49. Tag – viel Wald

Heute Nacht musste ich auf Toilette. Als ich das Zelt aufmachte, schaute ich in einen krass hell leuchtenden Vollmond…wow….
Zum Frühstück gab es mehrere selbstgemachte Marmeladen. Butter sah auch selbstgemacht aus. Sehr nachdenklich wurde ich dann als ich ein Bild mit einem Spruch an der Wand entdeckte…und auch lesen konnte 😉 . "Die wahre Freiheit ist die Vagabundenschaft."…..

Das kleine Örtchen in der sich die Gîte befindet, besteht aus Natursteinhäusern – ein sehr schönes Dorf mit seinen kleinen Gassen. Es gibt dort sogar einen kleinen Laden mit Bio Lebensmittelverkauf und Café, wie ich von Clodhilde erfahren habe. Habe ich aber gestern leider noch nicht gewusst.
Heute gab es wieder etwas Steigung. Clodhilde, die woanders übernachtet hatte, ist etwas später nach meinem Start zu mir gestoßen. Ausserdem kam dann auch noch eine andere deutsche Wanderin dazu. Gemeinsam waren wir im nächsten Ort in einem kleinen gut sortierten Laden mit kleiner Bäckerei einkaufen – und es gab dort Croissants und Schoko-Croissants… das bedeutete eindeutig zweites Frühstück… eingenommen in einem kleinen Park. Dann ging's weiter mit Steigung zum Etappenziel, dem Refuge de Mariailles. In der Nähe zelte ich heute an einer Cabane.

Auf den Pic du Canigou am 50. Tag

Für die heutige Etappe gab es 3 Möglichkeiten, den Normalweg und 2 Varianten. Einer der beiden Varianten geht über den Pic du Canigou, der von den Katalanen verehrt wird und daher auch als "heiliger Berg" der Katalanen bezeichnet wird. Den Canigou inkl. der Kletterpassage Cheminée (Schornstein) konnte ich mir nicht entgehen lassen ;-).
Der Berg ist auch ein beliebtes Kurzziel als Tagestour, deswegen ist in den umliegenden Refuges auch entsprechend viel los, dazu ist noch Samstag. Der Wirt des Refuges, indem Clodhilde übernachtete, hat seine Gäste am Vorabend schon entsprechend über Risiken, Wasserstellen, etc. informiert und Tipps gegeben zur Kletterpassage. Dort ging es heute dann auch ungewöhnlich früh los, Clodhilde war auch schon kurz nach 7h bei mir am Zelt und ich hatte noch nicht abgebaut. Wir sind dann gemeinsam gestartet… es waren auf der Etappe relativ viel Menschen unterwegs. Am Vorabend hatte ich schon einiges an Proviant weggeputzt, um möglichst wenig Gewicht, vor allem für die Kletterpassage, im Rucksack zu haben. Wir hatten heute einen Aufstieg von 1214 Metern zu bewältigen, um die Spitze auf 2784 Metern zu erreichen, danach sollte uns noch ein Abstieg um 754 Metern erwarten, um das Tagesziel zu erreichen.
Ich hatte schon 2 Stunden nach dem Start ein zweites Frühstück gebraucht (das Zeltfrühstück war wohl nicht ausreichend), danach lief Clodhilde voraus mit immer größerem Abstand. Irgendwann kam ich endlich zur Kletterpassage… cool sah es aus…die an der Wand hochkletternden Menschen. Vom eigentlichen Cheminée habe ich keine besonders guten Aufnahmen, evtl. erkennt man die Personen auf den Fotos an der Wand klettern (etwas unterhalb des Schattens), ungefähr dort müsste es anfangen interessant zu werden und man trennt sich endlich zwangsläufig von seinen Stöcken, da die Kletterei intensiver wird. Fotos konnte ich beim Klettern schlecht machen, aber ich hoffe, das Video der Actioncam ist was geworden bzw. brauchbar. An der Spitze angekommen, waren da natürlich schon einige Leute – auf der relativ kleinen Fläche. Naja…Fotos gemacht, gesnackt und irgendwann dann den Abstieg über die andere Seite des Berges angegangen. Ankunft am Refuge des Cortalets war schon gegen 14h. Hungrig hab ich gleich das Tagesessen, Chili con Carne, bestellt – das sollte erstmal bis zum Abendessen reichen :-). Zelt aufbauen darf man hier erst ab 19h.

