhilde 🙂
Moin Schwesterchen, ja war ein schönes und interessantes Erlebnis. Bald gibt’s Frühstück 🙂
Hallo Kleener,
tolle Landschaft, hauptsächlich auf dem ersten Foto ;D.
GvlG
Gelle 😉