Nach einem Selbstversorger Frühstück im Refuge mit Kopflampe (war noch sehr früh und der Lichtschalter ist in einem Raum, der noch abgeschlossen war), ging es gegen 07.15h los. Zwischenziel war Col de la Lhasse, auf 2438 Meter Höhe – also Aufstieg. Es wehte wieder ein kräftiger Wind, der mich zeitweise ins Wanken brachte. Der Weg führte teilweise über ein großes Geröllfeld aufwärts, zeitweise verlor ich den Weg aus den Augen und bin einfach den Hang hochgeklettert bis ich wieder auf dem Pfad war – gepriesen sei die Navigation :-).
Es kamen mir 2 Franzosen entgegen, mit denen ich mich kurz austauschte – allerdings sprachen sie nur etwas englisch. Der erste Wanderer sagte, dass es nicht einfach sei – der Auf – bzw. Abstieg… der Zweite meinte was mit "good feeling for you"….hmmm.. sollte ich mir Gedanken machen? Mal schauen, was da so kommt. Ja, Auf- und Abstieg waren teilweise etwas schwierig….aber nicht überdurchschnittlich. Ich will nicht sagen, dass ich Aufstiege lieber mag, aber Abstiege gehen mir bei schwierigen Pfaden schon auf die Kniee und ich muss langsam machen. Heute ging es auf ca. 1140 Meter runter. Die hohen Berge und die Wolken faszinieren mich immer wieder. Wann sieht man auch so oft Wolken von oben? Ich nicht oft. Meistens nur von unten ;-). Und so hohe Berge auch nicht. Während des Abstiegs legte ich ein Päuschen an einer sehr schönen Stelle an einem Bach ein, dort gab es viele Heidelbeeren :-). Und wer kam auf einmal den Berg runter? Clodhilde und Cedrik :-). Alle haben sich gefreut. Cedrike war gestern am Refuge angekommen und hat dort auch gezeltet, ich hatte ihn jedoch nicht gesehen. Er zeltet auch wie ich auf dem Campingplatz am heutigen Etappenziel, Clodhilde ist zur Gîte weitergelaufen. Der Campingplatz liegt abseits vom GR10 und dem Ort Mérens-les-Vals, hat aber einen Laden mit dabei – im Ort selbst sollte es nichts geben. Der Laden macht aber erst wieder um 17.30h auf – aber das ist jetzt schon bald. Momentan gönne ich mir in der Zeit einen Kaffee :-). Heute Abend ist wieder Selbstversorgung angesagt. Mal schauen, was der Laden so hat. Mein Proviant ist schon relativ dezimiert. Bis zum Endziel des GR10 sind es "nur" noch ca. 200 Km – Wahnsinn, die Zeit fliegt….auf der einen Seite bin ich froh, wenn ich am Ziel angekommen bin und die Strecke geschafft habe. Auf der anderen Seite möchte ich aber nicht, dass es bald vorbei ist. Es ist soooooo schön….
Monat: August 2019
Himbeeren und Heidelbeeren am 44. Tag
Heute stand ein Aufstieg von fast 1200 Höhenmetern an. Zunächst musste ich erstmal vom Campingplatz zum GR10 in den Ort laufen. Von dort aus ging es über 5 Stunden überwiegend Bergauf. Vielleicht hätte ich doch gestern nicht das Marmeladenglas kaufen und heute noch den halben Liter Milch mitnehmen sollen …. ;-). Aber naja.. ich bin gemächlich aufgestiegen und habe Päuschen eingelegt um z. B. Himbeeren und Heidelbeeren zu pflücken und natürlich zu essen. Heidelbeeren gab es soviel… ich hätte einen ganzen Tag da verbringen können – vor allem an einem sehr schönen See. Es gibt soviel schöne Stellen, an denen ich vorbeikam, wo ich gerne mal zelten würde. Kurz nach dem Ort heute bin ich an heißen Quellen vorbeikommen – sah aus, als ob da 3-4 runde Whirlpools in Reihe im Boden eingelassen wären. Und ein Zelt stand nebendran und ein junger Mann lag nackt in einem der Pools. Auf ein Foto habe ich daher verzichtet ;-).
Der heutige Weg führte auch durch ein schönes Tal mit einem kleinen Wasserfall.