Ereignisreicher 51. Tag

Zuerst nochmal zurück zu gestern – das Abendessen war lecker, als Hauptspeise gab es ein typisch katalanisches Gericht – Fleischbällchen in einer Soße mit Bohnen und allerlei anderen Zutaten.
Mein Zelt hatte ich ca. 100 Meter vom Refuge an einem schönen Plätzchen aufgeschlagen. Die Nacht und der Morgen waren teilweise sehr windig. Gegen 6.45h bin ich zum Refuge gelaufen – von meinem Zelt aus sah ich schon ein orangefarbenen Streifen am Horizont hinter dem Refuge. Ich ging zum Refuge auf die Toilette und schaute nach hinten durch das Fenster raus – wow – ich bin sofort zur Hinterseite des Refuges gestürmt…3-4 Personen saßen auf dem Boden und starrten gerade aus auf ein riesiges Wolkenmeer und den dahinter befindlichen gelb-rötlichen Horizont – die Sonne kündigte ihr Kommen an…es kamen noch mehr Leute aus dem Refuge um das Schauspiel mitzuerleben, als sich der rote Ball am Horizont zeigt und nach oben „schwebte“ und immer mehr Energie und Licht abstrahlte, bis man gar nicht mehr direkt hin schauen konnte – was für ein Anblick.
Aber das Universum war heute wieder mal sehr spendabel und setzte noch einen drauf 🙂 . Als Clodhilde und ich beim Frühstück saßen, kam ein Mann und sprach sie strahlend lächelnd auf deutsch an – er habe gehört, sie sei auch aus Deutschland. Er setzte sich zu uns und bemerkte, dass ich auch aus Deutschland komme. Es entstand direkt ein Dreiergespräch, indem er dann nach unseren Wanderführern fragte – Clodhilde und ich hatten ja die gleichen GR10 Führer – und wie sich dann alsbald rausstellte, saß der Autor in dem Moment bei gerade uns – der Mann war Fuat Gören, der den GR10 2017 gelaufen ist und daraufhin den Wanderführer „Pyrenäenweg GR10“ geschrieben hat, der 2018 beim Conrad Stein Verlag erschienen ist. Hammer – wenn hinter mir keine Wand gewesen wäre, wäre ich wohl von der Bank gefallen 🙂 . Fuat wollte heute auf den Canigou, so wie wir gestern hoch sind, 2017 hatte er eine der anderen Routen genommen. Ja – Gesprächsstoff gab es genug… Fragen von uns … von ihm…Erfahrungsberichte.. Anregungen.. Eigentlich wollte ich heute ja möglichst früh starten, um über das eigentliche Etappenziel hinauszulaufen (um den darauffolgenden Tag zu kürzen) – das war heute nämlich laut Buch nach ca. 5,5 Std. Gehzeit erreicht und der morgige Tag wären 8 Stunden Gehzeit. Aber bei so einem Treffen ist so schnell nicht an’s Loslaufen zu denken 🙂 . Irgendwann nach 8h – das Frühstück sollte nur bis 8h gehen und die meisten Wanderer waren auch schon weg – haben wir uns dann auch verabschiedet und Telefonnummern ausgetauscht – evtl. treffen wir uns nochmal in Banyuls. Und Fotos mussten natürlich auch sein 😉 .
Relativ spät ging es dann für uns los, vorbei an einem Flugzeugwrack auf einer Panoramareichen Strecke…und immer wieder dieses Wolkenmeer… keine Ahnung wieviel Wolkenfotos ich heute gemacht habe.. es lief schon mal ziemlich gut an, lag es am Müsli oder am Treffen… hmmm….
