Tag 26 – zelten am See

Die Nacht in der Cabane war für mich etwas unruhig… Vielleicht lag es an der ungewohnten Schlafsituation….ich hatte auch das Gefühl, dass der Kopf tiefer als die Füße liegen… also der Boden abfällig ist.
Naja, ist mir immer noch lieber als ein Mehrbettzimmer voller Leute, vor allem wenn dann noch Fenster und Tür geschlossen sind.
Nach einem Müsli-Frühstück sind Daniel und ich losgezogen. Irgendwann habe ich ihn aus den Augen verloren. Zunächst ging’s mal ca. 500 Höhenmeter rauf…dabei mussten ein paar Heidelbeeren, die dort wuchsen, dran glauben….dann ging es wieder ca. 500 Höhenmeter runter. Als ich mittags am einem Art Imbiss-Laden vorbeikam, habe ich Pause gemacht, Daniel muss wohl weiter gelaufen sein. Für mich gab’s erstmal mein Lieblings-GR10-Getränk – Orangina 🙂 Sogar mit Eiswürfeln 🙂 Da musste noch ein Zweites sein ;-). Nach ca. 45 Minuten ging es weiter… vor mir lagen nochmal ca. 800 Höhenmeter Aufstieg. Irgendwann kam ich dann zu einem an einem Stausee gelegenen Refuge, etwas abseits vom GR10 – da musste ich mich nochmal mit einer Orangina belohnen :-). Und wie ich die so am schlabbern bin, sehe ich etwas weiter entfernt auf einer Treppe am GR10 eine Person sitzen, die Daniel hätte sein können. Das Gesicht konnte ich nicht erkennen. Ich entschloss mich schnell auszutrinken und zum GR10 zurückzukehren. Als ich allerdings an dieser Stelle ankam, war die Person nicht mehr da. Ich versuchte noch etwas Tempo zu geben, von Daniel war aber keine Spur zu sehen. Irgendwann kam ich zu einem Abzweig – entweder Richtung Refuge,  in dessen Nähe wir zelten wollten, welches aber 10 Minuten vom GR10 entfernt ist oder auf dem GR10 weiterlaufen, bis eine geeignete Stelle kommt. Als ich mittags meine Pause beendet hatte und am loslaufen war, kam gerade ein bekannter Wanderer entgegen, der mit dann sagte, daß man am Refuge selbst nicht zelten kann, sondern noch 20 Minuten weiterlaufen muss.
Als ich am Abzweig dann so überlege, kommt gerade eine junge Frau aus der Gegenrichtung und fragt mich, ob sie mir helfen kann. Nachdem ich ihr sagte, dass ich einen Zeltplatz suche, empfahl sie mir zum Refuge zu laufen, dort am See könnte man zelten. Am GR10, meinte sie, wäre erst mal keine Möglichkeit. Also zum Refuge, sie wollte auch dort hin. Ich erfuhr, dass sie auch den kompletten GR10 läuft – nur aus der anderen Richtung. Am Refuge angekommen, sitzt Daniel da 🙂 Lange war er wohl noch nicht da. Meine SMS hatte er nicht bekommen. Die junge Frau fragte im Refuge nach, wo man am See zelten kann. Ihr wurde gezeigt wo, mit dem Hinweis wegen den Pferden aufzupassen – ich sollte noch erfahren, was das bedeutet. Essen gab es da keines für uns, da für heute dort 50 Gäste angemeldet sind und das Personal offenbar ausgelastet ist. Also dann Zelt aufgebaut, ein paar Bahnen im See geschwommen und das letzte Baguette-Sandwich und andere Kleinigkeiten vertilgt. Mittlerweile sind auch noch andere Camper eingetroffen. Als ich dann so im Zelt liege und ich ziemlich nahe Glocken und das Gehen von schweren Tieren höre, schaue ich raus und war von Pferde-Fohlen belagert. Es war eine Pferde-Gruppe, die hier bei den Zelten graste. Offenbar war das Gras um die Zelte herum besonders wohlschmeckend 🙂 Besonders eines der Fohlen, war sehr hartnäckig und kannte keine Scheu, selbst wegschubsen beeindruckte es nicht – das freche Ding knabberte weiter an meinem Zelt :-). Als es dann schon sichtlich Spuren hinterließ, aber Gott sei dank noch nicht die Zeltplane durchgebissen hatte, wurde ich energischer und konnte es schließlich überzeugen, sich ein anderes Opfer zu suchen :-). Für morgen habe ich für Daniel und mich Übernachtungsmöglichkeiten in einer Gite gebucht. Es ist ein größerer Ort und wir müssen Proviant einkaufen, da es auf den nächsten Etappen dürftig ist mit einkaufen. Dann ist es gut, wenn wir gleich einchecken,  essen und in der Nähe einkaufen können. Ausserdem können wir dort dann vermutlich auch wieder unsere Akkus aufladen. Die nächsten Etappen werden voraussichtlich wieder bei Nothütten enden – da gibt es maximal Wasser in der Nähe.
So, jetzt ist Schlafenszeit 🙂

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