Etappenziel war das Refuge des Bésines, bei den ich am frühen Nachmittag ankam. Hier werde ich bei Selbstversorgung zelten. Eine Standgebühr von 5,- Euro ist aber trotzdem fällig. Dafür sind dann auch die Sanitäranlagen, warme Duschen gegen Aufpreis, zu nutzen. Clodhilde übernachtet auch hier. Cedrik bleibt noch einen Tag auf dem Campingplatz. Internetempfang gibt's hier keinen.
Letzten Dinner – Platz am 45. Tag bekommen
Die Nacht war recht kühl, es hat auch geregnet und und entfernt war Gewitter zu hören. Los bin ich nach einem Müsli-Frühstück so gegen 7.30h. Irgendwann hat mich Clodhilde eingeholt, wir sind dann zusammen weitergelaufen. Der Tag hat sich heute sehr gezogen, ich glaube mindestens ca. 2 Stunden mehr als angegeben. Ok, da waren Pausen dazwischen, aber ich kam auch nicht gut voran. Es war relativ kalt heute, zum Laufen ist das ja nicht schlecht, die Sonne habe ich nicht so oft gesehen. Als wir gegen Mittag bei einem relativ steilen Anstieg fast oben angekommen waren, haben wir einige Geier aufgeschreckt, die sich gerade neben dem GR10 über die Reste eines Tieres hergemacht hatten und dann relativ nahe vor uns abgehoben sind.
Landschaftlich war es heute auch wieder schön, unser Etappenziel war ein Stausee. Ich wollte dort zelten und Abendessen und Frühstück in einem Hotel, einer Auberge oder einem Refuge einnehmen. Proviant ist ziemlich aufgebraucht jetzt und kann ich morgen erst wieder auffüllen. Als wir heute angekommen waren, ist Clodhilde weiter zur Refuge gelaufen. Ich bin dann zum Hotel. Glücklicherweise habe ich den letzten Platz für Abendessen bekommen. Clodhilde stand dann auch auf einmal hier, das Refuge war komplett belegt und die Auberge geschlossen. Sie hatte Glück und noch ein Zimmer im Hotel bekommen. Zelte dürfen hier erst ab 19h aufgeschlagen werden.
Das Zelt-Foto vor dem Refuge ist von gestern.
So, Zelt ist aufgebaut und bald gibt es Abendessen :-).
Entspannter 46. Tag
Das Abendessen gestern im Hotel war ziemlich lecker und reichlich. Man konnte zwischen 2 Menüs wählen, Einzelgerichte davon, oder wohl auch individuell bestellen. Die Hauptspeise war ein super schmackhaftes gegrilltes Kotelett (glaube am Feuer – die hatten da zumindest welches), Ofenkartoffel und Gemüse. Im Hotel habe ich dann auch das schnelle Internet genutzt, um meine Rückreise zu buchen – inkl. etwas Puffer für am 26. August.
Die Nacht war wieder kühler, aber ich hatte mich gut eingepackt :-). Heute Morgen bin ich dann für's Frühstück zum Hotel – war wieder reichlich und sehr gut, es gab auch Croissants :-). Mega-gestärkt ging es mit Clodhilde auf Tour. Die Etappe war eine der entspanntesten und sehr schön. Durch halbschattige Wälder an einem schönen See mit Zeltmöglichkeit vorbei, durch Dörfer und an Feldern vorbei. Im Dorf, das laut Buch ca. 1,5 Std. von unserem Tagesziel entfernt ist und ich einkaufen wollte, kamen wir vor 14.30h an, der Laden machte aber erst um 16h auf. Also habe ich eine Pause zum chillen, Internet nutzen, planen und Zelt trocknen eingelegt. Clodhilde ist schon mal weiter gegangen. Nach dem Einkaufen war ich dann noch so Energiegeladen, dass ich in 45 Minuten am Etappenziel war. Eine sehr schöne Gîte, gehobener Art – hier zelte ich und nehme Abendessen und Frühstück bei der Gîte ein. Eigentlich hatte ich mich schon mit Selbstversorgung geplant, da der Besitzer gestern am Telefon meinte, dass sie eigentlich schon komplett belegt sind und er dann heute schauen muss bzw. mir was zum Aufwärmen für die Selbstversorgerküche geben kann. Jetzt werde ich doch mit ein paar anderen Gästen auf der Terrasse das Essen bekommen – wird dann etwas kühler werden, mit dem Abendessen geht es erst um 20h los.