Irgendwann kamen wir zum Col de la Cirera – dort verabschiedete ich mich von Clodhilde, sie wollte da oben noch etwas bleiben, da morgen ihr letzter Tag ist und bis zu ihrem Etappenziel, dem Refuge de Batère, war es nur noch ca. 1 Std. Ich wollte dort nur ein Lunchpaket kaufen und wenigstens bis zur nächsten Nothütte, die ca. 1,5 Std. weiter lag, laufen. Das erhoffte Ziel, Arles-sur-Tech, war mir noch zu weit. Also los zum Refuge, das letzte Lunchpaket gekauft und auch noch eine Orangina getrunken… und auf einmal kam schon Clodhilde eingelaufen – es fing gerade an etwas zu regnen und Gewitter hörte man auch. Wir unterhielten uns noch etwas auf der Terrasse, dann hörte ich ein Geräusch von oben, das sich nach einem Kurzschluss-Knall anhörte, konnte es aber nicht zuordnen. Irgendwann rollte eine weiße Kugel auf die Terrasse – andere und ich schauten verwundert und konnten es im ersten Augenblick gar nicht zuordnen – als es dann jemand in die Hand nahm, war es klar – eine Hagelkugel…und bald darauf kam es runter….aber so richtig… der Wirt hatte das so noch nicht erlebt. Die Hagelkörner donnerte mit ordentlich Speed vom Himmel und knallten krachend auf. Also Zwangspause und ein Café au lait und Biskuits 🙂 . Irgendwann wandelte sich der Hagel in Regen und dann schien es aufzuhören. Also los – endlich, ich war schon über der geplanten Zeit. Sehr weit kam ich allerdings nicht – es fing an zu regnen, Gewitter kam auch wieder 🙁 . Zurück wollte ich nicht, also Regenjacke und Rucksack-Regenschutz an und mit gemischten Gefühlen weiter – 1,5 Std.? Hmmm.. Hätte ich besser auch die Regenhose angezogen…Regen und Gewitter kamen also wieder… Ich hoffte, wenigstens kein Hagel. Es ging überwiegend abwärts über dicht bewachsene Pfade und durch Mannshohe Farnfelder.. Hose nass… Schuhe nass…Strümpfe nass…aber das war in dem Moment zweitrangig. Ich legte einen Zahn zu und ging teilweise in leichtes Rennen über – glücklicherweise waren die Untergründe überwiegend nicht rutschig – aufgepasst hatte ich schon, aber die steinigen Untergründe z. B. waren meist schon ziemlich griffig. Hätte ich doch besser im Refuge bleiben sollen, habe ich mich unterwegs mehrmals gefragt…wenn ich nass bis auf die Unterwäsche in der Cabane ankomme und morgen ähnlich weiterlaufen soll…war es das wert bzw. richtig? 1,5 Std. das muss schneller gehen…. Brille nass und angelaufen, Smartphone lässt sich durch die Nässe schwer bedienen… aber ich komme gut voran…. vor dem Gewitter hatte ich schon Respekt… trotzdem hatte ich in der Umgebung, in der ich gerade unterwegs war, weniger Sorgen – wenn es so bliebe, fühlte ich mich zumindest schon etwas geschützt – auf jeden Fall weitaus mehr, als auf irgendeinem Bergplateau auf freiem Flur. Ich kam der Nothütte immer näher, bis ich dann endlich vor ihr stand. In einer verlassenen, seitlich offenen Minenhalle, gab es zwei für den Zweck genutzte Räume – passt, gut, reicht. Es gab sogar einen Kamin, also erstmal in der Halle nach Holz gesucht, Feuer gemacht und Klamotten getrocknet. Es ist jetzt ca. 20.30h es regnet immer noch bzw. immer wieder, genauso sieht es mit dem Gewitter aus. Das Feuer ist jetzt aus – es gibt nicht genug brauchbares Holz. Hoffe, dass die Klamotten morgen nicht mehr so feucht sind und es auch nicht mehr regnet. Das Gute an der nassen Hose ist, dass ich die eh mal möglichst bald waschen wollte – vermutlich hatte ich meinen Wunsch zu ungenau formuliert 😉 . Jetzt werde ich bald in den Schlafsack steigen. Kalt ist es nicht – eher angenehm.

