3. August – 36. Tag

Als einzige Gäste haben Chlodette (schreibt man das so?), die ältere Dame aus dem Allgäu, und ich, nach dem gestrigen Abendessen, auch das heutige Frühstück voll auskosten können. Selbstgemachte Butter, Marmelade und Käse, Milch – hoffentlich von eigenen Kühen, Joghurt – nicht selbst gemacht, Brot – wohl auch nicht selbst gemacht, aber dafür sehr lecker und noch warm und schön knusprig, Müsli und natürlich Kaffee und Tee. Und 38 Euro für alles zusammen – bestes Preis-Leistungsverhältnis.
Gestartet sind wir dann zusammen gegen viertel vor 8h von 960 Höhenmeter zum Col de La Serra du Cot auf 1546 Meter Höhe. War ein ziemlich steiler Aufstieg. Wir kamen durch Wälder, in denen plötzlich Ruinen auftauchten, schätze ehemalige Höfe oder kleine Siedlungen.
Vom Col aus sind wir jeder für sich dann wieder weitergegangen Richtung Saint-Lizier d’Ustou runter auf 742 Höhenmeter, wo wir uns wieder trafen und bei einem kleinen Lebensmittelverkauf bei Campingplatz etwas Proviant kauften. Morgen ist Sonntag, aber glücklicherweise hat in dem Zielort der Lebensmittelladen geöffnet. Für die kommenden Etappen muss ich nämlich vorkaufen. Nach dem Einkauf ist wieder jeder für sich losgezogen, wieder relativ steil aufwärts, wir trafen uns dann nochmal bei einem Abzweig (1000 Höhenmeter) zu einer Unterkunft, die wir beide für heute ansteuern wollten (wir haben übrigens den gleichen GR10 Führer). Am Abzweig sah ich, dass die Unterkunft 40 Minuten den Berg runter vom GR10 entfernt war. Morgen müsste man den Weg dann wieder aufsteigen. Ich überlegte und entschied mich weiter zu laufen und irgendwo zu zelten, da dann erstmal keine Unterkunft kommt. Ich sah, dass es laut Buch auf dem übernächsten Col (Pass) eine Gastronomie gibt, die bis 16h geöffnet hat und da gibt’s Hamburger – ich habe ihn schon vor mir gesehen, zumal ich, man lese und staune, seit dem Frühstück nichts mehr gegessen hatte und es war schon um Mittag. Ich habe es mir kurz durchgerechnet – so 15/15.30h nach den vorliegenden Angaben. Also los zum ersten Col rauf auf 1387 Meter (teilweise hatte ich das Gefühl, ich müsste bald auf allen Vieren hochkrabbeln) und weiter auf 1618 Meter zum zweiten Col und der Auberge – ich wusste schon genau was ich wollte,  Hamburger,  Fritten und vielleicht eine Orangina 🙂 Doch Fehlanzeige – man gab mir zu verstehen,  dass es schon kurz nach 15h ist und es kein Essen mehr gibt – nur Kuchen :-(.  Nee.. ich wollte für meine zweite Tages-Mahlzeit schon was Richtiges. Also Selbstversorgung heute, habe ja genug. Und zelten werde ich in der Nähe der Auberge. Hier stehen schon einige Zelte,  eine Privatveranstaltung eines Astrologievereins – und die haben richtig große Teleskope dabei – keine Ahnung,  was es heute zu bestaunen gibt.

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