Die Katze im Schlitten ist echt :-). Das Wasser für den Brunnen kommt von dem Berg im Hintergrund.
47. Tag – auf zum Refuge de la Carança
Das letzte gestrige Abendessen war wieder lecker, ich glaube, die verarbeiten hier Bio-Lebensmittel. Als wir beim Abendessen waren, kam gegen 21h noch ein Wanderer, ein Amerikaner, der auch den kompletten GR10 wandert und auch Daniel heißt. Er hatte wohl gestern über 40 Km hinter sich :-o. Gestartet ist er von Hendaye am 24.07. und will den GR10 in 25 Tagen schaffen – das ist schon eine extreme Ausnahme – ich kann nur staunen. Besonders viel zu essen scheint er auch nicht und sein Rucksack wiegt so um die 7 Kg.
Heute ging es wieder etwas mehr zu Sache, dafür gab es auch schöne Panoramen. Etappenziel war ein einfaches Refuge. Dort zelte ich in der Nähe eines Baches. Die Dusche am Bach ist die Einzige des Refuges 🙂 – Natur pur ;-). Habe spontan entschlossen, dass ich heute keine Dusche brauche ;-).
Hübsche Gîte am 48. Tag
Letzte Nacht war wieder kalt, da hat der Kaffee beim Frühstück richtig gut getan. Interessante Toilette haben die hier, nach dem Geschäft soll man 16x auf das Pedal treten. Das „Produkt“ wird damit „abtransportiert“ 😀 .
Gut gestärkt ging es nach dem Frühstück auf Tour. Kurzer Stop als ein Bulle auf dem Weg stand. Machte zwar auf den ersten Blick keinen aggressiven Eindruck, aber bevor er vielleicht „white Bull verleiht Flüüügel“ mit uns gespielt hätte, sind wir lieber hinter dem Bullen vorbei gelaufen 🙂 . Der GR10 bot uns wieder schöne Panoramen und am Ende der Etappe habe ich in einer hübschen Gîte eingecheckt – ein Zeltplätzchen in einem Gartenteil für mich alleine, insgesamt gibt es hier wohl ich nur zwei Zeltplätze. Der andere ist jetzt auch belegt.
Wow, Abendessen war spitzenmässig. Ein sehr leckere Cremesuppe, kann aber leider nicht genau sagen, was es war 😮 . Dann gab es Paella…Ich glaube die einzig Wahre – so sah sie aus…sehr lecker, zum Nachtisch gab’s einen frischen hochwertigen Obstsalat. Also ich freue mich schon auf Frühstück 😉 :-D. Gute Nacht 🙂 . Ach, Daniel, der Australier, hatte sich heute Abend per Email gemeldet, er ist heute in Banyuls angekommen 🙂 .
49. Tag – viel Wald
Heute Nacht musste ich auf Toilette. Als ich das Zelt aufmachte, schaute ich in einen krass hell leuchtenden Vollmond…wow….
Zum Frühstück gab es mehrere selbstgemachte Marmeladen. Butter sah auch selbstgemacht aus. Sehr nachdenklich wurde ich dann als ich ein Bild mit einem Spruch an der Wand entdeckte…und auch lesen konnte 😉 . "Die wahre Freiheit ist die Vagabundenschaft."…..
Das kleine Örtchen in der sich die Gîte befindet, besteht aus Natursteinhäusern – ein sehr schönes Dorf mit seinen kleinen Gassen. Es gibt dort sogar einen kleinen Laden mit Bio Lebensmittelverkauf und Café, wie ich von Clodhilde erfahren habe. Habe ich aber gestern leider noch nicht gewusst.
Heute gab es wieder etwas Steigung. Clodhilde, die woanders übernachtet hatte, ist etwas später nach meinem Start zu mir gestoßen. Ausserdem kam dann auch noch eine andere deutsche Wanderin dazu. Gemeinsam waren wir im nächsten Ort in einem kleinen gut sortierten Laden mit kleiner Bäckerei einkaufen – und es gab dort Croissants und Schoko-Croissants… das bedeutete eindeutig zweites Frühstück… eingenommen in einem kleinen Park. Dann ging's weiter mit Steigung zum Etappenziel, dem Refuge de Mariailles. In der Nähe zelte ich heute an einer Cabane.