52. Tag – zweites Frühstück in Arles-sur-Tech

Gekommen ist gestern keiner mehr in die Cabane. Als ich im Schlafsack lag, hat es tatsächlich aufgehört zu regnen und auch das Gewitter. Als ich nachts mal raus musste, sah ich, dass das verbleibende größere Holzstück, das gestern nicht so richtig brennen wollte, wohl doch noch Fahrt aufgenommen hatte und nun an einer Stelle rot vor sich hin glühte. Ich habe es dann auseinander gebrochen und zum Auskühlen zur Seite gelegt.
Aufgestanden bin ich so gegen 6h, ein Apfel zum Frühstück, Sachen gepackt und die Cabane wieder in Ordnung gebracht. Die Klamotten waren weitgehend trocken, Strümpfe und Schuhe nicht ganz. Gegen 7h bin ich dann los, in der Hoffnung im kommenden größeren Ort ein zweites Frühstück einnehmen zu können. Frühstück 1,5 gab es unterwegs – Brombeeren.
In Arles-sur-Tech angekommen, das mich irgendwie an eine mediterrane Feriensiedlung erinnerte – hat mir gut gefallen, habe ich auch schon bald was das Passende gefunden – Café au lait und Croissants 🙂 .
Danach ging es zum Spar-Markt einkaufen. Nach dem anschließenden dritten Frühstück (ich konnte nicht widerstehen – ausserdem steht in dem GR10 Führer man solle sich in dem Ort unbedingt für den folgenden Aufstieg stärken 😉 ), ging es dann weiter, erst hoch zum Coll de Paracolls, dann weiter zum Etappenziel, der schnuckeligen Eco Gîte d'étape Moulin de la Palette. Dort habe ich dann mein Zelt aufgeschlagen, heute ist wieder Selbstversorgung angesagt und dort gibt es eine Selbstversorgerküche – also warmes Abendessen 😉 . Die morgige Etappe wartet mit über 20Km und ordentlich Höhenmeter, laut Buch 9 Std.10 Min. Gehzeit. Ich versuche möglichst frühzeitig wegzukommen. Ich bin heute an kleinen Bäumchen mit blauen Beeren vorbeigekommen – siehe Foto. Was sind das für welche? Die Heidelbeeren, die ich bisher sah, waren kleiner und an Bodennahen Sträuchern.

53. Tag – Blick auf’s Mittelmeer

Die Küche der Gîte war gut ausgestattet. Ich hatte 2 Fertiggerichte für das Abendessen dabei, die ich im Wasserbad warm machte – Lasagne und Nudeln mit Tunfisch-Tomatensoße – beides gut. Als Nachtisch gab's noch Schokoküchelchen. Abends und auch in der Nacht hatte ich öfter Hundegebell in der Nähe gehört und gehofft, dass der GR10 heute nicht an diesen Hunden vorbeiführt.
Als ich nachts auf die Toilette musste, lag da der Hund der Besitzer vor dem Eingangsbereich innen. Sollte er Wache halten und würde er mich gleich anbellen? Eher unwahrscheinlich – also Augen zu und Tür auf – ein super braver Hund – alles gut 🙂 .
Da die Etappe heute mit über 9 Std. angegeben war, war ich schon früh beim Frühstück – Heißer Instantkaffee und Schokoküchelchen. Noch Baguettes für später belegt und dann kurz nach halb sieben los. Die Wetter App sagte Gewitter voraus, aber ich war mir mit der Region nicht sicher. Also auf jeden Fall mal auf die Tube drücken und möglichst schnell auf die hohen Cols und wieder runter kommen. Heute sah ich zum ersten Mal Wildschweine auf meiner Tour und Mutter Natur sei Dank, konnte ich heute ordentlich Brombeeren verspeisen und mit Beerenkraft voranschreiten. Ich hatte unterwegs nur ein halbes Baguette gebraucht. Es ging viel durch Wälder, insgesamt knapp 1200 Höhenmeter hoch und fast 1300 Höhenmeter runter.
Irgendwann am Vormittag – ich musste mehrmals hinschauen – war da nach ca. 880 Km am 53. Tag das ersehnte Ziel vor Augen, scheinbar in greifbarer Nähe – das Mittelmeer – noch ca. 50 Km entfernt – wow, was für ein Anblick, was für ein Gefühl. Im Höhenflug ging es weiter, ich musste aufpassen, dass ich nicht vor Übermut anfing zu joggen 🙂 .
Gewitter gab es keins, stellenweise war es ziemlich windig und kühl, im allgemeinen bewölkt und gut zum Wandern. Insgesamt hatte ich heute wenige und kurze Pausen und kam vor der kalkulierten Zeit am Zielort an. Hier gibt es ein öffentliches Areal auf dem man zelten darf. Abendessen und Frühstück gibt es im örtlichen Hotel, da werde ich dann morgen noch ein Picknick-Paket mitnehmen. Morgen stehen über 24 Km auf dem Plan, laut Buch 8,5 Std. Gehzeit. Da ich im Hotel frühstücken werde, komme ich nicht so früh los wie heute, Frühstück ist voraussichtlich erst ab 7h möglich.