Auf den Pic du Canigou am 50. Tag
Für die heutige Etappe gab es 3 Möglichkeiten, den Normalweg und 2 Varianten. Einer der beiden Varianten geht über den Pic du Canigou, der von den Katalanen verehrt wird und daher auch als "heiliger Berg" der Katalanen bezeichnet wird. Den Canigou inkl. der Kletterpassage Cheminée (Schornstein) konnte ich mir nicht entgehen lassen ;-).
Der Berg ist auch ein beliebtes Kurzziel als Tagestour, deswegen ist in den umliegenden Refuges auch entsprechend viel los, dazu ist noch Samstag. Der Wirt des Refuges, indem Clodhilde übernachtete, hat seine Gäste am Vorabend schon entsprechend über Risiken, Wasserstellen, etc. informiert und Tipps gegeben zur Kletterpassage. Dort ging es heute dann auch ungewöhnlich früh los, Clodhilde war auch schon kurz nach 7h bei mir am Zelt und ich hatte noch nicht abgebaut. Wir sind dann gemeinsam gestartet… es waren auf der Etappe relativ viel Menschen unterwegs. Am Vorabend hatte ich schon einiges an Proviant weggeputzt, um möglichst wenig Gewicht, vor allem für die Kletterpassage, im Rucksack zu haben. Wir hatten heute einen Aufstieg von 1214 Metern zu bewältigen, um die Spitze auf 2784 Metern zu erreichen, danach sollte uns noch ein Abstieg um 754 Metern erwarten, um das Tagesziel zu erreichen.
Ich hatte schon 2 Stunden nach dem Start ein zweites Frühstück gebraucht (das Zeltfrühstück war wohl nicht ausreichend), danach lief Clodhilde voraus mit immer größerem Abstand. Irgendwann kam ich endlich zur Kletterpassage… cool sah es aus…die an der Wand hochkletternden Menschen. Vom eigentlichen Cheminée habe ich keine besonders guten Aufnahmen, evtl. erkennt man die Personen auf den Fotos an der Wand klettern (etwas unterhalb des Schattens), ungefähr dort müsste es anfangen interessant zu werden und man trennt sich endlich zwangsläufig von seinen Stöcken, da die Kletterei intensiver wird. Fotos konnte ich beim Klettern schlecht machen, aber ich hoffe, das Video der Actioncam ist was geworden bzw. brauchbar. An der Spitze angekommen, waren da natürlich schon einige Leute – auf der relativ kleinen Fläche. Naja…Fotos gemacht, gesnackt und irgendwann dann den Abstieg über die andere Seite des Berges angegangen. Ankunft am Refuge des Cortalets war schon gegen 14h. Hungrig hab ich gleich das Tagesessen, Chili con Carne, bestellt – das sollte erstmal bis zum Abendessen reichen :-). Zelt aufbauen darf man hier erst ab 19h.
Ereignisreicher 51. Tag
Zuerst nochmal zurück zu gestern – das Abendessen war lecker, als Hauptspeise gab es ein typisch katalanisches Gericht – Fleischbällchen in einer Soße mit Bohnen und allerlei anderen Zutaten.
Mein Zelt hatte ich ca. 100 Meter vom Refuge an einem schönen Plätzchen aufgeschlagen. Die Nacht und der Morgen waren teilweise sehr windig. Gegen 6.45h bin ich zum Refuge gelaufen – von meinem Zelt aus sah ich schon ein orangefarbenen Streifen am Horizont hinter dem Refuge. Ich ging zum Refuge auf die Toilette und schaute nach hinten durch das Fenster raus – wow – ich bin sofort zur Hinterseite des Refuges gestürmt…3-4 Personen saßen auf dem Boden und starrten gerade aus auf ein riesiges Wolkenmeer und den dahinter befindlichen gelb-rötlichen Horizont – die Sonne kündigte ihr Kommen an…es kamen noch mehr Leute aus dem Refuge um das Schauspiel mitzuerleben, als sich der rote Ball am Horizont zeigt und nach oben „schwebte“ und immer mehr Energie und Licht abstrahlte, bis man gar nicht mehr direkt hin schauen konnte – was für ein Anblick.
Aber das Universum war heute wieder mal sehr spendabel und setzte noch einen drauf 🙂 . Als Clodhilde und ich beim Frühstück saßen, kam ein Mann und sprach sie strahlend lächelnd auf deutsch an – er habe gehört, sie sei auch aus Deutschland. Er setzte sich zu uns und bemerkte, dass ich auch aus Deutschland komme. Es entstand direkt ein Dreiergespräch, indem er dann nach unseren Wanderführern fragte – Clodhilde und ich hatten ja die gleichen GR10 Führer – und wie sich dann alsbald rausstellte, saß der Autor in dem Moment bei gerade uns – der Mann war Fuat Gören, der den GR10 2017 gelaufen ist und daraufhin den Wanderführer „Pyrenäenweg GR10“ geschrieben hat, der 2018 beim Conrad Stein Verlag erschienen ist. Hammer – wenn hinter mir keine Wand gewesen wäre, wäre ich wohl von der Bank gefallen 🙂 . Fuat wollte heute auf den Canigou, so wie wir gestern hoch sind, 2017 hatte er eine der anderen Routen genommen. Ja – Gesprächsstoff gab es genug… Fragen von uns … von ihm…Erfahrungsberichte.. Anregungen.. Eigentlich wollte ich heute ja möglichst früh starten, um über das eigentliche Etappenziel hinauszulaufen (um den darauffolgenden Tag zu kürzen) – das war heute nämlich laut Buch nach ca. 5,5 Std. Gehzeit erreicht und der morgige Tag wären 8 Stunden Gehzeit. Aber bei so einem Treffen ist so schnell nicht an’s Loslaufen zu denken 🙂 . Irgendwann nach 8h – das Frühstück sollte nur bis 8h gehen und die meisten Wanderer waren auch schon weg – haben wir uns dann auch verabschiedet und Telefonnummern ausgetauscht – evtl. treffen wir uns nochmal in Banyuls. Und Fotos mussten natürlich auch sein 😉 .
Relativ spät ging es dann für uns los, vorbei an einem Flugzeugwrack auf einer Panoramareichen Strecke…und immer wieder dieses Wolkenmeer… keine Ahnung wieviel Wolkenfotos ich heute gemacht habe.. es lief schon mal ziemlich gut an, lag es am Müsli oder am Treffen… hmmm….
Irgendwann kamen wir zum Col de la Cirera – dort verabschiedete ich mich von Clodhilde, sie wollte da oben noch etwas bleiben, da morgen ihr letzter Tag ist und bis zu ihrem Etappenziel, dem Refuge de Batère, war es nur noch ca. 1 Std. Ich wollte dort nur ein Lunchpaket kaufen und wenigstens bis zur nächsten Nothütte, die ca. 1,5 Std. weiter lag, laufen. Das erhoffte Ziel, Arles-sur-Tech, war mir noch zu weit. Also los zum Refuge, das letzte Lunchpaket gekauft und auch noch eine Orangina getrunken… und auf einmal kam schon Clodhilde eingelaufen – es fing gerade an etwas zu regnen und Gewitter hörte man auch. Wir unterhielten uns noch etwas auf der Terrasse, dann hörte ich ein Geräusch von oben, das sich nach einem Kurzschluss-Knall anhörte, konnte es aber nicht zuordnen. Irgendwann rollte eine weiße Kugel auf die Terrasse – andere und ich schauten verwundert und konnten es im ersten Augenblick gar nicht zuordnen – als es dann jemand in die Hand nahm, war es klar – eine Hagelkugel…und bald darauf kam es runter….aber so richtig… der Wirt hatte das so noch nicht erlebt. Die Hagelkörner donnerte mit ordentlich Speed vom Himmel und knallten krachend auf. Also Zwangspause und ein Café au lait und Biskuits 🙂 . Irgendwann wandelte sich der Hagel in Regen und dann schien es aufzuhören. Also los – endlich, ich war schon über der geplanten Zeit. Sehr weit kam ich allerdings nicht – es fing an zu regnen, Gewitter kam auch wieder 🙁 . Zurück wollte ich nicht, also Regenjacke und Rucksack-Regenschutz an und mit gemischten Gefühlen weiter – 1,5 Std.? Hmmm.. Hätte ich besser auch die Regenhose angezogen…Regen und Gewitter kamen also wieder… Ich hoffte, wenigstens kein Hagel. Es ging überwiegend abwärts über dicht bewachsene Pfade und durch Mannshohe Farnfelder.. Hose nass… Schuhe nass…Strümpfe nass…aber das war in dem Moment zweitrangig. Ich legte einen Zahn zu und ging teilweise in leichtes Rennen über – glücklicherweise waren die Untergründe überwiegend nicht rutschig – aufgepasst hatte ich schon, aber die steinigen Untergründe z. B. waren meist schon ziemlich griffig. Hätte ich doch besser im Refuge bleiben sollen, habe ich mich unterwegs mehrmals gefragt…wenn ich nass bis auf die Unterwäsche in der Cabane ankomme und morgen ähnlich weiterlaufen soll…war es das wert bzw. richtig? 