54. Tag – vorletzter Tag

Nach einer ziemlich windigen Nacht und einem überschaubaren Frühstück ging es gegen 7.30 Uhr auf Tour – erstmal über die Straße. Zwischenziel war der Touristenort Le Perthus – angegeben mit 5,25 Std. Gehzeit. Es lief ziemlich gut, vielleicht weil ich auch zunächst in Sandalen gewandert bin – eine Wohltat für die Füße. In Le Perthus war ich dann ca. 1 Std. früher und habe mir erstmal einen kulinarischen Überblick verschafft – einiges war noch geschlossen. Schnell habe ich was Passendes gefunden – Burger – Pommes – Softgetränk Kombi – passt. Als ich damit fertig war, präsentierte mir die Bedienung die Rechnung – vermutlich hatte sie Schichtwechsel, dachte ich wäre fertig und wollte abkassieren. Falsch gedacht – nach kurzem Verständigungsproblem war dann klar, dass ich nochmal das Gleiche wollte, was sie sichtlich verwunderte. Aber im Buch stand, man sollte sich in dem Ort für den folgenden Aufstieg stärken – und ich fühlte mich noch nicht stark 🙂 . Gut – die zweite Runde hat das nicht wesentlich geändert – aber ich war dann wenigstens definitiv satt 🙂 . Bevor ich gegangen bin, habe ich noch ein Baguette – Sandwich togo bestellt – man weiß ja nie – falls der kleine Hunger kommt 😉 . Hatte zwar noch das Picknick-Paket vom Hotel, aber das ist auch noch für morgen gut. Also schnell raus aus diesem Ort, indem mir zu viel Trubel herrschte. Ziemlich voll machte ich mich dann an den Aufstieg. Heute gab es sehr viele Brombeer-Sträucher, und so habe ich mich zwischendurch immer wieder mal mit Beerenkraft versorgt. Nachmittags wurde es sehr heiß und der Weg verlief teilweise Schattenlos, insgesamt aber aushaltbar bis zum Etappenziel gegen 16h. Am Col de l'Ouillat gibt es eine Gite – ich werde aber zelten und heute und morgen Früh ist Selbstversorgung angesagt. Ich möchte morgen möglichst früh starten, wegen der Hitze und um auch möglichst früh in Banyuls anzukommen – im Buch sind knapp 9 Std. Gehzeit angegeben. Um mein Zeltplatz herum gibt es auch seeeehr viele Brombeer-Sträucher, viele Brombeeren sind noch gar nicht reif – in wenigen Wochen ist das hier ein Schlaraffenland 🙂 .
So, werde bald ins Säckchen hüpfen, bin schon müde um kurz nach 19h.
Wow… morgen werde ich wohl endlich am Meer ankommen…
Momentan sitze ich auf der Terrasse der Gîte und schaue mir nochmal die Berge an…..

55. Tag – Ankunft in Banyuls-sur-Mer am Mittelmeer

Nach einem kurzen und Zuckerreichen Zeltfrühstück bin ich gegen halb Sieben mit Stirnlampe losgezogen. Auf zum höchsten Punkt der letzten Etappe. Die Stirnlampe konnte ich schon bald wieder wegpacken. Heute standen 23 Km auf dem Plan, die ich in Sandalen gelaufen bin – Freiheit für die Füße 🙂 . Nicht für die ganze Strecke die beste Wahl, aber ich habe das dann einfach weiter durchgezogen. Der Grossteil der Etappe war von starkem Wind begleitet, ich hatte teilweise Mühe das Gleichgewicht zu behalten, so wurde ich hin und her gerüttelt 🙂 . Vormittags war es auch noch kalt, also habe ich die Regenjacke als Wind- und Kälteschutz angezogen. Trotzdem, für zum Laufen war das Wetter besser als bei Hitze.
Vom höchsten Punkt der Etappe hat man das Meer schon in deutlichen Ausmaßen und voller Pracht sehen können – wow, wie schön.
Weiter ging’s – ich hoffte, bei der letzten Etappe würde es nicht mehr soviel Auf’s und Ab’s geben – gab’s aber, Augen zu und durch 🙂 . Heute gab es viele Meerfotos 🙂 . Nachmittags ließ der Wind nach und die Sonne knallte auf mich nieder. Aber ich war gut in der Zeit und kam so gegen 15.30h in Banyuls an. Dort ging es zum Endpunkt, dem Mosaik am Rathaus, und dann schnurstracks zum Strand, um ins Meer zu springen 🙂 .
Nach der Abkühlung habe ich den Campingplatz angesteuert. Hier werde ich bis 26.8. bleiben, da geht’s früh morgens los auf die Heimreise. Ich werde also noch ein paar Tage berichten 🙂 .
Ich bin sehr glücklich, die Strecke nun beim zweiten Anlauf geschafft zu haben. Ca. 930 Km, ca. 56.000 Höhenmeter, in 55 Tagen – vom Atlantik bis zum Mittelmeer, bis auf eine Talfahrt mit der Bergbahn, komplett durchgelaufen. Nicht der Schnellste, aber ich hatte ja auch andere Prioritäten 😉 . Es war von Anfang bis Ende ein eindrucksvolles Erlebnis in einer wunderschönen und vielfältigen Umgebung. Gerne hätte ich an vielen schönen Stellen viel länger verweilt. Ich muss einfach wieder kommen, ohne festes Ziel, einfach treiben lassen….
Vielen Dank GR10, dass du mich ge- und ertragen hast 🙂 .
Und auch vielen Dank an die lieben Menschen, die mich in Gedanken begleitet und mir durch ihre Kommentare Gesellschaft geleistet haben. Ich habe mich sehr darüber gefreut 🙂 .

23.8. – in Banyuls

Nachdem der Supermarkt gegenüber des Campingplatzes gestern Abend um 20h geschlossen hatte und heute Morgen erst um 9h aufmachte, gab es gestern Pizza und heute Morgen Frühstück, beides in der Gastronomie des Campingplatzes.
Danach ging's ins Meer 🙂 und danach? Richtig, essen…. essen…. essen… hier gibt es soviel davon im Gegensatz zum GR10, das muss ich doch ausnutzen 😉 . Dann hatte ich ein zweistündiges Treffen mit Fuat Gören, dem Autor meines GR10 Führers.
Heute und Morgen ist wohl ein Festival in Banyuls – Absperrungen, Bühnen, Autoschlangen in die Stadt…und die Party geht gerade los…die erste Gruppe spielt gerade nach ihrem Einmarsch.
Hmmm, mittlerweile ist es 20.30h und so richtig Fete war noch nicht, es gab 2 kurze Auftritte. Ob es das schon war oder es später weitergeht? Sieht für mich aus, als ob es leerer auf den Straßen wurde. Aber vielleicht essen die Meisten jetzt erstmal…. Ich war auf jeden Fall schon müde und bin zurück zum Campingplatz gelaufen und werde jetzt ins Säckchen hüpfen.