1,5 Std. das muss schneller gehen…. Brille nass und angelaufen, Smartphone lässt sich durch die Nässe schwer bedienen… aber ich komme gut voran…. vor dem Gewitter hatte ich schon Respekt… trotzdem hatte ich in der Umgebung, in der ich gerade unterwegs war, weniger Sorgen – wenn es so bliebe, fühlte ich mich zumindest schon etwas geschützt – auf jeden Fall weitaus mehr, als auf irgendeinem Bergplateau auf freiem Flur. Ich kam der Nothütte immer näher, bis ich dann endlich vor ihr stand. In einer verlassenen, seitlich offenen Minenhalle, gab es zwei für den Zweck genutzte Räume – passt, gut, reicht. Es gab sogar einen Kamin, also erstmal in der Halle nach Holz gesucht, Feuer gemacht und Klamotten getrocknet. Es ist jetzt ca. 20.30h es regnet immer noch bzw. immer wieder, genauso sieht es mit dem Gewitter aus. Das Feuer ist jetzt aus – es gibt nicht genug brauchbares Holz. Hoffe, dass die Klamotten morgen nicht mehr so feucht sind und es auch nicht mehr regnet. Das Gute an der nassen Hose ist, dass ich die eh mal möglichst bald waschen wollte – vermutlich hatte ich meinen Wunsch zu ungenau formuliert 😉 . Jetzt werde ich bald in den Schlafsack steigen. Kalt ist es nicht – eher angenehm.
52. Tag – zweites Frühstück in Arles-sur-Tech
Gekommen ist gestern keiner mehr in die Cabane. Als ich im Schlafsack lag, hat es tatsächlich aufgehört zu regnen und auch das Gewitter. Als ich nachts mal raus musste, sah ich, dass das verbleibende größere Holzstück, das gestern nicht so richtig brennen wollte, wohl doch noch Fahrt aufgenommen hatte und nun an einer Stelle rot vor sich hin glühte. Ich habe es dann auseinander gebrochen und zum Auskühlen zur Seite gelegt.
Aufgestanden bin ich so gegen 6h, ein Apfel zum Frühstück, Sachen gepackt und die Cabane wieder in Ordnung gebracht. Die Klamotten waren weitgehend trocken, Strümpfe und Schuhe nicht ganz. Gegen 7h bin ich dann los, in der Hoffnung im kommenden größeren Ort ein zweites Frühstück einnehmen zu können. Frühstück 1,5 gab es unterwegs – Brombeeren.
In Arles-sur-Tech angekommen, das mich irgendwie an eine mediterrane Feriensiedlung erinnerte – hat mir gut gefallen, habe ich auch schon bald was das Passende gefunden – Café au lait und Croissants 🙂 .
Danach ging es zum Spar-Markt einkaufen. Nach dem anschließenden dritten Frühstück (ich konnte nicht widerstehen – ausserdem steht in dem GR10 Führer man solle sich in dem Ort unbedingt für den folgenden Aufstieg stärken 😉 ), ging es dann weiter, erst hoch zum Coll de Paracolls, dann weiter zum Etappenziel, der schnuckeligen Eco Gîte d'étape Moulin de la Palette. Dort habe ich dann mein Zelt aufgeschlagen, heute ist wieder Selbstversorgung angesagt und dort gibt es eine Selbstversorgerküche – also warmes Abendessen 😉 . Die morgige Etappe wartet mit über 20Km und ordentlich Höhenmeter, laut Buch 9 Std.10 Min. Gehzeit. Ich versuche möglichst frühzeitig wegzukommen. Ich bin heute an kleinen Bäumchen mit blauen Beeren vorbeigekommen – siehe Foto. Was sind das für welche? Die Heidelbeeren, die ich bisher sah, waren kleiner und an Bodennahen Sträuchern.















































