24.8. – in Banyuls

Letzte Nacht hatten Jugendliche in der Nähe des Campingplatzes ordentlich Krawall gemacht – ich hätte gerne mal gewusst, was die da veranstaltet haben. Zuerst laute Musik – ok. Dann hörte sich das aber so an, als ob die immer wieder gleichzeitig schreiend durch die Gegend rennen – ganz sonderbar. Irgendwann ist ein Zeltnachbar ausgerastet und hat sich mit den Jugendlichen verbal angelegt – aber die scheinten sich nur provoziert gefühlt zu haben und haben heftig Kontra gegeben. Da war was los. Der Nachbar war so verärgert, dass er immer wieder laut vor sich hin geschimpft hat. Ich bin von den ganzen Aktionen auch einige Male wach geworden. Hoffentlich ist es heute Nacht ruhiger. Gestern gab es anscheinend doch noch später eine Veranstaltung im Zentrum. Als ich heute Morgen hin lief, lag in einigen Straßen Konfetti rum. Heute Morgen würde auch schon einiges an Veranstaltungs-Equipment aufgebaut und es wurde auch schon auf einer Bühne gespielt. Ich denke, heute Abend geht es dann zur Sache.
Heute war wieder etwas schnorcheln angesagt, sonnen, relaxen und natürlich essen 🙂 . Das erste Frühstück gab es schon auf dem Campingplatz, mit frisch aufgebackenen Backwaren. Morgen ist mein letzter voller Tag hier, übermorgen Früh geht es auf die Heimreise.
Habe ich nicht ein kreatives Flicken-Design auf meinem Woll-Shirt? 😀 Durch die Schnallen gab es auf den beiden Shirt immer wieder kleine Löcher 🙁 .
Die haben gerade ein Floß mit irgendetwas drauf aus dem Hafen in die Bucht gezogen, aber ich kann nicht erkennen, was drauf ist.
😮 Hier läuft gerade das Militär Streife und auch Polizei und Gendarmerie. Auf der Hauptbühne spielt gerade eine Band.
So, die hatte erstmal nicht sehr lang gespielt. In der Bucht waren irgendwann dann 3 Flöße, das sah nach Feuerwerk aus. So war es dann auch, ziemlich genau um 22h war der erste Knall zu hören. Nach 15 Minuten war es vorbei und die Band spielte wieder.

25.8. In Banyuls

In der letzten Nacht war auch wieder Unruhe in der näheren Umgebung, vermutlich auf dem Campingplatz – war aber nicht so schlimm, wie die Nacht zuvor.
Das erste Frühstück hatte ich wieder auf dem Campingplatz, die Gastronomie öffnet um 8.30h, das Büro des Campingplatzes um 8h – ich habe schon für morgen ausgecheckt, da mein Zug schon kurz nach 7h abfährt.
Das zweite Frühstück, immerhin muss ich so knapp 15 Minuten laufen zum Zentrum 😉 -war dann in Strand-Sichtweite. Danach kurz zum Schnorcheln. Dabei konnte ich einer Flug- u. Rettungsübung der Marine zuschauen. Nach der Übung drehte der Hubschrauber Richtung Zentrum ab und landete – sah so aus, als ob in der Nähe des Campingplatzes, da gibt es ein Sportfeld nebendran. Anschließend war Sonnenbaden und Steintürmchen bauen am Strand angesagt. Das hat irgendwann natürlich wieder hungrig gemacht 😀 – also in einem der Lebensmittelläden (die haben hier heute auch auf) eingekauft, zur Promenade und Mittag gemacht. Anschließend noch etwas gebummelt und gechillt bis nachmittags. Dann habe ich mich schonmal von Meer, Strand und Berge verabschiedet und bin zum Campingplatz zurückgelaufen – noch eine Kleinigkeit im Supermarkt für morgen eingekauft und Vorbereitungen getroffen. Als ich an meinem Zelt ankam, sah ich tatsächlich den Hubschrauber auf dem Sportfeld stehen. Einige Zeit später hob er dann ab.
Jetzt sitze ich gerade in der Gastronomie des Campingplatzes und werde bald eine Pizza essen.
Leider war die Pizza nicht so gut wie die erste, die ich hier gegessen hatte, (die war z. B. mit frischen Champignons). Heute wollte ich die Kebap Pizza probieren – Das Fleisch machte den Eindruck irgendein Pressfleisch ohne besonderen Geschmack zu sein und die Soße, eine Art Salat Mayonnaise – anscheinend ein Fertigprodukt, hat es noch schlimmer gemacht – einer der schlechtesten Pizzen, die ich bisher hatte. Naja – Pech. Jetzt Zähne putzen und Heija 🙂